Design und Konstruktion
Die Rumpfform kombiniert einen scharfen Bug mit flachen Gleitsektionen weiter achtern – eine Kombination, die den Charakter des Sportbootes unterstreicht, ohne auf exotische Konstruktionen zurückgreifen zu müssen. Der Kiel ist ein ballastierter, vertikaler Hubkiel mit einem Kelp-Kutter-Ruderblatt, der mit einer abnehmbaren Wurmstangenkrane angehoben und abgesenkt wird – ein Detail, das die Absicht für das Slippen über eine Rampe unterstreicht. Ein umfangreicher Fußreling verläuft über das Vordeck, während zwölf Zoll hohe Relingstützen mit gepolsterten Dyneema-Seerelingen die Cockpitkanten säumen. Das große, am Spiegel aufgehängte Ruder verleiht dem Heck ein zielgerichtetes, regatta-taugliches Profil, und die gesamte Bauweise spiegelt die bewusste Entscheidung wider, das Boot an Land und auf dem Wasser einfach zu handhaben.
Rigg und Handhabung
An Deck trägt die J/70 einen an Deck gesteppten Kohlefasermast und ein Kohlefaserbaum, beide von Southern Spars gebaut zusammen mit dem klappbaren Sprit. Der Baum sitzt ziemlich hoch, was der Crew bei Manövern viel Bewegungsfreiheit lässt, und das doppelte Achterstag-Pulli-System ermöglicht es dem Steuermann, die Riggspannung unter verschiedenen Bedingungen präzise einzustellen. Ein 2,5 PS Außenborder liefert Hilfsantrieb, was voll im Einklang mit dem Konzept als Daysailer und Regattaboot steht und keinerlei Ambitionen auf Langstreckenfahrten verfolgt. Die Carbon-Komponenten des Riggs und der klappbare Sprit kennzeichnen die J/70 als durch und durch modernes Einheitsklassenboot, das für schnelles Aufstellen und feinfühlige Trimmeinrichtung konzipiert ist.
Unterbringung
Unter dem weitläufigen Deck bietet die J/70 eine geräumige, selbstlenzende 11-Fuß-Plicht und eine kleine Kajüte im Vorschiff. Die Plicht dominiert das Segelerlebnis: Sie ist das arbeitende Herz des Bootes und so dimensioniert, dass eine vierköpfige Crew sich ungehindert bewegen kann. Die Kajüte ist minimalistisch gehalten und eher zum Verstauen von Ausrüstung als zum Übernachten geeignet – was zum Charakter des Bootes als trailerbarer Regattayacht passt, die sich auch als Familien-Daysailer nutzen lässt, ohne sich als kleiner Fahrtenkreuzer ausgeben zu müssen.
Das Fazit
Die J/70 ist als leichtes, über eine Rampe zu wassertreibendes Einheitsklassenboot erfolgreich, das das Regattasegeln auf das Wesentliche reduziert: ein Carbon-Rigg von Southern Spars, einen Hubkiel mit eigener Schneckengetriebe-Kranvorrichtung und eine selbstlenzende Plicht, die für die Arbeit der Crew gebaut wurde. Sie ist keine Fahrtenyacht, und die kleine Kajüte macht keinen Hehl daraus. Was sie bietet, ist eine Plattform mit 1.750 Pfund Gewicht und einer Segelfläche von 226 Fuß², die von wenigen Personen gewassert und wettbewerbsfähig gesegelt werden kann – genau die Nische, auf die J/Boats mit dem Entwurf von Alan Johnstone abzielt.
Vorteile
- Erstes über eine Rampe zu Wasser gelassenes Kielboot von J/Boats mit vertikalem Hubkiel und Schneckengetriebe-Kran
- Carbonmast, -baum und ausziehbarer Sprit von Southern Spars
- Geräumiges, selbstlenzendes 11-Fuß- Cockpit mit kleiner vorderer Kajüte (1)
Nachteile
- Minimaler Wohnraum; nur kleine Kajüte, kein Fahrteninterieur
- Der Motorisierung ist ein 2,5 PS Außenborder limitiert (1)



