Design und Konstruktion
Die Jackett’s 3400 ist ein Einrumpfboot mit Flossenkiel und Spatenruder, wobei die Struktur auf einem im Ofen gebackenen Epoxid-Rumpfanker basiert und nicht auf herkömmlichem Polyester-Laminat. Über der Wasserlinie verfügt sie über eine Teak-Fußreling, und das Deck besteht aus massivem GFK. Die Kielarchitektur ist wirklich ungewöhnlich: Tartan entwickelte drei austauschbare Kielvarianten – angeboten als tiefer Flossenkiel, Flachkiel (Beavertail) oder Kielschwert-Konfiguration. Selbst der 1,98 Meter lange Bulbkiel ist relativ konservativ, und der Flachkiel selbst wurde mehr als ein Jahrzehnt vor dem Markteintritt des Modells entwickelt. Ein am Heck montiertes, elliptisches Ruder sorgt für maximale Hebelwirkung. In Kombination mit den austauschbaren Kielen kann sich der Eigner den Tiefgang und das Verdrängungsverhalten für seine Reviergewässer anpassen, ohne den Rumpf wechseln zu müssen. (1)
Rigg und Handhabung
Der Segelplan basiert auf einem verjüngten, zweifach-salingierten Carbonmast mit einem innovativen Carbonbaum – beides ist leichter und sauberer als ein herkömmliches Aluminium-Rigg. Eine Selbstwendefock arbeitet in einer hohen, fast masttoppengetakelten 15/16-Konfiguration, die eine maximale Vorderkante bietet, während das Großsegel volle Salingen trägt. Ein optionales „Q“-Segel – ein leichtes Rollfock-Regergennetz – sorgt für zusätzliche Leistung und Vielseitigkeit am Wind und vor dem Wind. Auf dem Wasser stellten Segler bei Tests fest, dass sie sich bei leichtem Wind mit der Arbeitsfock in 100 Grad Winkel drehte, ohne je die Kontrolle über das Boot zu verlieren. Bei Flaute hielt sie immer einen stabilen Kurs. Die Yanmar Saildrive-Einheit zeigte genau das, wofür Saildrives am besten geeignet sind, und der Motorzugang war deutlich besser als bei vielen herkömmlichen Innenborder-Anchormotoren; bei drei Vierteln Gaspedal erreichte sie über sechs Knoten Geschwindigkeit. (1)
Unterbringung
Unter Deck wird der Wohnbereich durch eine weiße Decke mit Kirschbaum-Latten und einen auffälligen Kirschbaum-Decksstützbalken erhellt. Das markanteste Merkmal ist eine separate Spüle an Backbord neben dem Niedergang. Der Stauraum ist großzügig ausgelegt: Unter der Achterkoje befinden sich Schubladen mit doppelter Tiefe, und die Vorschiffskabine bekommt ihren Luftzugang über zwei Luken. Die Tester mochten die guten Verschlüsse aller Schränke, fanden jedoch die Sitzbänke im Allgemeinen zu niedrig für ausreichenden Stauraum und den Kartentisch kleiner als gewünscht. Die Nasszelle bietet nur minimale Bewegungsfreiheit, und der seitlich öffnende Kühlschrank bereitete der Gutachtercrew Bedenken. Eine Standard-Lüfter sorgt für Belüftung in der Achterkabine, die Beinfreiheit im Salon war für einen Sechsfuß-Mann mehr als ausreichend, und die Lärmbelastung unter Deck lag unterdurchschnittlich. Ein separates Bilgenwassersammelfach mit eigener Pumpe kümmert sich um das Grauwasser in der Bilge, und die Schalttafel erhielt von den Testern hohe Noten.
Bekannte Schwachstellen
Einige Kompromisse beim Wohnkomfort sind zu berücksichtigen. Die Nasszelle ist eng, der Kartentisch ist für Papernavigationen zu klein und die tiefen Geigen begrenzen den sicheren Stauraum bei Krängung. Das Layout mit der seitlich öffnenden Kühlbox sorgte bei Rezensenten für Bedenken. Keine dieser Mängel macht das Boot unseetüchtig, aber sie prägen den Komfort beim Leben an Bord auf einem 34-Fuß-Rumpf.
Refits und Eignerschaft
Käufer einer 3400 sollten das austauschbare Kiel-System beachten: Ein Boot, das mit einem Flachkiel ausgeliefert wird, kann später ohne Rumpfmodifikationen auf einen tiefen Flossenkiel oder ein Schwert umgerüstet werden. Dies schont den Wiederverkaufswert und ermöglicht es dem Boot, seinem Eigner zu folgen. Das Carbon-Rigg und der Epoxidrumpf sind von Natur aus wartungsarm, und der Saildrive vereinfacht die Antriebsübertragung im Vergleich zu einem herkömmlichen Wellenantrieb. Die Selbstwendefock und der optional erhältliche Rollreacher reduzieren die Arbeitsbelastung der Crew beim Segeln mit kleiner Crew.
Das Fazit
Die Tartan 3400/345 ist ein durchdacht konstruiertes Jackett-Design, das ohne Wenn und Aber die Brücke zwischen Fahrtensegeln und Regatten schlägt. Der Epoxidrumpf, das Carbon-Rigg und die austauschbaren Kiele verleihen ihr einen technischen Vorteil gegenüber vielen Zeitgenossen, während die feinen Kirschbaum-Details unter Deck und die separate Spüle für ein hochwertiges Wohngefühl sorgen. Die geringe Stehhöhe in der Nasszelle und die bescheidenen Stauraummöglichkeiten sind der Preis für ihre leistungsorientierte Aufteilung.
Vorteile
- Wechselbare Kiele: tiefer Flossenkiel, Flachkiel und Schwert
- Leichtes, kontrollierbares Carbon-Rigg mit Baum und Großsegel mit Volllatten
- Gute Leichtwind-Eigenschaften dank Selbstwendefock und optionaler Reacher-Besegelung
- Leiser Unterdeck als Durchschnitt und hervorragender Zugang zum Saildrive
Nachteile
- Minimaler Bewegungsspielraum in der Nasszelle
- Geringe Tiefe der Backskisten schränkt die sichere Ladung ein
- Kleiner Kartentisch und die seitlich öffnende Kühlschrank-Anordnung wurden von Testern kritisiert








