Design und Konstruktion
Die prägende strukturelle Idee ist das Schwertkonzept: ein galvanisiertes Stahl-Schwert in Keilform, das für einen Tiefgang von 1,1 Metern abgesenkt und auf 0,5 Meter hochgezogen werden kann. Dadurch kann das Boot in flachen Gewässern segeln oder hinter einem großen Familienauto oder einem 4x4-Anker getrailert werden. Dieser Schwertkasten ordnet den gesamten Innenraum und sorgt durch das Blei in den Bilgen für eine beruhigend hohe Steifigkeit für ein Boot dieser Größe. Über der Wasserlinie entsteht das edle Gefühl durch die Teakdecks und lackierten Mahagoni-Aczentleisten – letztere sind bei einem acht Jahre alten Exemplar so gut verarbeitet, dass der Eigner berichtete, sie seien seit dem Bau des Bootes unberührt geblieben. Der Rumpf selbst ist aus massivem GFK gefertigt, einer einfachen Interpretation des hölzernen Vorfahren von 1929 und nicht als modernes Sandwich-Rumpfkonstrukt. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist einhand leicht zu segeln – was eher Teil der Konstruktionsphilosophie als ein glücklicher Zufall ist. Ein 2:1-Großschot sorgt dafür, dass das Großsegel einfach gehisst werden kann, während die Fock über 2:1-Schoten gefahren wird, die eine Winsch überflüssig machen. Die Fock selbst rollt auf einer Bartels-Rollanlage ein. Am Mastfuß befindet sich neben einer Edelstahl-Andersen-Winsch für leichte Trimmarbeiten eine Gruppe von Bergeschlaufen. Bei Tofinous regattiert man normalerweise zu viert, weshalb die Plicht und das Deck für eine kleine Crew ausgelegt sind, die harmonisch zusammenarbeitet, und nicht nur für den reinen Minimalismus des Einhandsegelns. Die Segelfläche von 24,4 Quadratmetern auf einem 7-Meter-Rumpf bietet eine lebendige, aber gut kontrollierbare Plattform. Der einbaubare Yanmar-Einzylinder-Diesel mit 9 PS und zweiflügeligem Festpropeller sorgt im Hafen für leisen Vortrieb. (1)
Unterbringung
In einem Artikel für Practical Boat Owner befand der Rezensent die Plicht als großzügig. Tatsächlich ist das offene Layout der Lebensraum des Bootes: Es gibt reichlich Platz zum Schlafen auf den Bodenbrettern an beiden Seiten des Schwertkastens, was aus einem Daysailer einen kompakten Wochenend-Anker macht. Trockenes Zubehör findet im Fach unter dem Vordeck Platz, während der Stauraum unter dem Achterdeck den Kraftstofftank, die Batterie und weiteren Stauraum enthält. Der verzierte, mit Teakholz überzogene Motorhaubendach dient gleichzeitig als praktischer Tisch oder als Fußstütze für den Steuermann – ein kleiner Detail, das zeigt, wie jeder Kubikzentimeter genutzt wird. Dies ist ein Daysailer mit Wochenendfunktion, kein Fahrtenboot mit Stehhöhe, und die Eleganz liegt in der Zurückhaltung. (1)
Ausrüstung und Decksbeschlag
Auf dem Vordeck trägt ein robuster Samson-Pfahl eine Bugrolle und ein paar Leinenlegeblöcke, was das Handling des Ankergeschirrs sicher und unkompliziert macht. Der Innenborder ist ein Yanmar-Diesel mit 9 PS, und der zweiflügelige Festpropeller lässt sich beim Segeln am besten hinter dem Totschlag ausrichten, um den Widerstand zu verringern. Die RCD-Kategorie C richtet sie für geschützte bis küstennahe Gewässer ein, was zu einem Boot dieser Länge und dieses Rigs passt.
Das Fazit
Die Tofinou 7 ist ein stilvoller, praktischer, gut gebauter und bewährter Daysailer mit Wochenendpotential, der seine 1929er Abstammung kaum zeigt, während er moderne Trailability und ein einhandfreundliches Rigg bietet. Die Kombination aus Schwert und Bleiballast macht sie steif und für flache Gewässer geeignet, und die feinen Ausarbeitungen belohnen Eigner, die Tradition schätzen, ohne den Pflegeaufwand eines Holzbootes auf sich nehmen zu wollen.
Vorteile
- Das Schwert lässt den Tiefgang von 1,1 m auf 0,5 m für den Trailertransport und flache Gewässer ansteigen
- Der 380 kg schwere Bleiballast in den Bilgen sorgt für eine beruhigende Steifigkeit
- Winselose Genuaschotführung und das 2:1 Großsegel-Rollsystem eignen sich hervorragend für Einhandsegler
- Teakdecks und Mahagoni-Akzente verleihen ein klassisches Gefühl bei geringem Pflegeaufwand
- Große Plicht mit Kojenfunktion über den Bodenbrettern und cleverem Stauraum
Nachteile
- Die CE-Kategorie C begrenzt sie auf geschützte und küstennahe Gewässer
- Die spartanische Ausstattung eignet sich nur für Wochenendtörns, nicht für echtes Fahrtensegeln



