Design und Konstruktion
Die 295 ist mit einem tiefen Flossenkiel oder einem Bulbkiel über einem massiven GFK-Rumpf ausgestattet. Sie hat eine leichte Verdrängung von 6.834 Pfund und eine Breite von 9 Fuß 9 Zoll bei einer Wasserlinienlänge von 26 Fuß 7 Zoll. Ihr feiner Vorschiffseintritt, die U-förmigen Bugsektionen und die schmale Wasserlinienbreite ermöglichen ein weiches Aufkreuzen am Wind. Humphreys verlängerte das Kajütdach um ein bis zwei Zoll, was für eine Stehhöhe von 6 Fuß 1 Zoll im hinteren Bereich des Salons sorgt. Der Innenraum ist im Mahagoni-Stil gehalten. Obwohl er unter Deck weniger Raum bietet als viele Konkurrenzmodelle, kompensiert er dies durch Licht, Luftigkeit und eine insgesamt saubere Ausführung. Die Staukapazität ist aufgrund der flachen Bilge begrenzt, und unter jeder Salonkoje befindet sich ein 18-Gallonen-Wasserschlauch aus Edelstahl.
Rigg und Handhabung
Humphreys stattete sie mit einem hohen, gut zurückgepfeilten 7/8-Rigg aus. Die hochwertige Decksbeschlag von Lewmar und Spinlock umfasst blockierbare Fußblöcke für das Vorsegel und eine über die Plicht bedienbare Genuaschiene. Auf dem Wasser zeigte sie sich bemerkenswert frei von Stampfen und mit guter Kursstabilität. Tester schossen bei 6 Knoten wahrer Wind auf einem Halbwindkurs mit nur 12 Knoten Fahrt los, hielten bei 15 Knoten Wind knapp am Wind mit 5,5 Knoten Fahrt gut mit und fuhren bei 6,7 Knoten auf einen raumen Kurs durch. Das Wenden erfolgte querab von 60 bis 70 Grad. Selbst als der Wind auf 8 Knoten abfiel, segelte sie noch komfortabel mit 5 Knoten Fahrt raumschots weiter. (1)
Motorleistung und Segeleigenschaften unter Motor
Das Testboot war mit dem optionalen Yanmar 2GM ausgestattet, der über einen zweiflügeligen Festpropeller eine beeindruckende Geschwindigkeit von 7,4 Knoten bei 4.000 U/min und komfortable 6,6 Knoten bei 3.000 U/min erreichte. Das Boot sammelte volle Punkte bei der Manövrierfähigkeit unter Motor – erzielte jedoch etwas weniger Punkte bei der Schalldämmung. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 6,9 Knoten, die berechnete Höchstgeschwindigkeit unter Motor liegt bei etwa 5,6 Knoten; ihr D/L-Verhältnis von 180 ordnet sie zu den leichten Regattayachten ein.
Unterbringung
Unter Deck bietet die 295 vier bis sechs Kojen in einem Salon, der Volumen zugunsten von Verarbeitungsqualität und Helligkeit opfert. Die flache Bilge schränkt den Stauraum ein, aber die beiden 18-Gallonen-Tanks unter den Sofakojen sind eine praktische Lösung. Die Stehhöhe erreicht achtern 6 Fuß 1 Zoll, und die allgemeine Sauberkeit des Mahagoni-Innenausbaus hebt diesen ansonsten kompakten Entwurf auf ein höheres Niveau.
Bekannte Schwachstellen
Die Großschotführung fehlte an Leistung, die Curry-Klemmen waren unhandlich montiert, um sie von der Luvseite aus zu bedienen, und die Vorliek-Schienen waren für einen einfachen Trimm zu weit achtern positioniert. Die Staukapazität leidet unter der flachen Bilge, und die Schalldämmung des Motors wurde im Testbericht als mangelhaft eingestuft. (1)
Das Fazit
Die Elan 295 ist eine durchdacht ausgewogene kleine Regatta-/Fahrtenyacht: schnell, stabil und leicht zu segeln, mit einem eleganten Humphreys-Rumpf und einem hellen Innenraum, der weit über das überschaubare Volumen hinausragt. Die Schwächen im Deckssprung sind spürbar, aber behoben werden können, und die begrenzte Stauraumkapazität ist der Preis für ihre flache Bilge und den sportlichen Rumpf.
Vorteile
- Sehr guter Am-Wind-Kurs dank feiner Vorschiffseintrittsform und schmaler Wasserlinienbreite
- Auffällig wenig Stampfen mit guter Kursstabilität
- Starke Leichtwind- und Maschinenleistung für ein 30-Fuß-Boot
- Lichtes, luftiges Mahagoni-Innere mit praktischen Wassertanks unter den Kojen
Nachteile
- Schwache Großschotführung; unhandliche Positionierung von Traveller und Vorliek
- Eingeschränkte Stauraumkapazität aufgrund der flachen Bilge
- Weniger Raum unter Deck als bei vielen Konkurrenzmodellen
- Mäßige Schalldämmung des Motors







