Design und Konstruktion
Der 1995 von Bruce Farr entworfene Rumpf misst eine Länge in der Wasserlinie (LWL) von 9,42 Metern bei einer Breite von 3,08 Metern. Eigner geben offen zu, dass das Boot im Ankertau nicht sehr breit ist. Die Struktur besteht aus einem soliden GFK-Rumpf und -Deck mit Bleiballast. Das Modell wurde als moderner Hochsee-Einheitsklassen-Rennboots-Konzept und nicht als Fahrtenyacht konzipiert. Ein niedriges Freibord prägt das Überwasserschiff – eine Entscheidung, die Eigner als sorgfältig beschreiben, um das Boot klein und nah am Wasser zu halten. Die Baulehre stammt aus der Farr-Partnerschaft von Carroll Marine in den 1990er Jahren. Die hohe Bauqualität bildete die Grundlage für einen Rumpf, der sich seither von Regatten auf dem Jollenkurs bis hin zu Hochseeregatten als äußerst vielseitig erwiesen hat. (2)
Rigg und Handhabung
Die Farr 30 ist als 7/8-Slup getakelt und verfügt über eine Segelgarderobe mit drei Focken und drei symmetrischen Spinnakern auf einem Baum. Eigner erweiterten diese Ausstattung beim Segeln in gemischten Feldern um ein Jibtop und ein Stagsegel für den Spinnaker. Eine Calypso-Kampagne führte zudem einen fast zwei Meter langen Bugspriet ein, um große Asymmetriefocken zu fahren. Eigner berichten, dass das Boot schnell ist und gut gleitet; der Druck von Mast und Ruder vor dem Wind nimmt nachdem man das Boot gut eingekreuzt hat, deutlich ab. Sowohl Testsegler als auch Eigner loben die Agilität im Boot gegenüber älteren Modellen, die es schwer haben, mit dieser Leichtfüßigkeit zu mithalten. Mit dem Segelplan von 504 Quadratfuß auf einem 6,75 Fuß langen Bulbkiel erhält man einen vielseitigen, schnellen Rumpf, der durch die richtigen Optimierungen zum Sieger wird. (2)
Unterbringung
Unter Deck ist die Farr 30 unverblümt spartanisch: Eigner berichten von etwa zwei Quadratmetern Innenraum für alles, wobei die Kabinenhöhe mit dem Heck einer 1960er-Coupe verglichen wird. Die niedrige Kabine und die geringe Breite lassen keinen Anspruch auf Fahrtenkomfort zu; das Boot ist eher auf Gewichtseinsparung und Crewarbeit als auf Wohnraum ausgelegt. (2)
Bekannte Schwachstellen
Wassereinbruch ist eine dokumentierte Schwachstelle. Ein Refit eines Eigners verlagerte die Position der Genuarail, nachdem festgestellt worden war, dass dort erhebliche Mengen Wasser in die Kabine eindrangen – eine Abdichtungsmaßnahme, die auf ein reales Risiko für Lecks bei raumschotsem Segeln hinweist. In den Berichten tauchen keine weiteren strukturellen oder systemischen Mängel auf, aber das Bereich um die Genuarille ist der einzige Punkt, den Eigner als Quelle für Kabinenwasser genannt haben. (2)
Refits und Eignerschaft
Eigner, die ernsthaft Regatten segeln, haben gezeigt, dass sich gezielte Upgrades lohnen: ein neuer Bugspriet für Asymmetrie-Vorsegel, neu positionierte Genuarutschen für mehr Trockenheit und zusätzliche Stagsegel im Segelgarderoben-Set. Die Klasse wechselte von einer World Sailing Einheitsklasse zu einem regionalen Flottentyp, nachdem die Weltmeisterschaft 2009 abgesagt wurde und die Teilnehmerzahlen bis 2016 einbrachen. Die Klassenführung gab an, dass die internationale Klassifizierung wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sei und der Typ voraussichtlich keine weitere Weltmeisterschaft erleben würde. Dennoch veranstalten Flotten an der Nordwest- und Nordostküste Nordamerikas, in Nordeuropa und im Nahen Osten weiterhin das ganze Jahr über Einheitsklassen-Regatten, und das Boot hat eine zweite Jugend auf dem Offshore-Sektor gefunden.
Das Fazit
Die Farr 30 ist eine echte Grand-Prix-Einheitsklasse, die sich zu einer vielseitigen Hochsee-Regattayacht entwickelt hat, ohne die Agilität einzubüßen, die sie zu einem Benchmark-Sportboot machte. Ihre winzige Kabine ist ein Gegebenheit und kein Mangel, und das Leck im Genuarail ist ein bekanntes, lösbares Problem. Eigner, die diese Boote besitzen, tun dies, weil der Entwurf nach wie vor überzeugt.
Vorteile
- Agiler Gleitrumpf, den neuere Sportboote Boot für Boot nicht erreichen
- Vielseitig: konkurrenzfähig im Einhandsegeln und auf Offshore-Formaten
- Starke Geschichte der Einheitsklasse mit aktiven regionalen Flotten
Nachteile
- Minimaler Platz unter Deck und geringe Kabinenhöhe
- Wassereintritt über die Bugklau erfordert gezielte Abdichtungsarbeiten
- Status als internationale Klasse wurde eingestellt; keine absehbaren Weltmeisterschaften




