Design und Konstruktion
Die Rumpfform von Bennett ist zweckmäßig und nicht dekorativ. Das Überwasserschiff weitet sich stark nach achtern, der Bug ist sehr fein und das Unterwasserschiff verläuft mit flachen Querschnitten (Flatfish-Sectionen) über die gesamte Länge mit etwa acht Grad Steigung zum Kiel (Deadrise). Der Rumpfaustritt (Rocker) ist im Vorschiff und Achterschiff flach und verläuft eng um den Kiel herum. Diese Form, kombiniert mit einem Hubkiel und einer Bleibombe, sorgt für ein Boot, das trotz geringem Gewicht in fast allen Wetterbedingungen stabil ist. Das Ruder und das Steckschwert sind aus Kohlefaser gefertigt, und der Rumpf selbst ist eine solide GFK-Bauweise mit breiten Decks, die sowohl die Bewegung der Crew als auch das aufrichtende Moment unterstützen. Die Angaben zur Ballastmenge der Bleibombe variieren; einige Zeichnungen zeigen 185 Pfund, während die Klassenvorschriften 220 Pfund angeben. Ein Käufer sollte daher prüfen, welchen Wert ein bestimmter Rumpf aufweist. (2)
Rigg und Handhabung
Das Rigg der Viper ist ein 7/8-Slup mit einem zweiteiligen Carbonmast, der entweder direkt durch Aufholen oder durch Kippen des Mastes nahe dem Fundament und anschließendes Setzen über die Spinnakerfall aufgetakelt werden kann, woraufhin Wanten und Vorstag schnell verbunden sind. Ein Mastdämpfer kontrolliert die Biegung, und der ausziehbare Masttopp ist aus Kohlefaser gefertigt, um den asymmetrischen Spinnaker mit 380 Quadratfuß Fläche zu tragen. Mit einer kombinierten Segelfläche von Großsegel und Fock von 252 Quadratfuß und einer Crew von zwei, drei oder vier Personen richtet sich das Boot an drei- bis vierköpfige Segler und wird vom Hersteller als ultimativer taktischer Einheitsklasser beworben. Der tiefe Kiel – 4 Fuß 6 Zoll bei abgesenktem Kiel und vollständig für das Segeln gebolzt – und der im Stil eines 5-0-5 gestaltete, gerollte Decksaufbau ermöglichen es der Crew, bequem auszuhängen und das Boot hart durch Kabbelwasser zu steuern. (1)
Unterbringung und Decks-Layout
Unter Deck gibt es keine Kojen: Die Viper 640 ist eine große, offene Jolle, und ihre Plicht ist für sportliche Crewarbeit gebaut, nicht für Komfort beim Fahrtensegeln. Die breiten Decks und der geschwungene Heckspiegel dienen dazu, das Ausreiten zu unterstützen und schnelle Bewegungen im Schiff vermittels des Vor- und Zurückpendeln zu ermöglichen, nicht zum Entspannen. Was das Boot stattdessen bietet, ist Transportierbarkeit – sie kann von jedem mittelgroßen Auto gezogen werden, wiegt mit der Steuerrad-Besatzung insgesamt nur 749 Pfund und schwimmt auf ihrem verzinkten Straßentrailer bereits bei etwa zwei Fuß Wassertiefe; das Zuwasserlassen und Ablegen ist höchstens eine Arbeit für zwei Personen. (2)
Trailerbarkeit und Eignerschaft
Das Aufriggen und Slippen kann problemlos von zwei Personen durchgeführt werden. Das Boot lässt sich leicht auf den Trailer laden und wieder vom Trailer oder über die integrierten Hebeösen und eine Brücke aufwassern. Jeder Viper ist serienmäßig mit einer Halterung für einen Außenbordmotor ausgestattet. Der Kiel wird mit einem mitgelieferten Blöcken-und-Picken-System abgesenkt und vor dem Segeln mit zwei Bolzen gesichert. Da es sich um eine strenge Einheitsklasse handelt, ist alles Notwendige für Regatten bereits bei einem neuen Boot enthalten. Die Klasse verfügt über Flotten in Nordamerika, Australien, Europa und Südafrika, die von World Sailing international anerkannt sind. (1)
Das Fazit
Die Viper 640 ist als leichtes, unglaublich robustes Einheitsklassenboot erfolgreich, das das Gefühl einer Jolle mit der Sicherheit eines Kielboots verbindet. Ihr zweiteiliger Carbonmast, das trailerbare Gewicht und das schnelle Aufriggen machen sie zu einem praktischen Regattaboot, während die strengen Klassenvorschriften den Wiederverkauf und die Integrität des Regattasports schützen.
Vorteile
- Strikte Einheitsklasse mit World Sailing-Anerkennung und internationalen Flotten
- Äußerst robuster Rumpf aus massivem GFK mit Carbon-Ruder und Steckschwert
- Mit 749 lb Gesamtgewicht trailerbar; kann von zwei Personen zu Wasser gelassen oder mit einer Trageleine transportiert werden
- Zweiteiliger Carbonmast erleichtert den Transport und die Trailerung
Nachteile
- Offene Jolle ohne Unterdecksschlafplätze
- Der Ballast des Kielschweins variiert je nach Zeichnung zwischen 185 und 220 Pfund









