Design und Konstruktion
Der Rumpf besteht aus einem massiven Laminat aus Glasfaser und Kunstharz, wobei ein GFK-Innenschale die Backskisten, Sitze und Kojen bildet. Die Decks sind mit einem Balsaholzkern gebaut, eine Praxis, die laut der Zeitrecherche für Boote nach 1970 typisch war. Der Kiel ist aus Gusseisen, und das gleiche Spatenruder wurde sowohl bei der Flach- als auch bei der Tiefkielversion verwendet. Es wurden zwei Tiefgangsoptionen angeboten: ein Tiefkiel mit 5 Fuß 7 Zoll Tiefgang und ein Flachkiel mit 4 Fuß 3 Zoll Tiefgang. Beim Modell mit geringem Tiefgang liegt das Ruder fast genau so tief wie der untere Teil des Kiels, was es sehr anfällig für Schäden durch Grundberührung macht.
Rigg und Seeverhalten
Die Zahlen beschreiben eine Fahrtenyacht mit moderater Leistung für Küstenfahrten und nicht ein Regattaboot. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) liegt bei 216 und das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) bei 16,45. Kurze Überhänge sorgen für eine recht lange Segellänge, und der tiefgehende Kiel ist ein Flossenkiel mit moderatem Streckungsverhältnis, der für gute Leistung am Wind ausgelegt ist. Das Ruder ist groß dimensioniert für eine gute Kontrolle. Die Flachkiel-Konfiguration opfert einen Teil dieser Sicherheit zugunsten eines geringeren Tiefgangs, was jedoch zu einem Ruderschaft führt, der fast auf Höhe des niedrigsten Punktes des Kiels liegt.
Unterbringung
Unter Deck erstreckt sich die Aufteilung von einer V-Koje im Vorschiff, gefolgt von einer Nasszelle an Backbord und Kleiderschränken an Steuerbord. Der Hauptsalon bietet Sofakojen an Backbord und Steuerbord um einen Mitteltisch mit Klappdeckel. Achtern an Steuerbord befindet sich eine Achterkoje und eine Navigationsecke, während an Backbord eine U-förmige Pantry untergebracht ist. Die Innenschale aus GFK integriert die Kojen und Stauräume als einzige, laminierte Struktur statt als gerahmten Innenausbau.
Bekannte Schwachstellen
Abgesehen von gelegentlichen Osmoseblasen im Unterwasserschiff fand die Prüfung nur wenige gravierende strukturelle Probleme. Der gusseiserne Kiel ist eine andere Sache: Die meisten Exemplare zeigen eine eher mangelhafte Vorbereitung und Konservierung des Metalls, und Rostablösungen sind häufig, wenn der Eigner sich nicht die Zeit genommen hat, die Oberfläche vorzubereiten und ordnungsgemäß zu schützen. Die Anfälligkeit des Flachkiels für Grundberührungen ist der andere dokumentierte Schwachpunkt.
Maschinen und Systeme
Der Hilfsantrieb stammt von einem drei Zylinder, 21 PS starken, zweikreisgekühlten Diesel von Universal Marine, der unter dem Brückendeck installiert ist und über gute Zugänge an allen Seiten verfügt. Der Kraftstofftank und der Warmwasserbereiter befinden sich achtern des Motors. Die Motorpositionierung und der umfassende Zugang machen die routinemäßige Wartung im Vergleich zu vielen mittelgroßen Fahrtenyachten dieser Ära unkompliziert.
Das Fazit
Die O'Day 35 ist eine pragmatische von Hunt entworfene Fahrtenyacht für Küstenreviere mit einer im Rumpf integrierten Badeplattform bei den neueren Modellen, einem geräumigen Innenraum im Drei-Kabinen-Stil und einem gut zugänglichen Standard-Diesel. Die Oberfläche des gusseisernen Kiels und die Belastung des Flachkiel-Ruders sind Punkte, die bei einer Besichtigung genau geprüft werden müssen.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf mit angeformtem Innenschalen-Liner für strukturelle Einfachheit
- Guter, vielseitiger Motorzugang unter der Brücke
- Großes Ruder und moderater Flossenkiel für kontrolliertes Handling
- V-Koje im Vorschiff mit U-förmiger Pantry und Navigationsecke
Nachteile
- Der gusseiserne Kiel weist oft schlechten Erhaltungszustand und Rostspuren auf
- Das Flachkiel-Ruder ist fast so tief wie der Kiel und bei Grundberührungen leicht beschädigt zu werden
- Gelegentliches Osmoseblasenbildung an den Unterwasserschäften





