Design und Konstruktion
Der formverleimte Rumpf der Open 5.70 besteht aus einem Schaumkern im Innern von glasfaserverstärktem Polyester, und das Deck ist ein 15-mm-PVC-Schaumkern-Sandwich. Eine große feste Längsträgerkonstruktion verbindet Deck und Rumpf und verleiht dem 450 kg schweren Rumpf seine Steifigkeit. Der Ballast beträgt insgesamt 180 kg und ist aufgeteilt auf einen 30 kg schweren, einlaminierten Flossenkiel und einen 150 kg schweren Bleibulbkiel. Der T-Kiel selbst lässt sich hydraulisch anheben: Im vollständig abgesenkten Zustand hat er einen Tiefgang von 1,75 m (5 Fuß 9 Zoll), kann aber für flachere Gewässer auf 1,40 m blockiert werden, was einen Flachwasser-Tiefgang von 1,37 m (4 Fuß 6 Zoll) ermöglicht. Das Rudersystem wird durch zwei klappbare Ruderblätter ergänzt. Die Wasserlinie bleibt schmal, um die benetzte Fläche zu minimieren, obwohl der Rumpf die längstmögliche Wasserlinie von 5,70 Metern aufweist – ein bewusster Kompromiss zugunsten der Geschwindigkeit auf Kosten des Innenraumvolumens. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist mit einem 7/8-Slup-Rigg ausgestattet, bei dem ein klappbarer Flügelmast durch ein Vorstag und zwei Achterliekstagen gehalten wird. Es nutzt denselben drehbaren Mast und Baum wie der Hobie Tiger Katamaran. Die Riggspannung wird über eine Bolzenhydraulik unter dem Mast eingestellt, und die Maststabilität wird durch eine Diamant-Anordnung unterstützt, die auf zwei kleinen Salingen drückt, die sich mit dem Mast drehen. Die Segelfläche beträgt 18 Quadratmeter Großsegel und 8 Quadratmeter Genua, ergänzt durch einen asymmetrischen Spinnaker von 32 Quadratmetern, der an einem teleskopischen Baumspriet gefahren wird; das Kite wird durch den Spalt zwischen Want und Mast hochgezogen, sodass eine Person sowohl das Setzen als auch das Bergen alleine bewältigen kann. Eine am Heck montierte Großschot und ein Traveller, typisch für moderne Katamarane, nutzen die extreme Breite optimal aus, um eine lange Travellerschiene zu ermöglichen. Probefahrer stellten fest, dass die Kombination aus Achterliekspannung und Travellerstellung der Schlüssel ist, um den 5.70 am Wind zu laufen zu lassen. Mit zwei Personen an Bord erreichen sie bei einer Brise von 12 bis 14 Knoten problemlos Bootsgeschwindigkeiten im mittleren Teenagerbereich. Der Aufbau dauert etwa 30 Minuten für Rigg, Spannen und Zuwasserlassen, und das Boot kann entweder über eine Rampe oder per Hubschrauber (Haul) zu Wasser gelassen werden. (2)
Unterbringung und Cockpit
Es gibt keine geschlossene Kabine; die Open 5.70 ist ein großes, offenes Cockpit, das reichlich Platz für das Handling bietet und es der Crew ermöglicht, das Gewicht optimal zu verteilen. Tester beschreiben das Cockpit als extrem offen. Das breite Layout unterstützt ein Klassenmaximalgewicht der Crew von 573 Pfund (ca. 260 kg). Europäische Flotten segeln meist mit drei Personen, während US-Tester meist zu zweit an den Start gehen. Die Offenheit des Cockpits und der Hubkiel machen das Boot ebenso sehr zu einem Trainingsboot für Schulen und Clubs wie zu einer Regattawaffe.
Bekannte Schwachstellen
Laut dem US-Importeur Jerome Sammarcelli versprach die Werft aufgrund der Schaumkern-Konstruktion und der versiegelten Räume die Unsinkbarkeit, und der Hersteller beschreibt das Design als unsinkbar und kaum kenterbar. (2)
Refits und Eignerschaft
Der Fokus beim Kauf liegt auf Transportfähigkeit und Einfachheit: Die Breite von 2,55 Metern liegt an der maximalen Straßengrenze, sodass das Boot leicht zu trailern ist. Das 30-minütige Aufriggen sorgt sowohl für Vereine als auch für Privatsegler für einen reibungslosen Ablauf. Der drehbare Flügelmast und der Traveller im Katamaran-Stil sind bewährte Komponenten aus dem Hobie Tiger, was die Ersatzteilversorgung vereinfacht.
Das Fazit
Die Open 5.70 ist ein reinrassiges Sportboot, das Komfort zugunsten von pures Spaß und einfacher Handhabung opfert. Sie belohnt Segler, die Katamaran-Geschwindigkeit auf einem Einrumpfboot suchen, das sie problemlos trailern, über eine Rampe zu Wasser lassen und ohne Bedenken an Nachwuchsprogramme weitergeben können. Der Hubkiel und die Doppelruder erweitern ihr Revier von flachen Flussmündungen bis hin zu offenen Regatten, und der unsinkbare Rumpf mit Schaumkern unterstreicht ihre Konzeption für Schulschiffe und Vereine.
Vorteile
- Hubbarer T-Kiel mit Flachwassermodus für Sliprampen und Hubschrauberstarts
- Unsinkbarer Rumpf mit Schaumkern und fester Längsstruktur
- Aus dem Katamaran abgeleiteter rotierender Flügelmast und Traveller für Geschwindigkeiten im mittleren Teenagerbereich
- Straßenzulässige Breite und 30-minütiges Aufbauen eignen sich ideal für Vereine und Trailersegler
Nachteile
- Nur offene Plicht; keine Kabinenaufteilung
- Die schmale Wasserlinie begrenzt Innenraum und Zuladung im Vergleich zur Breite





