Design und Erbe
Gillmers Handschrift ist im eleganten Heckbereich des Bootes und in einem gut ausbalancierten, elastischen Deckssprung sichtbar. Wo die Linie von Colin Archer zu runden, langsamen Formen neigte, flachte er das Heck ab, straffte die Kimm für mehr Anfangsstabilität und vergrößerte das Volumen im Heckbereich. Der Langkiel ist leicht nach achtern versetzt, bleibt jedoch ein echter Langkiel, kombiniert mit einem am Spiegel aufgehängten Ruder, das Gilmer als wesentlichen Bestandteil der ästhetischen Form beibehielt. Die Southern Cross 31 ist eine echte Spitzgatter-Yacht, und ihre Rumpfform schneidet etwas Fuß vor dem Vorsteven weg, um das Wenden und Manövrieren im Hafen zu erleichtern. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von fast 388 und einem Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) von 3,26 ist das Boot für seine Länge breit, aber dennoch kraftvoll; das Kenterungsverhältnis liegt im respektablen Bereich von 1,6 und das Komfort-Ratio nahe 40 – Werte, die zu einem stabilen Seebot passen. (2)
Rigg und Handhabung
Das Kutterrigg ist gut proportioniert und auf einem kurzen, platten Bugspriet getragen, der mit einem Heckausleger (Boomkin) versehen ist, um das Achterstag von der Ankerkette des Außenruders freizuhalten. Unter ihren Konkurrenten – der Westsail 32 und der Pacific Seacraft Mariah 31 – hat die Southern Cross 31 den kürzesten Bugspriet, und ihr Platten-Design ist wohl sicherer als der viel längere Spriet des Westsail-Ankers. Der feste Bugspriet stützt das Vorstag, während ein festes Vorstag am Vorsteven befestigt ist, eine robuste und traditionelle Anordnung. Unter Segeln erzählen die Zahlen eine ehrliche Geschichte: Ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von etwa 12,6 bedeutet, dass sie bei leichtem Wind sehr langsam läuft. Die Rumpfmodifikationen, die Gilmer vornahm, waren darauf ausgelegt, die Bootsgeschwindigkeit zu erhöhen und die Tendenz zum Stampfen (Hobbyhorsing) des Archer/Atkin-Typs zu verringern. Alle drei dieser Spitzgatter-Katamarane erwarben sich den Ruf, gute Seeboten zu sein. (2)
Unterbringung
Unter Deck bleibt die Southern Cross 31 bodenständig. Die Aufteilung im Innenraum ist so einfach wie möglich und für ihre vorgesehene Funktion nahezu perfekt. Sie basiert auf einem orthogonalen Rumpfplan, der reinen Nutzen über reine Optik stellt. Es gibt keine Spur von einer Salonsofaküche oder komplizierten Durchgängen; die geradlinige Anordnung spiegelt eine Philosophie des Fahrtensegelns wider, bei der alles seinen Platz hat und dieser leicht zugänglich ist. (2)
Das Fazit
Die Southern Cross 31 ist ein durchdacht modernisierter Traditionalist: Gillmer nahm die Vorzüge des Spitzgatters und beseitigte einige der größten Schwächen, ohne das Aussehen oder das seegütige Verhalten aufzugeben, die diesen Typ über die Jahre hinweg am Leben erhalten haben. Sie ist eine schwere, fähige Fahrtenyacht, die eher für Ozeanüberquerungen und ruhige Bedingungen als für windlose Sommeraftermittage geeignet ist. Ihr einfaches Interieur wird Segler ansprechen, die Funktionalität über feine Verarbeitung stellen.
Vorteile
- Echter Spitzgatter-Rumpf mit Langkiel und externem Ruder für klassisches Seeverhalten
- Abgeflachte Kimm und ausgeprägte Kimmkanten verbessern die Anfangsstabilität und reduzieren das Einsetzen in die Welle
- Kurzes, flaches Bugspriet ist sicherer und handhabbarer als die längeren Spriete von Konkurrenzbooten
- Einfache, orthogonale Innenraumaufteilung maximiert den funktionalen Wohnraum
Nachteile
- Das sehr geringe Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis macht sie bei leichtem Wind langsam
- Die hohe Verdrängung und die moderate Breite eignen sich eher für Langstreckenfahrten als für Tagestörns








