Design und Konstruktion
Der Rumpf von Marc Lombard für die RM 1350 ist eine komposit-beschichtete Epoxid-Sperrholzschale mit einer bekannten Kimmkiel-Konfiguration, obwohl die Werft auch einen einzelnen Flossenkiel und einen Hubkiel als Alternativen anbot. Die Kimmkiel-Konstruktion ermöglicht es dem Boot, bei Niedrigwasser trockenzufallen – ein praktischer Vorteil für Eigner, die flache Flussmündungen befahren oder ohne Liegeplatz Wartungsarbeiten am Unterwasserschiff durchführen möchten. Ihre Länge über alles (LOA) von 13,7 Metern und Breite von 4,5 Metern ergeben ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,04, was sie unter Deck geräumiger macht als die große Mehrheit vergleichbarer Segelboot-Konstruktionen. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 122 ordnet sie zu den leichten Regattayachten ein, was bedeutet, dass sie weniger Segelfläche benötigt, um ihre Rumpfgeschwindigkeit von 8,7 Knoten zu erreichen, als ein schwererer Rumpf. (1)
Rigg und Handhabung
Das Kutterrigg bietet Vielseitigkeit bei der Segelhandhabung und ist besonders bei schwerem Wetter nützlich, wo die Möglichkeit, auf ein Solent-Rigg oder ein gerefftes Vorsegel umzustellen, wichtiger ist als reine Segelfläche. Der Segelplan umfasst ein 569 Quadratfuß großes Großsegel, eine 634 Quadratfuß große Genua, ein 333 Quadratfuß großes Solent-Rigg und einen 1.616 Quadratfuß großen Spinnaker, mit einer I-Maß von 54 Fuß 2 Zoll und einem J von 16 Fuß 9 Zoll. Ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 12,4 lässt sie gegenüber einer echten Regattayacht etwas untertakelt erscheinen, aber die geringe Verdrängung sorgt für eine gute Balance beim Küstensegeln mit moderater Leistung statt purer Geschwindigkeit. Die Schotenlängen belaufen sich auf eine 112 Fuß lange Großschot und 45 Fuß lange Genuaschoten mit einem Durchmesser von 5/8 Zoll – eine Größe, die dem großzügigen Rigg entspricht. (1)
Unterbringung und Aufteilung
Unter Deck ist die RM 1350 mit sieben Kojen ausgestattet – eine Zahl, die sowohl einer großen Fahrtfamilie als auch einem Charterprogramm gerecht wird. Die Wasserkapazität von 600 Litern ist großzügig für ein Boot dieser Länge und unterstreicht ihre Ausrichtung auf das Küstensegeln, bei dem eher die Tankkapazitäten als die Hochseetauglichkeit den Rhythmus der Tagesplanung bestimmen. Die benetzte Fläche von rund 667 Quadratfuß und das Verdrängungsverhältnis von fast 386 kg pro Zentimeter beschreiben einen Rumpf, der leicht auf dem Wasser liegt und auf Lastverteilung reagiert, ohne dass es zu dramatischen Trimmänderungen kommt.
Leistungsprofil
Die Komfort-Ratio von etwa 20,3 ordnet ihre Bewegungen im Bereich einer Fahrtenyacht mit moderater Stabilität ein, und das Kenterungsverhältnis von 2,2 bedeutet, dass sie eher für Küstenfahrten als für Blauwasserpassagen geeignet ist – ein Wert, der sie von Hochseeregatten ausschließen würde. Ihre Breite und Verdrängung machen sie unter extremen Bedingungen anfälliger für Kentern als Konstruktionen mit einem niedrigeren Wert, weshalb das Boot am besten als gut ausgewogene Fahrtenyacht für gemäßigte Küsten und nicht als Expeditionsschiff für Weltumsegelungen eingeschätzt werden sollte. (1)
Das Fazit
Die RM 1350 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht mit geringer Verdrängung, die die Härte des Hochseebereichs gegen Komfort im Küstenbereich, strandtaugliche Kimmkiele und ein geräumiges, breitengetriebenes Innenraum eintritt. Lombards Kutterrigg und der Sperrholz-Komposit-Rumpf machen sie zu einer markanten Alternative zu schwereren Serienbooten, aber das Kenterungsverhältnis und der moderate Segelplan bestätigen ihre Eignung als Boot für die Küste und nicht für Langstreckenüberquerungen.
Vorteile
- Flachwassertaugliche Kimmkiel-Konfiguration (oder Flossen-/Hubkiel) für flache Gewässer
- Das großzügige Verhältnis von Breite zu Länge übertrifft die meisten ähnlichen Konstruktionen
- Die geringe Verdrängung erreicht bei moderater Segelfläche die Rumpfgeschwindigkeit
- Sieben Kojen und eine Wasserkapazität von 158 Gallonen eignen sich ideal für Küstentörns
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis von über 2,0 schränkt die Hochseetauglichkeit ein
- Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis macht sie im Vergleich zu Regattaboote untertakelt
- Der genaue Ballastwert ist nicht veröffentlicht, was den direkten Lastenvergleich erschwert







