Design und Konstruktion
Die Midget 26 ist ein solide gebauter Einrumpfer mit Langkiel und angehängtem Ruder, der etwa 3,4 Tonnen wiegt und über ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 41 Prozent verfügt, das die Werft als Stabilitätssicherung anführte. Deck und Rumpf sind durch Laminieren zu einer einzigen strukturellen Schale verbunden, was bedeutete, dass Innenraum und technische Systeme so dimensioniert werden mussten, dass sie durch den Niedergang passen. Bei der Konstruktion wurden Polyester-Isoharze verwendet, das Deck hat eine Schaumkern-Konstruktion und Multiplexplatten wurden in hochbelasteten Bereichen eingesetzt; das Deck ist teilweise ein geschlossenzelliges Schaumsandwich. Das Gebrauchtboot-Test-Team von YACHT beurteilte die Verarbeitungsqualität als legendär und stellte fest, dass die Umrandung des Cockpits („Swallow’s Nest“) aus einzelnen Teakplatten ohne Nähte gefertigt wurde, um Langlebigkeit zu gewährleisten. Jeder Relingfuß und jede Klemme wurde direkt auf der Werft nach den Kurven des Rumpfes maßgeschneidert angefertigt. Der Werftchef Martin de Kloet erklärte, der Gelcoat sei außergewöhnlich dick und von einer Qualität, dass er niemals gestrichen werden müsse, und ein Testboot aus dem Jahr 2001 zeigte nach etwa 15 Jahren im Mittelmeer keine dauerhaften UV- oder Salzschäden. (1)
Rigg und Seeverhalten
Unter Segeln ist die Midget 26 ein Paradebeispiel für Kontraste. Mit nur 23 Quadratmetern Segelfläche aus Fock und Großsegel und einem Segellastfaktor von rund 3,2 ist sie bei leichtem Wind spürbar untertakelt; selbst eine größere Genua erhöht die Tragfähigkeit nur auf 3,6. Der lange Kiel erzeugt eine große benetzte Fläche von etwa 21 Quadratmetern, was der Testcrew unter Segeln bei 10 bis 12 Knoten Wind zu enttäuschenden Ergebnissen verhalf; dabei ging sie über Grund gerade einmal etwas mehr als 100 Grad. Dennoch wendet sie sich mühelos ohne Motorunterstützung, die Pinne ist lang und reagiert mit leichtem Druck, der Böen klar weiterleitet. Bei stärkerem Wind sorgen das tiefe Cockpit und das Verhalten des Langkiels dafür, dass sie auch sechs Beaufort und mehr mit Selbstvertrauen meistert. Ein Kenterungsverhältnis von 1,98 qualifizieren sie allein nach dieser Formel für Hochseeregatten.
Unterbringung
Unter Deck bringt die Breite den entscheidenden Vorteil. Breite Durchgänge und ein hohes Cockpitsumrand erhöhen das Raumgefühl, und die Aufteilung bietet eine geräumige Pantry, eine nutzbare Nasszelle, einen Navigationstisch und eine separate Achterkabine. Die vordere Sitzecke lässt sich zu einer Koje mit den Maßen 1,90 mal 1,90 Meter umbauen; die Achterkabine verfügt über eine Koje von 1,80 mal 1,60 Metern, ist jedoch eng – der Eingang ist nur 60 Zentimeter breit und die Kojen im Innenraum haben unter dem Cockpitboden gerade einmal 44 Zentimeter Stehhöhe. Die Stehhöhe beträgt am Niedergang 1,85 Meter und geht nach vorn auf 1,60 Meter zurück. Das Boot eignet sich realistisch für Personen, die nicht größer als 1,80 Meter sind, und die Ergonomie des Cockpits ist eindeutig auf diese Größe abgestimmt. Sie bietet sechs bis sieben Kojen.
Bekannte Schwachstellen
Einige Konstruktionsentscheidungen erfordern Aufmerksamkeit. Die Werft setzte bei den Fenstern Kautschuk als Dichtungsmasse ein, aber Farbe haftet nicht auf einer Oberfläche, die mit dieser Dichtmasse in Kontakt kam. Selbstbausrümpfe – die die Werft separat verkaufte und die nicht in der Produktionszahl von 200 Booten enthalten sind – können eine weniger sorgfältige Innenausbauqualität aufweisen als Boote aus der Werft. Motoren aus den 1980er Jahren erreichen das Ende ihrer Lebensdauer, und der Austausch wird durch begrenzten Platz erschwert, was vor dem Kauf unbedingt überprüft werden sollte. (1)
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft wird durch eine sichere Ersatzteillieferung gestützt: Die Werft besitzt alle Pläne und liefert weiterhin Komponenten. Der dauerhaft laminierte Polyester-Wassertank hat kein Inspektionsluke, während der Edelstahl-Dieseltank entnehmbar ist, obwohl er ebenfalls keine Luke besitzt. Mit einer Luftfreiheit von nur elf Metern ist die Midget 26 ideal für die niedrigen Brücken der niederländischen Wasserstraßen.
Das Fazit
Die Midget 26 ist eine echte, hochseetaugliche kleine Fahrtenyacht, deren legendäre Bauqualität und ballastgetriebene Stabilität sie zu einem seltenen Fund unter 28 Fuß machen. Sie ist für größere Segler etwas eng und bei leichtem Wind träge, aber ihre konstruktive Disziplin und die historische Bilanz bei Weltumsegelungen sprechen für ein Boot, das weit über seine Länge hinausragt.
Vorteile
- Legendarische Produktionsqualität mit Rumpf-und-Deck-Laminat und maßgeschneidertem Decksbeschlag
- 41-prozentiger Ballastanteil und das Verhalten des Langkiels geben Vertrauen bei schwerem Wetter
- Nachgewiesene Weltumsegelungen und ein Kenterungsverhältnis, das für Hochseeregatten geeignet ist
- Geringer Tiefgang von elf Metern ideal für eng begrenzte Gewässer
- Sicherer Ersatzteilverbrauch mit allen Werftplänen im Umlauf
Nachteile
- Unterbesegelt bei leichtem Wind, da die große benetzte Fläche die Segelleistung beeinträchtigt
- Zugang zur Achterkabine und Stehhöhe sehr eng; ungeeignet für Personen über 1,80 m
- Silikon-Fensterdichtung verhindert die Haftung von Farbe auf den berührten Oberflächen
- Austausch des Motors durch begrenzten Platz eingeschränkt; Einheiten aus den 1980er Jahren am Ende ihrer Lebensdauer
- Selbstgebauter Innenausbau ist oft weniger hochwertig verarbeitet als bei Werftbooten








