Design und Konstruktion
Mulls Vorgabe war reine Geschwindigkeit ohne unnötiges Gewicht, und der Rumpf spiegelt diese Philosophie wider. Er besitzt einen schlanken Rumpf mit feinen Enden für hervorragende Leistung am Wind und eine flache Kimm im Achterschiff, die beim Surfen vor dem Wind hilft. Er wurde mit einer dünneren, leichteren Laminatstruktur als bei herkömmlicher Bauweise konstruiert, ist jedoch tatsächlich robuster als bei konventionellen Methoden. Um das Boot steif zu halten, ohne zusätzliches Gewicht aufzubringen, integrierte die Werft Airex-Schaumplatten und fügte Kohlefaser-Stabilisatoren hinzu. Die Bodenbretter wurden verstärkt und als strukturelle Unterstützung genutzt. Ranger Yachts implementierte bei diesem Entwurf aus dem Jahr 1977 ein spezielles, selbstverklebendes System zur Verbindung von Rumpf und Deck mit angeformten, ineinandergreifenden Rollkanten an den Schwertleisten. Mit 900 Pfund Bleiballast bei einer Verdrängung von 2.183 Pfund und einem Flossenkiel von 4 Fuß 3 Zoll beschreiben die Zahlen eine leichte Regattayacht: Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 179 ordnet sie in diese Kategorie ein, und ihr Kenterungsverhältnis von 2,42 bedeutete, dass sie für Hochseeregatten nicht zugelassen worden wäre. (1)
Rigg und Seeverhalten
Der Segelplan ist der Grund, warum die Ranger 22 ihren Ruf verdient hat. Ein 7/8-Rigg sorgt für viel Segelfläche bei einem moderaten Verhältnis zum Gewicht, und das hochgezogene Profil treibt das Boot am Wind schnell voran. Der Mast hat ein profiliertes Profil, das an der Achterseite flach ist, um den Widerstand zu verringern, und integriert Wirbelgeneratoren, die dem Großsegel zusätzlichen Auftrieb verleihen sollen. In der Zeitschrift Good Old Boat beschrieben Rezensenten das 7/8-Rigg und den Flossenkiel als agil und reagierfreudig. Zusammen mit einem leichten Rumpf, der bei Böen leicht ins Gleiten kommt, sorgen sie für eine gute Fahrt – allerdings ist das Boot bei starkem Wind rank. Ihre PHRF-Einstufung von rund 240 und die theoretische Verdrängungs-Rumpf-Geschwindigkeit von 5,6 Knoten deuten auf ein Boot hin, das eher für schnelle Clubbedingungen gebaut wurde als für viel Gutmütigkeit bei Sturm. (2)
Unterbringung
Unter Deck ist die Ranger 22 mit vier großen Kojen ausgestattet – eine Zugeständnis an das Regatta-/Fahrtenboot-Konzept, das sich sonst in der reinen Regatta-Spezifikation nicht findet. Die Breite von 7 Fuß 10 Zoll und die Wasserlinie von 17 Fuß 6 Zoll sorgen dafür, dass diese Kojen eine Größe haben, die zu einer kompakten, trailerbaren Slup passt, und die verstärkte Bodenbretter-Warft dient gleichzeitig als strukturelles Element und nicht nur als reine Einrichtung. Abgesehen von den Kojen liegt der Fokus auf einem Boot, das für Regatten gebaut wurde, das aber dennoch vier Personen eine Übernachtung am Strand ermöglicht.
Bekannte Schwachstellen
Die Ranger 22 ist bei starkem Wind rank – eine direkte Folge des Leichtdeplacement-Rumpfes und der geringen Breite im Luvbereich. Deshalb eignet sie sich am besten für geschützte Gewässer und weniger für das Offshore-Segeln. Diese Einschränkung ist dynamisch und nicht strukturell bedingt; die Airex-Kohlefaserverstärkung mit selbstverschließendem Decksverbindungsbereich zeigt im Einsatz keine strukturellen Mängel.
Das Fazit
Die Ranger 22 ist eine reine Darstellung der Mull-Leistungsphilosophie der späten 1970er Jahre im Miniformat: Ein Mini-Ton-Regattaboot, das in Böen ins Gleiten kommt, auf ein 7/8-Rigg reagiert und strukturell durch Schaumstoff, Carbon und einen strukturellen Boden seine Federleichtbauweise übertrifft. Sie ist kein Seeboot und krängt früh, wenn der Wind zunimmt, aber als trailerbares Einheitsklassenboot und Clubregattaboot bleibt sie ein klares, zielgerichtetes Design.
Vorteile
- Steif und robust für ihr Gewicht durch Airex-Schaum, Carbon-Stabilisatoren und eine strukturelle Bodenwrange
- Siebenachtel-Rigg mit aufstellbarem Mastprofil für hohe Geschwindigkeit am Wind
- Gleitet leicht ein und reagiert agil unter dem 7/8-Rigg und Flossenkiel
- Vier große Kojen in einem kompakten, trailerbaren Rumpf
Nachteile
- Rank bei starkem Wind, eher für geschützte Gewässer als für das Hochseegeschäft geeignet
- Geringe Regatta-Zahlen (Kenterungsverhältnis 2,42) schließen Hochseeregatten aus










