Design und Konstruktion
Robert Humphreys zeichnete die MG 38 als Einrumpfboot mit moderater Verdrängung, Flossenkiel und Spatenruder. Die Verdrängung von 13.280 Pfund wird auf einer Breite von 12 Fuß und einer Wasserlinienlänge von 28,3 Fuß getragen. Der massive GFK-Rumpf und das Deck sind eine einfache Glasfaser-Konstruktion, und der Bleiballast von 5.200 Pfund sorgt für ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von rund 39 Prozent. Mit einem Längen-Breiten-Verhältnis von 3,15 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis von 261 liegt der Entwurf eher im Bereich der von Kritikern als moderate Regattayachten eingestuften Boote, anstatt bei reinen Blei-Minen oder schweren Fahrtenyachten zu liegen. Die benetzte Fläche beträgt etwa 398 Quadratfuß, und das Absenkungsverhalten von rund 1.185 Pfund pro Zoll bedeutet, dass sie unter Last spürbar tiefer sinkt – was sich in dem angegebenen Tiefgang von 6,56 bis 6,86 Fuß je nach Beladung widerspiegelt, was sie außerhalb der größten Marinas sicher hält.
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Slup-Rigg trägt eine Segelfläche von 679 Quadratfuß und ist bis ins kleinste Detail dokumentiert, einschließlich der Dimensionen der Trimmleinen: Die Fallen für Großsegel, Fock/Genua und Spinnaker sind jeweils 119,8 Fuß lang und haben einen Durchmesser von einem halben Zoll, während die Schoten – Fock-, Genua- und Großschot – 14 mm stark sind, wobei allein die Großschot 94,5 Fuß lang ist. Das Cunningham, die Unterliekstrebe und das Unterliekspanner sind alle 12 mm stark und etwa 32 bis 33 Fuß lang. Bei den Zahlen liegt die theoretische Rumpfgeschwindigkeit bei 7,1 Knoten, und die Komfort-Ratio von 23,9 stuft sie als komfortabler ein als nur etwa 27 Prozent vergleichbarer Konstruktionen – ein ehrlicher Beweis dafür, dass es sich um einen lebendigen, regattaorientierten Rumpf und nicht um einen weich segelnden Langstreckenkreuzer handelt. Das Kenterungsverhältnis von 2,03 liegt unter dem für Hochseeregatten akzeptierten Schwellenwert, was laut yachtdatabase.com diesen Boot vom Start bei Hochseeregatten ausschließt. Das Kenterungsverhältnis für die MG 38 beträgt ebenfalls 2,03. (1)
Unterbringung
Trotz ihrer Regatta-Historie ist die MG 38 geräumiger als 62 Prozent ähnlicher Segelboote, und die langen Törns der Familie Fairley – von den Shetland-Inseln bis nach Bretagne – beweisen, dass das Interieur wie versprochen genutzt wurde. Das Konzept, tagsüber Clubregatten zu segeln und abends echtes Fahrtensegeln zu betreiben, war kein Marketingtrick: Derselbe Boot, der Klassenpokale gewann, brachte eine junge Familie nach Schottland, Irland und Frankreich.
Refits und Unterhalt
Ein Volvo Penta Diesel kann als Innenborder nachgerüstet werden, und die obige Übersicht der Steuerleinen gibt jedem Eigner eine präzise Liste für den Austausch verschlissener Fallen und Schoten. Da von 1985 an nur 49 Boote gebaut wurden, ist die MG 38 ein seltenes Boot, und die mit Harken verbundene Ausrüstung sorgt dafür, dass sich das originale Decksgeschirr meist aus dieser Marke jener Zeit zusammensetzt.
Das Fazit
Die MG 38 ist ein konzentriertes Humphreys-Design, das genau das doppelte Konzept von Fairley erfüllt: Ein Club-Regattaboot fast ganz vorn, das eine Familie auch wirklich zum Fahrtensegeln nutzen kann. Sie ist schnell, schlank und geräumiger als die meisten ihrer leistungsstarken Konkurrenten, aber ihr Komfort-Ratio und das Kenterungsverhältnis setzen harte Grenzen für Offshore-Ambitionen.
Vorteile
- Regattaerfolgreiche Herkunft mit belegter Eignung für das Fahrtensegeln mit der Familie
- Raumig für ein 38-Fuß-Performance-Design (über 62 % der Konkurrenz)
- Präzise, bekannte Spezifikationen für Rigg und Steuerleinen zur einfachen Wartung
Nachteile
- Komfort-Ratio unter 73 % vergleichbarer Boote; kein weicher Fahrtenkreuzer
- Kenterungsverhältnis von 2,03 schließt eine Zulassung für Hochseeregatten aus
- Der große Tiefgang beschränkt den Hafenzugang auf große Marinas




