Design und Konstruktion
Jack Laurent Giles zeichnete den Centaur mit einem klaren Blick auf amerikanische Boote jener Ära, und das Ergebnis brach nach den Maßstäben der späten 1960er Jahre in Europa neue Wege. Der Rumpf ist aus schwerem, geschnittenem Matratzenlaminat gebaut, und Boote dieser Periode werden oft als extrem widerstandsfähig und robust beschrieben, obwohl die Qualitätskontrolle nicht immer perfekt war. Giles hatte sich kürzlich an umfangreichen Wasserstofftank-Tests beteiligt, um die Konstruktion einer 50-Fuß-Yacht mit Zwillingskielen zu informieren – eine Arbeit, die direkt in die Anhangschaftsentwicklung des Centaur einfließte. Das Boot wurde nur mit Kimmkielen angeboten – flachen Kielflossen, die vertikal abgespreizt sind und 2° nach innen gerichtet sind, sodass der leeseitige Kiel bei Krängung aufrecht steht. Diese Geometrie macht das Trockenfallen auf Sandbänken bei Ebbe zur Routine und nicht zum Risiko. (1)
Rigg und Handhabung
Die Centaur ist eine Masttoppslup mit einer Länge über alles von 26 Fuß bei einer Wasserlinienlänge von 21 Fuß 4 Zoll und einer Breite von 8 Fuß 5 Zoll – ein Plus von 15 % gegenüber der Westerly 25, die sie ersetzte. Diese Breite, das höhere Freibord und die längere Wasserlinie sorgen für weitaus mehr Innenraumvolumen als beim Vorgängermodell. Unter Segeln ist sie keine leidenschaftliche Am-Wind-Seglerin, und Yachting Monthly weist darauf hin, dass sie nicht die am besten kursstabil segelnde Yacht ist. Sie entwickelt spürbare Luvgierigkeit, wenn sie bei viel Wind hart angeschlagen wird, es sei denn, man reift frühzeitig. Das effektive Aufkreuzen in der Welle erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Auf raumen Kursen kann sie schnell sein, aber die zusätzliche benetzte Fläche der Kimmkiele erhöht den Widerstand beim Segeln vor dem Wind bei leichtem Wind. Daher laufen die Motoren im Vergleich zu neueren Konstruktionen deutlich mehr, insbesondere auf Am-Wind- und raumen Kursen bei Flaute. Eine Ketsch-Rigg-Option mit Radsteuerung und einem kurzen Bugspriet erschien in der Broschüre von 1974, aber nur wenige Käufer akzeptierten die zusätzlichen Kosten und Komplexität, sodass solche Boote heute eher als Raritäten gelten. (1)
Unterbringung
Das große, kastenförmige Kajütdach trägt große Fenster, die den Innenraum mit natürlichem Licht fluten – eine für diese Epoche außergewöhnliche Ausstattung. Frühe Boote nutzten das A-Layout, ein 5–6-Koje-Plan mit zwei Achterkojen und einer Salondinette, die sich zu einer schmalen Doppelkoje umbauen ließ. Bis 1971 ersetzte das B-Layout eine L-förmige Sofakoje an Backbord, und Mitte der 1970er Jahre verlegte das C-Layout die Pantry achtern nahe dem Niedergang, wobei eine Achterkoje zugunsten eines großen Backskisten-Laufstalls geopfert wurde. Die Nasszelle erstreckt sich über die gesamte Breite zwischen Salon und Vorschiff, und das Boot verfügt über eine akzeptable Pantry und gut durchdachte Stauräume. Yachting Monthly weist überall mindestens 1,80 m Stehhöhe aus, eine vordere Doppelkoje mit V-förmiger Füllung, eine Achterkoje an Backbord sowie einen Salon mit zwei Sofakojen und einem Klapp-Tisch – die meisten Exemplare bieten bis zu fünf Erwachsenen angemessenen Schlafkomfort. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die damals begrenzten Möglichkeiten der Strömungsmechanik unterschätzten die Belastungen auf den weit gespreizten Kielen, insbesondere wenn das Wasser beim Aufwärtsfahren im Tidenbereich das Boot aus dem Wasser hebt. Die Kielwurzeln müssen daher von einem Gutachter sorgfältig inspiziert werden, obwohl die meisten Boote inzwischen in dieser Hinsicht verstärkt worden sein sollten. Frühe Centaurs besaßen ein eher einfaches Spatenruder mit weitaus weniger struktureller Festigkeit, als heute für ein ähnliches Anhängsel gefordert wird; spätere Boote erhielten ein solideres, Skeg-on-Rudder, das sich gut konstruiert zeigt. Bei Booten mit Spatenruder neigen sich die Schoten oft um die freiliegenden Enden der Cockpit-Jalousien zu verfangen. (1)
Refits und Eignerschaft
Sehr frühe Centaurs wurden mit einem 7 PS Volvo Penta MD1 oder einem 15 PS MD2 Diesel angeboten; ab 1971 empfahl die Werft den 25 PS MD2B als Alternative zum 10 PS MD1B. Seitdem wurden viele Boote erfolgreich mit einem neuen 14 PS Beta-Motor nachgerüstet. Für die Klasse existiert eine Eignervereinigung der Westerly Centaur. (1)
Das Fazit
Die Centaur ist eine echte Familien-Fahrtenyacht mit einem recht komfortablen Seeverhalten und einem leicht zu bedienenden Rigg. Sie ist ideal für Segler, die von Daysailern oder Jollen aufsteigen wollen, und für das Anschleichen in Küstennähe, um Schutz zu suchen. Sie ist im Kern ein Küsten-Daysailer und kein Boot für schweres Wetter, aber ihr leichter, flacher Rumpf und ihre Kimmkiele öffnen Reviere, die andere 26-Fuß-Boote nicht erreichen können. Die Angaben zur Verdrängung variieren in den Quellen zwischen 6.150 und 6.700 Pfund.
Vorteile
- Kimmkiele ermöglichen Trockenfallen und das Aufkreuzen im Flussdelta
- Außergewöhnliches natürliches Licht und Stehhöhe für ein 26-Fuß-Boot ihrer Ära
- Robuster Rumpf aus Knüppelmatratz-Strandbau mit einer großen, engagierten Eignergemeinschaft
Nachteile
- Die Leistung am Wind ist träge und bei Seegang fahrtenseglerabhängig
- Materialermüdung im Kielwurzelbereich durch unterschätzte Gezeitenkräfte erfordert einen Gutachter-Check
- Frühe Spatenruder und offene Cockpitschlitze sind veraltete Details








