Design und Konstruktion
Der Rumpf ist ein Paradebeispiel für Minimalismus: ein leerer Gewicht von 72 kg bei einer Länge von 4,45 m und einer Breite von 1,77 m. Die Klassenregeln beschränken die Konstruktion auf Glasfasergewebe mit Polyesterharz – ohne Carbon oder Kevlar. Das minimale Rumpfgewicht wird durch ein mit Glasfaser verstärktes Polyestermaterial und eine geschlossenzellige Schaumsandwich-Konstruktion erreicht. Die Rumpfform weist im Vorschiff schmale, abgerundete Spanten auf, die sich nach achtern zu sanft geschwungenen Sektionen verjüngen, wobei Knickspante etwa auf halber Länge auftreten. Der Innenraum ist sauber, glatt und konturiert. Das Boot verfügt über einen geschlossenen Spiegel mit Sicherheits-Fuß- und Handläufen. Boote für Nordamerika wurden entweder in England oder Australien gebaut, später wurde jedoch eine neue Form für die Produktion in Montreal vorbereitet. Dort sollte die Werft von Bruce – die auch die Byte baut – vier Boote pro Woche nach streng kontrollierten Klassenrichtlinien produzieren. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist reines Skiff: Großsegel mit Volllatten und Selbstwendefock auf einem mit Verbundstoff gefertigten Masttopp, der für hervorragende Reaktionen auf Böen und eine schnelle Beschleunigung sorgt. Der dreiteilige Mast kombiniert Aluminium-Mittel- und Untersektionen mit einem leichten GFK-Topp, um das Gewicht zu reduzieren und Flexibilität im Toppbereich zu schaffen. Ein Großsegelkragen sowie ein Kicking-Jib/Vang vervollständigen das Paket. Am Wind bedient und trimmt der Skipper die Fock, während die Crew das Großsegel trimmt; auf raumen Kursen setzt die Crew den Gennaker und der Skipper übernimmt Großsegel und Ruder, wobei das Großsegel bis zum hinteren Eck des Flügels getrimmt wird. Mit fast keiner Stabilität im Hafen und Segelgeschwindigkeiten von bis zu 20 Knoten verbringt das Boot viel Zeit im Gleiten und ist vor dem Wind reine Dynamit – aber es ist kein Boot für den ruhigen, sitzenden Segler. (1)
Entwicklung und Weiterentwicklung
Der Entwurf folgte auf zwei Jahre voller Zeichnungen, Prototypenbau und Tests. Zwischen dem ersten und fünften Prototyp wurde der Boden der selbstlenzenden Plicht angehoben, um das Boot trockener zu halten. Der Rumpf wurde zudem im Achterschiff leicht in Länge und Breite verlängert, um die Zuladung zu erhöhen, und das Rigg wurde für kleinere Crews leichter gehalten. Das ursprüngliche größere Rigg hatte darauf abzielen sollen, die Geschwindigkeit im Überschallbereich zu halten, doch Tester stellten fest, dass sich der reduzierte Segelplan tatsächlich als schneller erwies. (2)
Ausrüstung und Ausstattung
Ein komplettes Boot wird bereit zum Regatten geliefert: ein vollständig ausgerüsteter und getakelter Rumpf mit Allen-Ausrüstung und Harken-Spinnaker-Ratschen, ein kompletter Bluewave-Mast mit Fallen, Strecktauen und Trapez, ein Baum mit Baumniederholer, GFK-Anhänge, Ruderschaft und Pinne mit Carbon-Verlängerung, eine vollständige Segelgarderobe und eine Rigg-Tasche. Die mitgelieferten Segel verwenden Mylar-Folie mit einer Nylon-Kite, und das Paket ist so leicht und hoch genug, dass zwei Personen den Mast aufstellen und das Boot in wenigen Minuten vom Trailer ins Wasser lassen können. (1)
Das Fazit
Der 29er ist eine speziell für Jugendliche konstruierte Skiff-Klasse, die das olympische 49er-DNA in eine handliche, klassenkontrollierte Plattform übersetzt. Er belohnt sportliche Crews mit aufregendem Gleiten vor dem Wind und direktem Ansprechverhalten bei Böen, erfordert jedoch ständige Konzentration und bietet keine Manieren im Hafen.
Vorteile
- Leichter Rumpf aus Schaumsandwich mit geschlossenem Spiegel und selbstlenzender Plicht, die früh angehoben ist, um Trockenheit zu gewährleisten
- Dreiteiliger Mast mit Verbundstoffspitze sorgt für hervorragende Reaktion auf Böen und schnelle Beschleunigung
- Race-ready-Ausrüstung direkt aus der Box mit Trapez, asymmetrischem Spinnaker und Selbstwendefock
- Entwickelt als Einstiegsklasse zum 49er und Ersatz für den Laser 2 bei den ISAF Youth Worlds
Nachteile
- Fast keine Stabilität im Ruhezustand; ungeeignet für sitzende oder unerfahrene Segler
- Einzel-Trapez und das ideale Regattagewicht von 110–130 kg schränken das Crew-Profil ein
- Die Klassenvorschrift verbietet Carbon oder Kevlar, was die Konstruktionsverfeinerung auf GFK und Polyester beschränkt







