Design und Konstruktion
Alubat baut seit 1973 ausschließlich aus Aluminium, und die 490 ist da keine Ausnahme – Rumpf, Deck, Kajütaufbau und Cockpit bestehen zu 100 Prozent aus verschweißtem Aluminium, wobei für den Bodenwasserlinienbereich seewasserbeständiges 5083-Stahlblech mit einer Stärke von 10 mm, oberhalb der Wasserlinie 8 mm und auf dem Deck 6 mm verwendet wurde. Der Rumpf ist als mehrfach verwindungssteifer Rahmen konstruiert, sodass das Boot trockenfallen kann und sicher auf der Bodenplatte sowie den beiden Ruderblättern steht, ohne dass eine Kimm oder Poppets erforderlich sind. Über der Wasserlinie besteht die Standardisolierung aus Spritzkork mit 50 mm Schaum darauf. Das Schwert ist das Herzstück der Marke: ein integrierter Aluminium-Kippkiel, der aus massivem Block zu einem standardisierten NACA-Profil gefräst wurde, zusammen mit den beiden Ruderblättern, und der ohne Hydraulik über die Winsch im Cockpit angehoben wird. Der Ballast ist intern und tief platziert – knapp unter sechs Tonnen Bleiblocks in Aluminiumkisten, tief im Rumpf eingegossen, wobei das 480 kg schwere Steckschwert selbst einen variablen Tiefgang von 1,00 m bis zu 3,10 m ermöglicht. (1)
Rigg und Handhabung
Die 490 ist serienmäßig mit einem zweireihigen Aluminium-Z-Spar-Rigg ausgestattet, wobei Fallen, Schoten und Trimmleinen über zwei Kanäle nach achtern zu sechs Antal 62 Winschen auf den Sülls und an der Niedergangseite geführt werden. Eine Rollgenua von 64 m² und ein Großsegel von 65 m² bilden das Segelprogramm für den Am-Wind-Kurs mit 129 m². Die Werft liefert als Basisausstattung eine Dacron-Segelgarderobe von Incidence; ein Rollmast wird nicht angeboten. Zwillingsruder, die weit hinten positioniert sind, sorgen für geringe Ruderkräfte, und bei aufgeholtem Kiel weist das Boot einen Tiefgang von kaum 39 Zoll auf. Probefahrer empfanden sie als ausgewogen und gut im Umgang mit Wellen. Mit einer großen Genua und dem optionalen Square-Top-Großsegel erreichte sie am Wind bei einem Winkel von 90 Grad etwa 6,5 Knoten. Die beiden 57 PS starken Yanmar-Diesel, die im Rumpf etwa drei Meter voneinander entfernt platziert sind, ermöglichen ein präzises Manövrieren wie bei einem Katamaran, was einen Bugstrahlwerfer überflüssig macht. (2)
Unterbringung
Das Deckssalon-Layout platziert den zentralen Wohnbereich hoch im Schiff, wobei große Fenster einen fast ungestörten Ausblick nach draußen bieten und die Sitzecke Sie mit einem Panorama der See umgibt. Der Salontisch lässt sich über seine gesamte Länge absenken und wird so zu einer riesigen Sonnenliegefläche. Eine integrierte Pantry erstreckt sich über die Steuerbordseite mit langen Arbeitsplatten und reichlich Stauraum. Vorne verfügt die Eignerkabine über eine an Backbord eingebaute Doppelkoje und eine große Vorpiek, die als Segellager oder Werkstatt dient; achtern befinden sich zwei Achterkabinen, die jeweils eine große Doppelkoje aufweisen, und die Pläne ermöglichen insgesamt drei oder vier Kabinen. Die Pilothouse ist der Schlüssel für das Fahrtensegeln: Eine wasserdichte Tür schließt sie von der Plicht ab, zwei Personen können darin mit 360-Grad-Rundumblick Wache halten, und der Kartentisch mit der gesamten Elektronik macht sie zu einer Innensteuerzentrale mit Fernbedienung für Autopilot und Motorumschaltung. Die Plicht selbst verfügt über ein festes Bughaus, das Schutz bietet, sowie über eine Doppelsteuerung im Heck. (1)
Refits und Eignerschaft
Eigner, die eine neue oder fast neue 490 suchen, finden bei der Seriausstattung des Werften bereits ein Ausstattungsniveau für Expeditionen: zwei Wellenantriebe mit Dieselmotoren, sechs Winschen, Dacron-Segel, tiefer interner Ballast und Standardisolierung. Die Optionen konzentrieren sich auf den Antrieb – Bellmarine-Elektromotoren mit 20 kW können die Yanmar ersetzen – und auf Rigg-Optimierungen wie das Square-Top-Großsegel. Da der Rumpf aus Aluminium besteht und der Kiel aufgehängt ist, eignet sich das Boot hervorragend für das Trockenlager an Land und erleichtert das Antifouling einer Schwertkiel-Konstruktion im Vergleich zu einem festen Flossenkiel.
Das Fazit
Die Ovni 490 ist eine ernsthafte Expeditions-Slup aus Aluminium, die einen trockenfallenden Kippkiel mit einer versiegelten Pilothouse für Blauwasserreisen mit kleiner Crew kombiniert. Ihre beiden Motoren und Doppelruder bieten für ein 50-Fuß-Boot ungewöhnlich gute Kontrolle im engen Raum, und der erhöhte Salon mit klappbarem Tisch dient sowohl als Salon als auch als Sonnendeck. Der Preis dafür sind die Komplexität beim Einziehen des Kiels und der doppelten Antriebsstränge sowie eine Verdrängung von 17 bis 21 Tonnen, die das Boot fest in die Klasse der schweren Fahrtenyachten statt in die der leichten Regattayachten einordnet.
Vorteile
- Vollverschweißter Aluminiumrumpf mit 10/8/6-mm-Blech und Isolierung aus Kork plus Schaumstoff
- Der integrierte Kippkiel lässt sich auf 1 m einziehen, und die Doppelruder ermöglichen das Trockenfallen aufrecht
- Versiegelte Pilothouse mit 360-Grad-Wache und Steuerung von Motor/Autopilot im Innenraum
- Zwei 57 PS Yanmar für katamaranartige Manövrierbarkeit ohne Bugstrahlruder
Nachteile
- Zwei Antriebsstränge und ein kippbarer Kiel ohne Hydraulik erhöhen die Wartungsaufwand
- Keine Option auf Rollgroßsegel; das Standard-Rigg ist ein festes Aluminium-Doppelzwischensegler-Rigg
- Die Verdrängung von 17 bis 21 t schränkt die Beschleunigung bei leichtem Wind ein, obwohl die Schwestermodelle sehr agil sind
