Design und Konstruktion
Wauquiez baute die Centurion 40S im Resin-Infusionsverfahren, um eine gleichmäßige Sättigung des Gewebes und das richtige Verhältnis von Harz zu Glas für hohe Festigkeit bei geringem Gewicht zu gewährleisten. Das Deck hat einen Balsakern, und auch der Rumpf oberhalb der Wasserlinie ist mit einem Balsakern versehen, während der Kielballast aus Blei besteht. Die Belastungen des Riggs werden durch ein internes Boden- und Längsträger-Gitter aufgefangen, das von den Wanten über Druckstäbe im Salon weitergeleitet wird. Die Schotten sind rundherum laminiert und einlaminiert. Die Rumpf-Deck-Verbindung nutzt eine Polyurethan-Klebstoffe mit mechanischen Befestigungen, und der Ruderschaft ist aus Verbundwerkstoff gefertigt. Diese Details deuten auf eine Struktur hin, die für hohe Riggbelastungen ausgelegt ist und nicht für gelegentlichen Wochenendgebrauch konzipiert wurde. (1)
Rigg und Decks-Layout
An Deck ist die Plicht verjüngt, sodass das vordere Ende schmal genug ist, um sich abzustützen, wenn das Boot krängt, während das hintere Ende breit genug bleibt für die Arbeit der Crew während von Regatta-Manövern. Das Deck ist rein funktional gestaltet, mit langen Handläufen auf dem niedrigen Kajütaufbau, soliden Seereling-Ankerpunkten und teakholzbelegten Sitzen auf einem effektiven Gegenradbelag. Ein GFK-Panel bedeckt die nach achtern geführten Fallen und Reffleinen, die Großschot ist doppelend und das große Rad läuft in einer Rinne. Die Winschen sind so platziert, dass die Crew sie leicht erreichen kann, mit praktischen Leinenkasten im Bereich des Niedergangs. Das Standard-Rigg besteht aus Draht, obwohl als Regatta-Optionen auch ein Rod-Rigg und ein hydraulischer Achterstagspanner sowie ein tiefer Kiel angeboten wurden. Eine große Rollanlage am Bug und eine Ankerwinde im großen Backskist vervollständigen das Vordeck, und der Spiegel öffnet sich zu einer gut durchdachten Heckplattform mit Badeleiter.
Leistung unter Segeln und Motorkraft
Bei 8 bis 9 Knoten Wind beschleunigte das Boot leicht auf knapp über 6 Knoten und ließ sich sehr gut mit dem Anker im Rhythmus halten. Das Rudergefühl war ein Genuss – sofortige Reaktion auf Druck, aber ohne nervöses Verhalten oder unruhiges Laufen. Unter Motor läuft sie genauso gut wie unter Segeln; sie dreht einen Kreis von einer Länge sowohl an Backbord als auch an Steuerbord. Der langsam drehende Diesel läuft weich mit viel Drehmoment im Bereich von 1.600 bis 2.300 U/min, was eine Bootszeit von rund 7 Knoten ergibt, und der Salon bleibt dank eines gut schallisolierten Motorraums ruhig. Serienmäßig ist ein dreiflügeliger Gori-Faltpropeller installiert. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der Salon außergewöhnlich schön und über die gesamte Länge hinweg hoch offen mit viel Stehhöhe. Große Schränke säumen den Salon, und die L-förmige Pantry verfügt über einen von vorne zu öffnenden Kühlschrank und einen separaten Gefrierschrank, wobei beide einen Kielschrank als Wärmeaustauscher statt Luft oder Seewasser nutzen. Die Abdeckung des Herdes dient gleichzeitig als Servierplatte oder zusätzliche Arbeitsfläche, und eine tiefe Doppelspüle befindet sich nahe der Mittellinie; Ankerringe für ein Sicherheitsgurt-System am Herd sind serienmäßig vorhanden. Die Nasszelle an Backbord beherbergt einen feuchten Stauraum, und eine große, separate Duschkabine steht separat. Die Navigationsecke ist effizient gestaltet und bietet Platz für eine Kartenbuchse sowie einen Plotter oder Radarbildschirm. Die Vorschiff- und Achterkabine verfügen über Kleiderschränke und Schränke, wobei die Achterkabine eine gute Stehhöhe und Leselichter an der Doppelkoje aufweist. Alle Kojen sind mit Leeboards ausgestattet, um das sichere Schlafen unter Segeln zu gewährleisten.
Motor und Systeme
Der Zugang zum Motor ist von vorn hervorragend und durch die abnehmbaren Seitenteile ebenfalls gut möglich, wobei der Anker sauber und sicher installiert ist. Die Schalttafel ist nach europäischen Standards ordentlich verkabelt, die Standard-Batteriekapazität beträgt 240 Ah, und die sichtbaren Rohrleitungen sind akkurat verlegt und festgezogen. Die Propangasflasche befindet sich am hinteren Ende des Backbordsitzkastens, frei im Innenraum. (1)
Das Fazit
Die Centurion 40S ist eine durchdacht konstruierte Regatta-/Fahrtenyacht, die ein leistungsorientiertes Deck mit einem wahrhaft habitablen Innenraum auf einer strukturell extrem robusten, infundierten Rumpfstruktur verbindet. Sie belohnt Segler, die das regattagerechte Handling suchen, ohne den Komfort vor Anker zu opfern.
Vorteile
- Schneller Rumpf mit leichter Beschleunigung und gutmütigem Rudergefühl bei leichtem Wind
- Robuster Innengitterrahmen und einlaminierte Schotten nehmen die Lasten des Riggs auf
- Attraktiver, offener Salon mit praktischer Pantry und separater Dusche
- Hervorragender Motorzugang und leise, sichere Dieselinstallation
- Verjüngte Plicht und aufgeräumtes Decks-Layout, ideal für Einhand- oder Crewsegel
Nachteile
- Die Standard-Stahlverstrebung ist weniger regatta-tauglich als die Rod-Option
- Rumpf mit Balsakern oberhalb der Wasserlinie erfordert ein sorgfältiges Gutachten auf Feuchtigkeit
- Der Propangasbereich im Sitzkasten erfordert eine Überprüfung der Entlüftung





