Design und Konstruktion
Brandlmayr zeichnete die Spencer 44 Ende der sechziger Jahre, und Spencer Boats Ltd. baute sie in Kanada aus einem massiven GFK-Rumpf mit Langkiel. Die Zahlen erzählen die Geschichte einer schweren Fahrtenyacht: Ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 319 ordnet sie fest in diese Kategorie ein, wobei nur 24 Prozent vergleichbarer Entwürfe schwerer sind. Das Verhältnis von Breite zu Länge (B/L) von 3,65 macht sie schlanker als 85 Prozent ähnlicher Segelboote – ein Verhältnis, das auf einen seegütigen Rumpf mit guter Kursstabilität hindeutet und nicht auf eine volumenreiche Box. Das Kenterungsverhältnis von 1,60 bedeutete, dass das Boot allein nach dieser Formel für Hochseeregatten zugelassen werden konnte – ein wichtiger Schwellenwert für eine Fahrtenyacht dieses Alters. (1)
Rigg und Segelplan
Die Spencer 44 ist als Masttoppslup mit einer Referenz-Segelfläche von 827 Quadratfuß getakelt, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 15,9 führt; mit einer 135-prozentigen Genua steigt dieser Wert auf 18,9. Bei leichtem Wind liegt sie damit vor 24 Prozent ähnlicher Konstruktionen in Bezug auf Geschwindigkeit unter Segeln. Die Maße des stehenden und laufenden Guts sind für ein Boot dieser Größe großzügig bemessen – die Fallen von Großsegel, Fock und Spinnaker sind alle mit einer 12-mm-Drahtleine über 32,4 Meter lang, während Schoten und die Großschot mit 14 mm Durchmesser über Strecken von bis zu 32 Metern geführt werden. Die benetzte Fläche des Unterwasserschiffs beträgt etwa 430 Quadratfuß, und das Verdrängungsverhältnis (I/W) von rund 1.294 Pfund pro Zoll deutet auf einen Rumpf hin, der schwer im Wasser liegt, sich langsam bewegt, aber in der Welle seine Linie hält.
Leistung und Seeverhalten
Eine theoretische Rumpfgeschwindigkeit von 7,6 Knoten passt zur Wasserlinienlänge von 32,5 Fuß, und die Komfort-Ratio von 40,4 setzt die Spencer 44 bei der Fahrtenkomfort-Qualität weit vor 90 Prozent ähnlicher Segelboot-Konstruktionen. Dieser Komfort, kombiniert mit der geringen Breite und der schweren Fahrtenyacht-Verdrängung, macht das Boot in erster Linie zu einem Boot für Langstreckenfahrten. Der Tiefgang liegt je nach Beladung bei etwa 1,98 bis 2,08 Metern, was es zwar auf tiefere Liegeplätze beschränkt, aber perfekt für die offene Küste geeignet macht.
Refits und Eignerschaft
Da nur wenige Rümpfe gebaut wurden und die Produktion erst 1968 begann, stellt jede Spencer 44 ein typisches Beispiel für eine kleine Baureihe mit engagierten Eignern dar. Der massive GFK-Rumpf und der Langkiel sind nach den Maßstäben klassischer Yachten unkompliziert zu begutachten, obwohl die Seltenheit der Klasse dazu führt, dass Ersatzteile und spezifisches Klassenwissen rar gesät sind.
Das Fazit
Die Spencer 44 ist eine schlanke, schwere, wirklich komfortable Fahrtenyacht aus der kanadischen GFK-Klassiker-Baureihe der späten 1960er Jahre von John Brandlmayr. Ihre Seltenheit und ihr konservativer Langkiel-Rumpf werden Segler ansprechen, die Seetüchtigkeit und Hochseetauglichkeit über Hafenbecken-Annehmlichkeiten oder Leichtwind-Geschwindigkeit stellen.
Vorteile
- Komfort-Ratio, die über 90 Prozent ähnlicher Konstruktionen liegt
- Kenterungsverhältnis ist nach Formel für Hochseeregatten akzeptabel
- Schwere Fahrtenyacht-Verdrängung und geringe Breite sorgen für hervorragende Kursstabilität
Nachteile
- Der Tiefgang von 6,5–6,8 Fuß beschränkt den Einsatz auf große Marinas
- Nur wenige gebaut, was die Klassenunterstützung und das gemeinsame Wissen einschränkt
- Leichtwindsegelleistung liegt nur knapp über 24 Prozent der Konkurrenzmodelle











