Design und Konstruktion
Die Rumpfform ist bewusst gestaltet: ein steiler Vorsteven zum Aufschneiden der Welle und schmalere Sektionen im Vorschiff weiten sich zu einer maximalen Breite aus, die weit nach achtern getragen wird. Flache Sektionen ab der Mittellinie verlaufen weiter nach achtern zu einem breiten Spiegel, der zum schnellen Gleiten einlädt. Das Boot zeichnet sich zudem durch eine geringe Gesamtbreite und eine flache Querschnittsform aus, was für Stabilität, aufrichtendes Moment und einfaches Gleiten sorgt. Die richtige Menge an Vorschiff- und Achterrocker verleiht ein gutmütigeres Gefühl am Wind und ermöglicht das Navigieren in größeren Wellen. Durch den Wegfall des Heckspiegels entfiel die Notwendigkeit für einen Bodenwulst, was zu einer tieferen, komfortableren Plicht führte. Die seitlichen Schwimmtanks bieten reichlich Auftrieb, egal ob unterwegs oder beim Herumspielen im Hafen. Das Steckschwert aus Aluminium gleitet durch zwei abschließbare Kunststoffhalterungen, die den Schwertkasten schützen, und die massiven Fingerlinge des Aluminiumruders klappen sauber in die Ruderbeschläge. (1)
Rigg und Handhabung
Ein hoher Baum und das Gnav-Ballastsystem sorgen gemeinsam für eine einfachere Manövrierbarkeit des Bootes. Der Gnav-Stützbalken, der sich von oben über die Lümmelbeschlag bis zum Baum erstreckt, bietet der Crew deutlich mehr Bewegungsfreiheit im Cockpit. Der verjüngte Aluminiummast hat einen steiferen Unterbereich kombiniert mit einem weicherem Masttop, wodurch das Boot von einer breiteren Gewichtsklasse bei leichtem und starkem Wind konkurrenzfähig gesegelt werden kann. Das verjüngte Masttop ermöglicht zudem eine maximale Reduzierung der Segelfläche bei auffrischendem Wind. Der leicht zu bedienende Segelplan und der asymmetrische Spinnaker, der aus einer robusten Bugsocke gefahren wird, bilden ein leicht zu handhabendes Paket. Der Spinnaker kommt aus einer Bugsocke auf einer flachen, erhöhten Plattform vor dem Mast, und ein ausziehbarer Sprit ragt heraus, sobald die Fall gezogen wird. Mit Bedienelementen, die sich mühelos greifen lassen, und einer sofortigen Manövrierbarkeit gleitet das Boot leicht ins Gleiten und fühlt sich beim Abfahren am Vorschiff einer Welle sehr ausgewogen an. (2)
Cockpit und Unterbringung
Melges führte umfangreiche Forschungen und Produkttests zur Cockpit-Layout durch, wobei Tiefe, Rückgrat-Höhe und Grundriss berücksichtigt wurden, da die Schaffung eines Bootes, auf dem Erwachsene sich wohl beim Segeln fühlen, ein entscheidender Designfaktor war. Das tiefere Cockpit entlastet die Knie des Seglers und vermittelt ihm ein sicheres Gefühl im Boot, während eine ergonomische Plattform ein breiteres Gewichtsspektrum für den Regattaeinsatz ermöglicht. Blöcke und Klampen sind an leicht zugänglichen Stellen platziert, und die Großschot sowie die Fockschot laufen zu den Crew-Positionen mittschiffs, um Großsegel, Fock und Spinnaker zu bedienen; die Fockschotführung und der Traveller bleiben für den versierten Bastler anpassbar. (2)
Spinnaker und Deckssysteme
Der asymmetrische Spinnaker bietet ein weiteres Leistungselement mit einem Einleinen-Strecksystem, das das Handling des Segels einfach und schnell macht. Die durchgehende Fallleitung führt durch den Sock, durch drei Lüfter im Segel und endet oben; zum Bergen reißt man die Fall und zieht die Bergeschlaufe, wodurch sich das Segel in den Sock zusammenfaltet und der mit Bungee versehene Sprit eingezogen wird. Aluminiumprofile maximieren Leistung und Haltbarkeit mit einer konstanten Form, die zu fairen Regatten innerhalb der Klasse beiträgt. Jeder Aspekt der Decksbeschläge wurde für Einfachheit konzipiert, und das klappbare Ruder wird hochgezogen, indem man die Pinne nach oben zieht und nach vorn schiebt.
Eignerschaft und Nutzung
Mit einer Crew-Gewichtsgrenze von 400 Pfund eignet sich die Melges 15 hervorragend für junge Nachwuchssegler, Hochschulsportler, Einsteiger und wieder aktive Senioren, Paare und Familien. Die Designlinie wird mit den von Reichel/Pugh entworfenen Modellen Melges 24 und Melges 14 geteilt. Die für das Boot ausgerufenen Prioritäten Stabilität, Komfort, einfache Handhabung und Leistung spiegeln sich in einer Plattform wider, die beim Kitesurfen mit aufgeholtem Bug bis zu den Püttingen abhebt. (1)
Das Fazit
Die Melges 15 ist eine seltene Allround-Jolle, die sowohl für das Familiensegeln als auch für Clubregatten geeignet ist. Ihr Cockpit und ihre Takelage sind auf echten Erwachsenenkomfort und schnelles Spinnaker-Arbeiten ausgelegt.
Vorteile
- Tiefes, ergonomisches Cockpit mit umschließenden Auftriebstanks und leicht zugänglicher Decksbeschlag
- Gnav-Ballast und verjüngerter Mast ermöglichen ein breites, konkurrenzfähiges Crewgewichtsspektrum
- Einleinen-Asymmetrischer Spinnaker mit System aus einer Bugsocke und klappbarem Sprit
Nachteile
- Die geringe Breite schränkt den seitlichen Bewegungsspielraum im Vergleich zu breiteren Sportbooten ein
- Das maximale Crewgewicht von 400 Pfund begrenzt schwerere Paarkräfte




