Solaris 40 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Javier Soto Acebal·2021·Solaris Yachts
Ungefähre Zeichnung

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Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
40.55' · 12.36 m
Verdr.
21.716 lbs · 9.850 kg
Erstes Baujahr
2021

Die Solaris 40 ist eine 40 Fuß 6 Zoll lange PerformanceFahrtenyacht von Solaris Yachts, entworfen von Javier Soto Acebal und ab 2021 gebaut als Boot, das die neuesten Konstruktionsgedanken in seine etablierte Designsprache einbindet. Mit einer Verdrängung von 21.700 lb bei einer Breite von 13 Fuß 6 Zoll und einem Ballast von 6.725 lb liegt sie für ihre Länge im schweren Bereich der PerformanceCruiser. Dennoch verleihen ihr das SegelflächeVerdrängungsVerhältnis von 21,3 und eine Wasserlinie von 38 Fuß 5 Zoll die Werte eines Bootes, das zum Segeln gebaut wurde.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
40,55 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
38,39 ft
Breite
13,45 ft
Tiefgang
7,87 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
2× Spatenruder
Ballast
6.724 lbs (Blei/Eisen)
Verdrängung
21.716 lbs
Wasserkapazität
92 gal
Kraftstoffkapazität
53 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
53,81 ft
Unterliek Großsegel
18,86 ft
Vorsegeldreieck Höhe
55,12 ft
Vorsegeldreieck Basis
15,42 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
57,24 ft
Segelfläche
1.076,39 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
22,12
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
30,96
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
171,35
Komfort-Ratio
26,99
Kenterungsverhältnis
1,93
Rumpfgeschwindigkeit
8,3 kn

Design und Konstruktion

Acebals Rumpf orientiert sich an einem modernen Stil: maximale Breite wird weit nach achtern getragen, mit breiten vorderen Sektionen und fast über die gesamte Länge verlaufenden Knickspanten, wobei eine extrem auftriebsstarke Buglinie durch einen feinen Knick gekennzeichnet ist, der sich in der mittleren Rumpfform mit breiten achteren Sektionen fortsetzt. Dieser Auftrieb im Vorschiff wird durch die breiten Spiegelbereiche ausgeglichen, die es dem Boot ermöglichen, Doppelruder zu führen, was für eine hervorragende Kursstabilität sorgt. Der Ausbuchtung über der Wasserlinie, sowohl im Vorschiff als auch im Achterschiff, dient dazu, die benetzte Oberfläche zu optimieren, was ihr bei leichtem Wind hilft. Die Doppelruder opfern zwar unter extrem leichten Bedingungen eine geringfügige Geschwindigkeitsminderung, dafür sorgen sie jedoch für viel Grip. Das hohe Freibord ermöglicht ein flaches Kajütdach und reichlich flachen Platz an Deck, während es unter Deck so viel Volumen erzeugt, dass das Interieur größer ist, als es das schlanke Äußere vermuten lässt. Strukturell baut die Werft den Rumpf im Vinylester-Sandwichbauweise mit einem im Vakuum eingeklebten Schaumkern und dem restlichen Laminat, das von Hand aufgelegt wird. Die Vor- und Achterwände sind vollständig einlaminiert, und die Struktur zeigte keinerlei unangenehme Geräusche oder Knarzgeräusche beim Segeln am Wind in einer unruhigen See. (1)

Rigg und Handhabung

Die Plicht ist das Herzstück des Steuererlebnisses. Acebal verzichtete auf die Seitendecks im hinteren Bereich der Plicht, sodass die Steuerstände weit außen und achtern positioniert sind, was die Sicht auf den Vorliek des Vorsegels und herannahende Wellen maximiert. Zwei über die gesamte Breite reichende Steuersäulen bieten eine freie Sicht nach vorn, selbst wenn die Sprayhood hochgeklappt ist. In die kippelbaren Säulen integrierte schlanke Podeste beherbergen Kompass, Motorsteuerungen und ein kleines Instrumentendisplay. Alle Segelkontrollen, einschließlich der deutschen Großschot, führen zu zwei Paar Winschen vor dem Steuerstand; der optionale Traveller ist in die Plichtsohle direkt achterlich dieser Winschen eingelassen. Der Mast steht relativ weit vorn, wodurch sich die Selbstwendefock als hohes Segel mit wenig Feinregulierung der Schotführung außerhalb der Klau-Schlaufen präsentiert. Probefahrer berichteten, dass das Boot bei 10 Knoten wahrem Wind am Wind 6,5 Knoten erreichte, 90° drehte und unter Gennaker mühelos 7–8 Knoten lief. Am Wind bei 12–14 Knoten gegen eine kurze, unruhige See von vorn lief sie immer noch 6,5–7,5 Knoten, beschleunigte dann jedoch auf raumen Kursen mit dem Rollgennaker auf 10 Knoten oder mehr. (2)

Unterbringung

Im Innenraum wurde das konventionelle Zwei- oder Drei-Kabinen-Layout von dem Architekten Roseo geprägt und wirkt extrem klassisch mit viel Holzfurnier, das dank schmaler Kajütaufbaufenster und sechs Rumpffenstern hell bleibt. Die vordere Eignerkabine ist nach den Maßstäben der meisten 40-Fuß-Performance-Cruiser riesig; ihr Doppelbett als Halbinsel und der Bodenraum profitieren vom zusätzlichen vorderen Querschnitt, und ihre Nasszelle verfügt über eine separate Dusche. Die Achterkabinen sind kleiner, aber breit, mit eingeschränktem Licht und Luftzugang; bei Booten mit drei Kabinen fehlt es in der achteren Nasszelle an einer separaten Duschkabine. Die L-förmige Pantry an Backbord bietet viel Arbeitsfläche, tiefe Schubladen, eine Barriere quer über den Herd, eine Spüle mit 1,5 Becken und Kühlschränke mit oben und vorne zu öffnenden Türen. Ein ordentlicher, nach vorn gerichteter Kartentisch an Steuerbord bildet den Mittelpunkt des Navigationsecks, obwohl die Sitzecke davor knapp an einer nutzbaren Seekoje vorbeigeht.

Bekannte Schwachstellen

Das Testboot zeigte einige praktische Mängel auf. Die Außenpositionierung der Radsteuerung lässt eine große Lücke zwischen den beiden Steuerständen, was das Wechseln der Seite bei viel Krängung erschwert. Zudem sind die Winschen vom Steuerrad aus nicht erreichbar, um während des Steuerns die Leinen zu trimmen. Der tiefe Traveller sorgt dafür, dass die Großschot einen Teil der Plicht kreuzt, wo sich die Crew beim Manövrieren gerne versammelt – auf dem Testboot wurde dies durch einen tiefen Baum verstärkt, der unter 1,80 m verläuft – obwohl Eigner ein Großsegel mit höherem Achterliek wählen konnten, um dies zu vermeiden. Die Plicht fühlt sich nach Fahrtenstandards für kühlere Gewässer nur unzureichend geschützt an, was lediglich durch das optionale Sprayhood ausgeglichen wird. Kurze Vorschubbänke begrenzen die Sitzplätze im Bereich des optionalen Tisches. Kleinere Griffleisten nahe dem Niedergang wären hilfreich, und der klappbare Steuersitz fehlte an Fußstützen, an denen man sich abstützen kann. An Deck muss für jeden geöffneten Backskiste ein Eck der Taurollenbeutel gelöst werden. Die Tankkapazitäten – 165 Liter Kraftstoff, 290 Liter Wasser – sind für längere Autarkie-Reviere eher knapp bemessen.

Refits und Eignerschaft

Solaris hat das fehlende Steuersitz mit einem praktischen, nach außen gerichteten Klappstuhl gelöst, und der optionale Sprayhood verbessert den Schutz der Plicht. Die große Backskiste im Heck, die über eine Luke im Cockpitboden zugänglich ist, bietet Platz für die Steuerquadranten und die Achterstag-Bar sowie zur Aufbewahrung des optionalen, klappbaren Gepäckträgers aus Carbon; die klappbare Badeplattform verdeckt den Gascontainer und die Staufächer für die Badeleiter. Boote mit drei Kabinen erhalten einen extra großen Kettenkasten für alle Fender, während Versionen mit zwei Kabinen über einen tiefen Backskisten-Locker an Steuerbord verfügen. Das Boot ist auf das Segeln im Mittelmeer ausgelegt, fühlt sich jedoch auch weiter entfernt zu Hause.

Das Fazit

Die Solaris 40 bietet eine attraktive Mischung aus Stil, Leistung und geräumigem Wohnraum, gepaart mit einer steifen, leisen Struktur und einem Ruder, das für den Spaß beim Segeln gebaut ist. Sie ist eine relativ schwere Performance-Fahrtenyacht mit echtem Vortrieb und einem hellen, voluminösen Innenraum. Die Ergonomie der Plicht und die kleinen Tankkapazitäten erfordern jedoch Kompromisse im Vergleich zu einer Langstrecken-Fahrtenyacht.

Vorteile

  • Doppelruder und breite Achtersektionen sorgen für hervorragende Kursstabilität
  • Außenliegende und achtern positionierte Steuerstände bieten maximale Sicht auf Segel und See
  • Die vordere Eignerkabine ist riesig für eine 40-Fuß-Performance-Fahrtenyacht mit separater Dusche
  • Die steife, laminierte Struktur zeigte bei widriger See am Wind keine Knarzgeräusche
  • Sechs Rumpfscheiben und ein schlanker Kajütaufbau halten den klassischen Innenraum hell

Nachteile

  • Winschen sind vom Steuerstand aus nicht erreichbar; die Travellerschot kreuzt den belegten Platz in der Plicht
  • Die Plicht ist im Vergleich zu Fahrtenbooten nur schwach geschützt; bei dem Testboot niedriger Baum
  • Tankkapazitäten sind für längere Autarkie gering bemessen
  • Großer Abstand zwischen den außenliegenden Steuerrädern erschwert Kurswechsel bei Krängung
  • Die drei achteren Nasszellen verfügen über keine separaten Duschkabinen

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