Design und Konstruktion
Archambault baute die Sprint 95 überwiegend aus GFK, mit einem geneigten Vorsteven und einem offenen, negativen Spiegel, der auch drei Jahrzehnte später noch modern wirkt. Der Rumpf ist serienmäßig mit einem festen Flossenkiel ausgestattet, wobei ein optionaler Flachkiel für jene verfügbar ist, die den Zugang zu flachen Gewässern über die absolute Leistung am Wind stellen. Am Ruder ist ein intern montierter Spatenruderpinnenantrieb über eine Pinne zu steuern – eine Wahl, die das Cockpit überschaubar hält und das Rudergefühl direkt statt durch Kabel und eine Radsteuerung gefiltert bleibt. Der Bleiballast von 1.764 Pfund liegt bei einer Verdrängung von 4.950 Pfund, und die Breite von 9,58 Fuß verleiht dem Rumpf seine Standfestigkeit. (1)
Rigg und Handhabung
Die Sprint 95 ist als 7/8-Slup mit Aluminiumspieren getakelt und trägt ein Bermuda-Rigg mit einer Segelfläche von 570 Quadratfuß am Wind. Dieser Segelplan bei einer Wasserlinienlänge von 27,56 Fuß ergibt ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 31,4, was ausreicht, um das Boot auch bei leichtem Wind unterwegs zu halten, ohne dass eine Crew von Athleten erforderlich ist. Der Yanmar 1GM10 Diesel mit 10 PS ist speziell für Hafenmanöver und Anlandungen ausgelegt, nicht für Langstreckenfahrten. Mit nur 8 US-Gallonen Kraftstoff und 13 Gallonen Wasser ist die Konzeptvorstellung klar – segeln, nicht motoren. Ihre Rumpfgeschwindigkeit von 7,03 Knoten ist der theoretische Höchstwert, der durch diese Wasserlinie festgelegt wird, und die Pinnensteuerung des Spatenruders vermittelt dem Steuermann ein direktes Gefühl für Abdrift und Last, das bei einem Boot dieser Größe mit Radsteuerung oft verloren geht. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Sprint 95 zwei Kabinen und den bescheidenen, aber funktionalen Tankinhalt einer Regatta-/Fahrtenyacht: laut Angaben der französischen Werft 100 Liter Frischwasser bzw. 13 US-Gallonen im Referenzdatensatz. Die Breite von 9,58 Fuß verleiht dem Innenraum die nötige Breite, um nutzbar und nicht nur überlebbar zu sein, und der offene Heckspiegel macht das Bade-und-Dusche-Konzept praktisch auf eine Weise, wie es ein traditionelles Heck selten zulässt. Dies ist ein Boot für zwei Personen zum Fahrtensegeln auf kurzen Strecken und für vier Personen zum Regattasegeln – kein schwimmendes Apartment.
Das Fazit
Die Sprint 95 ist ein gelungenes Beispiel für den französischen Regatta-/Fahrtenyacht-Konstruktionsansatz der späten 1980er Jahre: eine mit Pinne gesteuerte, Spatenruder-Slup, die leicht auf den Beinen steht, ihre Rolle als Hilfsmotor ehrlich ausfüllt und in einer Stückzahl gebaut wurde, die sie individuell wirken lässt, ohne teuer zu sein. Mit 90 Booten werden Sie nicht an jedem Steg über sie stolpern, aber es gibt genug Exemplare, um ein gepflegtes Modell zu finden.
Vorteile
- Das 72 m² große Segelfeld des 7/8-Slup-Riggs am 31-Fuß-Rumpf sorgt für eine hervorragende Leistung am Wind.
- Das über die Pinne gesteuerte Spatenruder und das offene Heckspiegel-Backskrive sind sowohl für Regatten als auch für entspanntes Schwimmen geeignet.
- Der optionale Flachkiel erweitert die Reviergrenzen ohne ein zweites Boot.
Nachteile
- Die Tankkapazitäten von 8 Gallonen Kraftstoff und 13 Gallonen Wasser begrenzen den Einsatz auf reine Küstenfahrten und Segel-Fokus.
- Die Pinnensteuerung und die Kompromisse eines Regatta-/Fahrtenyachts passen nicht zu allen, die den Komfort einer reinen Fahrtenyacht suchen.






