Design und Konstruktion
Die Konstruktion des Bootes spiegelt eine „unverwüstliche“ Philosophie aus den späten 1970er Jahren wider. Der Rumpf ist ein massives GFK-Laminat, das im Bereich des Kiels oft eine Dicke von über einem Zoll erreicht, und auch das Deck besteht aus massivem Glasfasergewebe statt eines Sandwichdecks mit Kern, wodurch die typischen Probleme von verrottenden Balsa- oder Sperrholzkernen bei soliden GFK-Decks vermieden werden. Ein unverwüstlicher Schottkranschutz und eine Kiel-und-Ballast-Konstruktion, die auf Grundberührungen ausgelegt ist, gaben den ersten Fahrtenseglern großes Vertrauen in die Robustheit des Bootes. Die Unterwassergeometrie kombiniert einen abgeschnittenen Vorfuß, einen relativ langen Kiel und ein geschütztes, Skeg-aufgehängtes Ruder für die nötige Kursstabilität. Es wurden zwei Tiefgangsvarianten gebaut: eine Version mit tiefem Kiel und 6'6" Tiefgang bei 12.000 Pfund Ballast bei einer Verdrängung von 33.000 Pfund, sowie eine häufigere Version mit geringem Tiefgang von 4'11" bei 2.000 Pfund weniger Ballast und einer Verdrängung von 31.000 Pfund. Die Flachkiel-Version opfert etwas Leistung am Wind für eine für die Bahamas ideal geeignete Tiefe. (1)
Auffällig ist sie optisch keineswegs als anonyme weiße Keilform zu beschreiben. Ein Klipperbug mit integrierten Trailboards, ein erhöhtes Achterdeck und ein relativ hohes Freibord verleihen ihr einen markanten Look, der manche in die Irre führte und sie eine veraltete Langkiel-Optik erwartet ließ. Hohe Kajütaufbauten und ein sicheres Mittelcockpit sorgen dafür, dass sich die Crew „in“ dem Boot befindet, anstatt nur „auf“ ihm zu sitzen. (2)
Rigg und Handhabung
Das pragmatische Kutterrigg mit einer einzigen Saling wird von einem 1×19-Gestänge an den robusten Püttingen getragen, die aus schweren Edelstahlstäben bestehen und durch den Rumpf gebolzt sind. Das Großsegel hat eine Fläche von unter 400 Quadratfuß mit einem langen Unterliek, das sowohl auf raumen als auch auf leichten Kursen gut läuft und sich leicht reffen lässt. Vor dem Großsegel füllt eine Rollfock mit Überlappung im Toppsegelbereich knapp unter 500 Quadratfuß auf, während ein 200 Quadratfuß großes inneres Vorstagsegel an einem selbstwendenden Baum der ungeschlagene Arbeitstier des Segelplans ist. Auch ein Ketsch-Rigg war erhältlich.
Unter Segeln zeigen die Zahlen das wahre Gesicht für das Leben an Bord. Das SA-Verhältnis liegt bei fast 14, und es braucht schon eine ganze Menge Wind – meist 12 Knoten oder mehr –, um den Rumpf zu wecken und in Fahrt zu bringen. Am Wind läuft sie keine Spitzenzeiten, wendet oft über 100 Grad oder mehr, besonders im Flachwasser-Unterwasserschiff. Aufgrund der großen benetzten Fläche und des erheblichen Windwiderstands ist sie bei leichtem Wind träge und wird beim Anlegen gegen Wind zur temperamentvollen Herausforderung; zudem erfordert das Motoren gegen anstehende See einen leistungsstarken Motor.
Unterbringung
Der Name „Walk-Through“ beschreibt den Star des Bootes: Beim Betreten über das Mittelcockpit gelangt man in einen geräumigen Salon mit einer großen Pantry an Steuerbord, die ursprünglich für den Charterbetrieb mit tiefen Spülbecken und riesigen Kühlschränken ausgestattet war. Der Niedergang an Steuerbord führt nach achtern vorbei an einer eigenen Navigationsecke in einen Maschinenraum mit beeindruckendem Rundumservice für Wartungsarbeiten, dann in eine separate Eignerkabine mit einer großen Doppelkoje sowie eigener Nasszelle und separater Dusche. Vor dem Salon befinden sich eine zweite Nasszelle und eine V-Koje für Gäste. Der Innenausbau besteht typischerweise aus schwerem Teakholz, die Stehhöhe im Salon beträgt 6'7" (ca. 2,00 m) und das riesige Achterdeck dient als Lounge oder zur Lagerung des Beiboots. Mit 400 Gallonen Wasser und 100 Gallonen Kraftstoff, die tief getragen werden, bietet das Boot eine optimale Balance zwischen Kapazität für tropische Passatwind-Törns und Stabilität.
Bekannte Schwachstellen
Jahrzehnte im Dienst haben einige typische Schwachstellen aufgezeigt. Die großen Fenster des Kajütaufbaus sorgen für hervorragendes Licht, sind aber ein bekannter Schwachpunkt bei Undichtigkeiten, sobald die originalen Dichtungen versagen; viele Rümpfe benötigen eine professionelle Sanierung der Fugen. Die originalen Aluminium-Kraftstofftanks können unter Korrosion am Boden leiden, und die überdimensionierten Püttinge sind trotz ihrer Größe nicht immun gegen Spaltkorrosion auf Decksebene. Viele CSY-Boote aus dieser Ära neigten zu Osmoseblasenbildung, selbst bei dicken Rümpfen, und viele der originalen Perkins-Motoren mit den Typen 4-154 oder 4-236 erreichen das Ende ihrer Lebensdauer, was einen kostspieligen Motortausch erforderlich macht.
Das Fazit
Die CSY 44 Walk-Through ist ein ernstzunehmendes Zuhause auf See für das dauerhafte Leben an Bord und Blauwassersegler, eher als Regattaboot für das Wochenende. Ihr schwerer Verdrängerrumpf, die solide GFK-Bauweise und das durchdachte Mittelcockpit-Layout sorgen für ein seegütiges Verhalten und eine Stauraumkapazität, die nur wenige 44-Fuß-Boote erreichen. Die Kompromisse – Trägheit bei leichtem Wind, hohe Windangriffsfläche und ein alterndes technisches Inventar – sind der Preis für diese Sicherheit.
Vorteile
- Robuster GFK-Rumpf und -Deck mit dickem Laminat und kielverwindungsstarkem Kiel
- Geräumiges Walk-Through-Layout mit separater Achterkabine, zwei Nasszellen und 360-Grad-Motorzugang
- Stabile Hochsee-Werte: B/D nahe 36 %, Kenterungsverhältnis unter 2,0, Komfort-Ratio 43,5
- Vielseitiges Kutterrigg mit selbstwendendem inneren Vorstagsegel und großen, tief getragenen Tanks
Nachteile
- Träges Verhalten bei leichtem Wind aufgrund der großen benetzten Fläche und spürbarer Abdrift am Wind bei geringem Tiefgang
- Die originalen Fenster, Aluminium-Kraftstofftanks, Püttinge und Perkins-Motoren erfordern vor dem Kauf ein genaues Gutachten
- Erhebliche Windangriffsfläche erschwert das Anlegen bei Seitenwind
- Epoche-typisches Risiko von Osmoseblasen an den Rümpfen











