Eine Fahrtenyacht mit eng beieinander liegenden doppelten Vorsegel-Rollanlagen, die ein Solent-Rigg zeigt.

Solent-Riggs und Slutter

Ein Solent-Rigg versucht, ein sehr spezifisches Problem beim Fahrtensegeln zu lösen: Wie hält man eine Leichtwind-Genua und eine Schlechtwetter-Fock gleichzeitig einsatzbereit, ohne dass sich jede Wende wie die Wende eines Kutters anfühlt?

Die übliche Antwort ist ein zweites Vorstag, das dicht hinter dem Hauptvorstag montiert wird, oft nahe dem Masttopp und knapp achterlich des Bugs. Die äußere Rollanlage trägt die größere Genua. Das innere Vorstag trägt eine Arbeitsfock oder ein flach geschnittenes Schlechtsegel für Starkwind. Im Gegensatz zu einem traditionellen Kutter wird das Solent-Rigg normalerweise so genutzt, dass immer nur ein Vorsegel zurzeit gefahren wird.

Was das Solent-Rigg auszeichnet

Beim Solent-Rigg geht es um schnelle Segelwechsel ohne Segelsäcke. Wenn der Wind zunimmt, kann die Crew die große Genua einrollen und die kleinere Fock ausrollen. Niemand muss ein schweres, nasses Segel nach vorn schleppen, es in ein Profil einfädeln oder einen Segelwechsel auf dem Vordeck durchführen, während der Bug in den Wellen stampft.

Da normalerweise nur ein Vorsegel Wind fängt, ist die Luftströmung sauberer als bei der Kombination aus zwei Vorsegeln bei einem Kutter. Das innere Vorstag ist zudem meist so hoch angeschlagen, dass es nicht die gleiche Unterstützung im mittleren Mastbereich erfordert wie manche Kutter-Stagsegel.

Für ein segelndes Paar ist das attraktiv. Das Boot verhält sich die meiste Zeit wie eine Slup, hat aber bereits ein besser geeignetes Starkwind-Vorsegel angeschlagen.

Der Kompromiss bei der Wende

Das Problem des Solent-Riggs ist die Geometrie. Wenn die beiden Vorstagen sehr dicht beieinander liegen, kann eine große äußere Genua nicht sauber durch die Lücke wenden. Das praktische Manöver sieht oft so aus: Genua einrollen, Wende fahren, dann auf dem neuen Bug wieder ausrollen.

Auf hoher See, wo Wenden selten sind, ist das machbar. In einem Fluss, einer Bucht, auf einer Regattabahn oder bei einer engen Ansteuerung, wo wiederholte Wenden normal sind, ist es jedoch lästig. Ein Solent-Rigg kann eine Fahrtenyacht sicherer und anpassungsfähiger machen, aber es macht nicht jeden Segeltag einfacher.

Solent vs. Kutter

FrageSolent-RiggKutter-Rigg
Vorsegel zusammen gefahren?Normalerweise neinOft ja
Wechsel bei StarkwindEines einrollen, das andere ausrollenÄußeres Segel verkleinern, Stagsegel nutzen
Wende mit dem großen VorsegelErfordert oft EinrollenKann durch eine breitere Lücke wenden, manchmal mühsam
Position des inneren VorstagsDicht am VorstagWeiter achtern
Beste EignungModerne Fahrtenyachten für kleine CrewsHochseeyachten, die für eine geteilte Segelfläche konstruiert sind

Warnhinweise zum Nachrüsten

Das Nachrüsten eines Solent-Stags ist nicht nur ein Projekt für Decksbeschläge. Die Lasten müssen irgendwo eingeleitet werden. Der Bugbeschlag, das Deck, das Schott, die Struktur des Vorstevens, die Mastbefestigung, die Schotführung und der Fallenaustritt müssen entsprechend ausgelegt sein.

Auch der Segelmacher spielt eine wichtige Rolle. Eine Starkwindfock, die sich schlecht trimmen oder unsauber einrollen lässt, löst das Problem nicht. Bei vielen Booten ist die klügste Variante nicht das größtmögliche innere Segel, sondern das Segel, das man schnell setzen, sauber trimmen und dem man vertrauen kann, wenn sich die Bedingungen verschlechtern.

Wann ein Solent-Rigg sinnvoll ist

Wählen Sie ein Solent-Rigg, wenn Ihr eigentliches Problem die Bandbreite der Vorsegel ist: Sie möchten ein Leichtwindsegel und ein Starkwindsegel auf einer Fahrtenyacht einsatzbereit haben, die oft einhand oder mit kleiner Crew gesegelt wird. Es ist besonders überzeugend für Blauwasser- und Küstenfahrten, bei denen selten gewendet werden muss.

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie in engen Gewässern segeln, Regatten um Tonnen fahren oder bereits eine einfache, nicht überlappende Fock haben, die den Großteil Ihres Windbereichs abdeckt. In diesem Fall bringt ein Solent-Rigg zwar zusätzliche Beschläge an Deck, bietet aber im Alltag zu wenig Mehrwert.

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