Design und Konstruktion
Die Merlin-Linie wurde von 1984 bis 1992 gebaut, wobei insgesamt etwa 170 Rümpfe in den Versionen Merlin 28 und 29 fertiggestellt wurden; die 29 fügte lediglich eine kleine Verlängerung am Spiegel hinzu, und beide Modelle teilen sich das gleiche Innenraumvolumen mit nur geringfügigen Layout-Unterschieden. Wie jede Westerly dieser Ära wurden die Rümpfe nach Lloyd’s-Standards laminiert, und jeder verließ die Werft mit einem Lloyd’s-Rumpfzertifikat – ein wichtiger Ausgangspunkt für Käufer, die einen älteren GFK-Rumpf prüfen. Die 29 zeichnet sich insbesondere durch einen gerundeten Heckspiegel mit einem darunter positionierten, am Spiegel aufgehängten Ruder aus, ein Detail, das aus der Merlin 28 übernommen wurde und dieses Modell prägte. Unter der Wasserlinie bietet das Boot die Wahl zwischen einem eisernen Flossenkiel mit 5 Fuß 4 Zoll Tiefgang oder Zwillingskielen mit 3 Fuß 5 Zoll Tiefgang, wobei letztere die für Westerly-Kielboote bekannte Toleranz gegenüber Grundberührungen bieten. Die Verdrängung beträgt 7.694 lbs bei 2.987 lbs Ballast in der Flossenkiel-Version (3.328 lbs in der Kimmkiel-Konfiguration), und die Breite erreicht 9 Fuß 11 Zoll bei einer Wasserlinienlänge von 23 Fuß 7 Zoll. (1)
Rigg und Handhabung
Die Merlin 29 ist eine Slup mit 442 Quadratfuß Segelfläche für Großsegel und Genua. Das Konzept von Dubois zielt auf höhere Leistung und eine moderne Rumpfform im Vergleich zur Konsort ab – ein Ziel, das das Boot in der Praxis erreicht hat, da die Merlin allgemein als schneller als dieses frühere Entwurfsschiff gilt. Das am Spatenruder (Sugar Scoop) hängende Ruder verleiht dem Steuergefühl eine moderne Note. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Merlin 29 drei Kabinen und sechs Kojen, ohne für diese Länge eng zu wirken. Die Vorschiffskabine bietet V-Koje mit 72 Zoll Länge, die sich bei Bedarf durch ein Zusatzteil zu einer Doppelkoje umbauen lässt, während der Salon an Backbord über eine Sofakoje verfügt, die sich zu einer 74 mal 39 Zoll großen Doppelankerkoje umbauen lässt. An Steuerbord hat der Salon eine kurze Einzelkoje, deren achteres Ende gleichzeitig als Sitzplatz für einen nach achtern gerichteten Kartentisch dient, und dahinter befindet sich offener Stauraum für Öljacken sowie die Badezimmertür. Die Achterkabine selbst bietet eine Koje mit 74 Zoll Länge und 54 Zoll Breite im vorderen Bereich – eine wirklich gute Doppelkoje, die Yachtsnet als Verbesserung des Innenraums gegenüber früheren Westerly-Layouts hervorhebt. Die Stehhöhe im Salon beträgt flach 6 Fuß. Die Ausstattung variierte je nach Bauserie: Einige Rümpfe erhielten helles Eschenfurnier auf den Schotten, andere Vinyl-Himmel, und spätere Boote ersetzten manchmal das gepanellierte Schaumvinyl im Salon durch lackiertes Sperrholz. (1)
Motor und Systeme
Als Antrieb diente ein Diesel, entweder ein Bukh oder ein Volvo. Die meisten Merlins waren mit 20-PS-Bukh-Motoren ausgestattet, während einige der späteren Modelle mit 29 PS unter Volvos 18-PS-Dieseln ankerten. (1)
Das Fazit
Die Merlin 29 ist ein durchdachtes Dubois-Design, das die Merlin-Linie mit einem modernen Spiegel und einer wirklich nutzbaren Drei-Kabinen-Aufteilung abschloss. Sie besticht auf ihre eigene Art und Weise gegenüber den französischen Importbooten, denen sie gewachsen sein soll, und bietet eine Lloyd’s-zertifizierte Bauweise sowie einen schnelleren, moderneren Rumpf als der Konsort.
Vorteile
- Performance-Fahrtenyacht von Ed Dubois mit einer moderneren Rumpfform als die Konsort und im Allgemeinen schneller
- Lloyds-Standard-Rumpfkonstruktion mit individuellen Zertifikaten
- Drei Kabinen und sechs Kojen, einschließlich einer vollwertigen Doppelkoje achtern
- Wahl zwischen Flossen- oder Kimmkiel für Flexibilität beim Tiefgang
Nachteile
- Die Innenausbauqualität variierte zwischen den Rümpfen stark; eine sorgfältige Inspektion des Furniers und der Deckenverkleidung ist erforderlich
- Spätere Volvo-Dieselmodelle haben weniger PS (18 PS) als der standardmäßige 20-PS-Bukh





