Design und Konstruktion
Der Aluminiumrumpf und das -deck der Stadtship 56 sind durchgehend verschweißt, mit großen wasserdichten Schotten im Vorschiff und Achterschiff sowie einer außergewöhnlich dicken Isolierung am Ankerkörper. Mit einer Verdrängung von 24 Tonnen, einer Breite von 5,05 Metern und einem Hubkiel, der einen Tiefgang von bis zu 0,80 Metern bei maximal 3,15 Metern bietet, ist sie sowohl volumenreich als auch an Gezeitenreviere angepasst gebaut. KM fertigte den Innenraum mit nachhaltigem Bambus für Möbel und Innenausbau, weiß gestrichenen Decken und Höhenverkleidungen sowie Treadmaster-beschichteten Bodenbrettern aus, die der Werft als langlebig, zweckmäßig und pflegeleicht beschreibt. Ein drittes Ruderblatt, das hinter dem Propeller montiert ist, verbessert die Manövrierbarkeit in engen Häfen, ergänzt die beiden einziehbaren Ruderblätter und verleiht dem Steuermann in engen Gewässern eine ungewöhnliche Kontrolle. (1)
Rigg und Handhabung
Das Decks-Layout ist für einfache Bedienung mit kleiner Crew ausgelegt, und jedes Segel kann vom Ankerplatz in der Plicht gesetzt werden. Ein Hoyt-Fockbaum ermöglicht es der Crew, mühelos und ohne Geschwindigkeitsverlust zu wenden, während ein hohes Carbon-Slup-Rigg einen Sprit trägt, an dem ein Code Zero oder eine asymmetrische Genua gefahren werden kann. Mit 200 Litern lateraler, verlegbarer Wasserballast segelt die 56 hoch am Wind aufrecht und schnell. Der Hubkiel und die Doppelruder ermöglichen es ihr, Ozeane sicher zu überqueren und dennoch mit nur 80 Zentimetern Tiefgang Flussmündungen und andere flache Gewässer anzusteuern; das Trockenfallen auf dem eigenen Rumpf ist eine einfache, sichere Aktivität, die den Anhängen keinen Schaden zufügt. (2)
Unterbringung
Die Pilothouse und das Achtercockpit sind nahtlos miteinander verbunden, was für gut organisierte Räume beim Segeln bei jedem Wetter und jeder Temperatur sorgt. Die großen Fenster der Pilothouse und die Decksluken bieten eine 360-Grad-Rundumsicht sowie freie Sicht auf Segel und Anker. Unter Deck bietet die Aufteilung drei Doppelkabinen und zwei mit Dusche ausgestattete Nasszellen. Der Salon ist geräumig, und die Pantry ist für Komfort und Sicherheit bei rauen Bedingungen optimiert. Eine Werkstatt oder Systemkabine achtern nimmt alle Ersatzteile und Werkzeuge auf, und ein praktischer Stauraum für das Beiboot hält das Deck frei. Ein integrierter Steg erleichtert das Einsteigen von einem niedrigen Ponton. (1)
Refits und Unterhalt
Da Rumpf und Deck aus geschweißtem Aluminium mit dicker Isolierung und zweckmäßigen Treadmaster-Bodenbrettern bestehen, verlangt die Basisstruktur vom Eigner kaum mehr als die übliche Wartung der Systeme. Der Bambus-Innenausbau und die weißen Decken sind schlicht gehalten und funktional statt wertvoll. Die einziehbaren Anhänge und das Wasserballastsystem sind die Komponenten, bei denen ein methodischer Eigner, der sich mit hydraulischen oder mechanischen Hebevorrichtungen auskennt, am ehesten belohnt wird. Das Boot wurde von Anfang an jedoch als praktische Fahrtenyacht für den Langstreckeneinsatz mit kleiner Crew konzipiert.
Das Fazit
Die Stadtship 56 ist eine ernsthafte Aluminium-Entdecker-Yacht, die Glanz gegen echte Vielseitigkeit eintauscht. Ihr Hubkiel, die Doppelruder und der übertragbare Wasserballast machen sie ebenso glücklich beim Trockenfallen in einem Gezeitenhafen wie beim Überqueren eines Ozeans, während der Cockpit-getriebene Segelplan und die Hoyt-Jib-Bom die Passage mit kleiner Crew überschaubar halten. Das Layout mit vorn liegendem Steuerhaus und dem Drei-Kabinen-Plan eignet sich hervorragend für Paare oder Familien, die anspruchsvoll segeln, und die achterliche Systemkabine ist ein seltener Kompromiss für die reale Autarkie auf See.
Vorteile
- Gekoppelter Aluminiumrumpf und -deck mit wasserdichten Schotten und dicker Isolierung
- Hubkiel und Doppelruder ermöglichen einen geringen Tiefgang von 80 cm und sicheres Trockenfallen
- Alle Segel werden aus der Plicht mit Hoyt Jib Boom gesetzt für müheloses Wenden
- Die 360-Grad-Pilothouse geht nahtlos in die Achterplicht über
- Achterer Werkstatt-/Systemraum und praktischer Stauraum für das Beiboot
Nachteile
- Die Verdrängung von 24 Tonnen und das Konzept als Explorer bevorzugen Langstreckenfahrten gegenüber Agilität
- Einziehbare Anhänge und Wasserballast erhöhen die Systemkomplexität beim Unterhalt



