Design und Konstruktion
Die Berwick ist die Entwicklung mit Zwillingskielen des Langkiel-Modells Longbow und eines von vier Westerly-Modellen – zusammen mit der Pentland, Renown und Konsort –, die dieselbe grundlegende Rumpfversion mit Zwillings-/Kimmkielen wie die Longbow teilen. Unter der Wasserlinie ist der Rumpf aus massivem GFK ohne Kern, während das Deck ebenfalls aus GFK besteht, aber an einigen Stellen einen Balsaholzkern für die Steifigkeit der Paneele aufweist, ergänzt durch angeformte rutschfeste Elemente für sicheren Halt an Deck. Die Zwillingskiele selbst sind aus Gusseisen mit Bleiballast im Inneren und mit Edelstahl-Befestigungsbolzen am Rumpf verschraubt. Ein Skeg-aufgehängtes Ruder aus schaumkernverstärktem GFK auf einer Edelstahl-Rudersäule schützt die Steuerung vor Grundberührung oder Bewuchs, wenn das Boot trockenfällt. Mit einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 45,3 % und 4.436 lb Ballast ist die Berwick ein bemerkenswert steifer Rumpf; ihr Verdrängungsverhältnis ordnet sie nach Länge-Breite- und Verdrängungslängen-Maßstäben zu den schweren Fahrtenyachten ein. Sie ist schlanker als 62 % vergleichbarer Entwürfe und weist bei der Bewegungsmäßigkeit im Vergleich zu 79 % dieser Modelle eine höhere Komfortbewertung auf. (1)
Rigg und Handhabung
Die Berwick ist eine Masttoppslup mit einem an Deck stehenden Mast und einer Pinne als Steuerung, die auf eine Verlängerung oder Autopilot umrüstbar ist. Die gemeldete Segelfläche beträgt 39,4 Quadratmeter – bescheiden im Verhältnis zur Verdrängung von 4.441 kg, was das Boot für sein Gewicht etwas untertakelt, aber leicht zu handhaben macht. Die Schotangaben aus den damaligen Daten listen überall einen Durchmesser von 12 mm auf, wobei die Genua- und Vorsegelschoten bei etwa 9,5 m und die Großschot bei fast 23,8 m liegen. Die Kimmkiele bieten gute Stabilität und ermöglichen es dem Boot, bei Flut oder auf flachen Revieren trockenzufallen. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt unter Segeln bei 7,5 Knoten und unter Motor bei etwa 6,5 Knoten. Ein Kenterungsverhältnis von 1,75 bedeutet, dass die Formel das Boot allein für Hochseeregatten zugelassen hätte, obwohl das Boot zunächst als Küstenkreuzer beschrieben wird, den einige Eigner auch auf Offshore-Törns gesetzt haben. (1)
Unterbringung
Das hohe Freibord und die große Breite von 2,9 m verleihen der Berwick ein markantes Aussehen und einen geräumigen Innenraum, der um ein erhöhtes Kajütdach mit großen Fenstern für Licht und Belüftung herum aufgebaut ist. Sie bietet Platz für sechs Personen in drei Kabinen: eine V-Koje im Vorschiff mit Füllmaterial und Schränken, ein Salon mit zwei Sofakojen, die durch Füllmaterial zu einer Doppelkoje umbaubar sind, und eine Achterkoje hinter dem Kartentisch. Der klappbare Tisch im Salon bietet Platz für sechs Personen. Die Pantry befindet sich am Fuß der Niedergangsluke an Backbord und verfügt über einen zweiflammigen Gasherd, Backofen, Grill, eine manuelle Spüle und eine große Kühlbox; die Navigationsecke gegenüber beherbergt einen großen Kartentisch, das Instrumentenpaneel und die Achterkoje. Die Nasszelle liegt vor dem Salon an Backbord und verfügt über eine manuelle Waschschüssel und einen Kleiderschrank. Ein großer achterer Cockpitbereich mit Pinne und reichlich Stauraum sowie breite Seitendecks runden den Plan ab. Der Motorraum ist geräumig und sowohl über die Cockpitschleuse als auch vom Salon aus zugänglich.
Ausrüstung und Decksausrüstung
Der originale Volvo MD2B mit 23 PS befindet sich in diesem zugänglichen Bereich, obwohl einige Eigner ihn durch neuere Motoren ersetzt haben. Der Kraftstofftank fasst 76 Liter und der Wassertank 114 Liter – eine begrenzte Kapazität für längere Törns. An Deck sind ein stabiler Bugkorb, eine Heckreling, Relingstützen und Seereling serienmäßig, ergänzt durch eine Bugrolle, einen Ankerkasten und eine manuelle Ankerwinde im Vorschiff.
Das Fazit
Die Berwick 31 ist eine zweckmäßige Fahrtenyacht für Küstenreviere, deren Kimmkiel-Konstruktion und geringer Tiefgang Gezeitenreviere und trockenfallende Häfen öffnen, die ihre Schwestermodelle mit Flossenkiel nicht nutzen können – ohne dabei auf die Steifigkeit und den Komfort eines schwer ballastierten Rumpfes zu verzichten. Die Aufteilung im Innenraum ist für 31 Fuß großzügig und der Motorzugang äußerst praktisch. Doch bescheidene Tankkapazitäten und Segelfläche eignen sich eher für geschützte Gewässer als für anspruchsvolle Blauwasserreisen.
Vorteile
- Die Kimmkiele ermöglichen aufrechtes Trockenfallen in Gezeitenrevieren
- Das hohe Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 45,3 % macht sie sehr stabil und steif
- Geräumiger, zugänglicher Motorraum von der Plicht und aus dem Salon aus
- Schlafplätze für sechs Personen in drei Kabinen mit Stehhöhe und gutem Licht
- Skeg-geschütztes Ruder, ideal für Grundberührungen und Schutz vor Bewuchs
Nachteile
- Segelfläche ist für die Verdrängung etwas unterdimensioniert
- Kraftstoffkapazität (76 l) und Wasserkapazität (114 l) sind für längere Törns begrenzt
- Besser als Küstenkreuzer denn als Hochseeboot geeignet









