Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt, das im Bereich des Kimmübertritts auf eine Stärke von 3 Zoll anwächst. Das Unterwasserschiff trägt einen kurzen Flossenkiel mit einem separaten, Skeg-aufgehängten Ruder sowie einen Propellerschutz. Der externe Bleiballast wird durch Edelstahl-Kielbolzen von Aquamet gehalten – ein Detail, das die ruhige Herangehensweise der Werft an die strukturelle Integrität unterstreicht. Über der Wasserlinie ist das Deck mit Balsaholzkern unter jedem Beschlag mit massivem GFK verkleidet. Die Rumpf-Deck-Verbindung ist im Abstand von 4 Zoll durchgebolzt. Hall Spars lieferte den an Deck gesteppten Mast und den Baum, während hochwertiges Decksbeschlag-Systeme mit Gegenplatten durchgebolzt statt nur geschraubt sind. Natürliches Licht und Luftzug kommen durch 12 Aluminium-Aufbauluken, sieben Aluminium-Aufklappluken und zwei feste Luken. Teakholz kommt dort zum Einsatz, wo es seine Berechtigung hat: als Fußreling, breite Kante am Heck, seitliche Relingseinfassungen, Cockpitsüll und Handläufe.
Rigg und Handhabung
Die meisten Mariner 39 sind Masttoppslup-Riggs, obwohl einige als Kutter oder Ketsch fertiggestellt wurden. Die Klasse zeigt zwei Wantengestaltungen – eine frühere innenliegende Anordnung und eine spätere Variante, bei der die Wanten außenliegend angebracht wurden. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 15,2 und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis nahe 270 ist sie keine Leichtgewicht, doch wie die Rezensenten in Cruising World schrieben, ist sie für moderne Maßstäbe zwar schwer, segelt aber bei leichtem Wind bemerkenswert gut. Dieselbe Bewertung sprach die Mariner 39 als hervorragende Fahrtenyacht aus – ein Urteil, das mit dem geschützten Propeller, dem Skeg-aufgehängten Ruder und der soliden Bilgenstärke übereinstimmt. (1)
Unterbringung
Beide Layout-Optionen platzieren eine V-Koje im vorderen Salon vor einer großen Nasszelle mit Dusche und Schminktisch. Der Hauptsalon ist um einen festen Klapp- oder Klapptisch herum aufgebaut, flankiert von großen Sofakojen, die als Schlafplätze dienen, und das Mittelcockpit selbst ist groß und komfortabel, mit hohen Sülls und Sitzen, die lang genug sind, um sich darauf auszustrecken. Die Standardpantry ist eine ehrliche Ausstattung für Fahrtensegler: ein kleiner Arbeitsbereich, eine tiefe Doppelspüle und ein zweiflammiger Propangasherd. Achtern öffnet sich die Eignerkabine durch ihren eigenen Niedergang ins Cockpit und bietet eine riesige Koje sowie eine zweite große Nasszelle mit Schminktisch, Stauraum und Dusche. Bei der Charterversion von Moorings wird die Ecke achtern an Steuerbord gegen einen riesigen Kühlschrank mit Gefrierfach eingetauscht.
Bekannte Schwachstellen
Das einzige strukturelle Achtungsmerkmal, das bei einer Gutachterinspektion zu dieser Zeit auffällt, ist die Anfälligkeit des Ruderschaftes für Spaltkorrosion, was bei jeder Besichtigung genau untersucht werden sollte. Kein anderer Mangel taucht in den offiziellen Unterlagen auf, und die durchgebolzte Rumpf-Deck-Verbindung sowie die Gegenplatten an der Decksausrüstung sprechen dagegen, sich über die Integrität der Verbindungen unnötig Sorgen zu machen. (1)
Refits und Eignerschaft
Eigner, die eines der 29 gebauten Boote übernehmen, sollten den Perkins 4-108 Diesel, einen 80-Gallonen-Kraftstofftank und eine Wasserkapazität von 150 Gallonen als Basis für Motorisierung und Tankkapazitäten betrachten. Die Teakholz-Außenverkleidung – Fußreling, Reling, Überlaufleisten, Sülls, Handläufe – lohnt regelmäßige Pflege, ist aber unkompliziert zu erneuern. Da es verschiedene Rigg-Varianten gibt, sollte ein Käufer prüfen, ob das Boot als Slup, Kutter oder Ketsch ausgerüstet ist und welche Wantenführung vorliegt, da diese Entscheidungen sowohl das Segelhandling als auch die Trimmbarkeit des Masts beeinflussen.
Das Fazit
Die Mariner 39 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht aus der Kleinserie, die bei leichtem Wind deutlich mehr Leistung als ihr Verdrängungsvolumen verspricht und eindeutig nach Qualitätsstandards statt nach dem Preis gebaut wurde. Die aus dem Charter stammende Achterkabine und das optionale Layout mit Gefrierschrank machen sie zu einer attraktiven Wahl für das Wohnen an Bord oder für Blauwasserreisen. Die strukturellen Details – dicke Kimmholme, Aquamet-Bolzen, häufiges Durchbolzen – zeigen eine Werft, die keine Kompromisse bei der Bauqualität eingeht. Die geringe Stückzahl sorgt für Seltenheit, und die Inspektion des Ruderschafts ist das einzige unverzichtbare Gutachten-Thema.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf mit bis zu 3 Zoll Wandstärke im Kielbereich und Aquamet-Kiellisten
- Deck mit Balsaholzkern, massivem Glas unter den Beschlägen und 4-Zoll-Rumpf-Deck-Durchbolzen
- Mittlere Plicht mit ausziehbaren Sitzen und einem eigenen Niedergang zur Achterkabine
- Leichtwindleistung, die man bei einer 18.000-Pfund-Fahrtenyacht nicht erwartet
Nachteile
- Ruderschaft anfällig für Spaltkorrosion – erfordert eine genaue Inspektion
- Nur 29 Einheiten gebaut, daher erfordert die Suche Geduld
- Der Arbeitsplatz in der Standardpantry ist begrenzt







