Design und Konstruktion
Das Pilot House-Modell ist eine 32.000 Pfund schwere Yacht, die bei Windstärken von rund 17 Knoten schneller wird und als seltene, vom American Bureau of Shipping zertifizierte Standardyacht gilt, deren Zugfestigkeit in den meisten Bereichen die typischen Normen um das Zwei-Fache übersteigt. Der Rumpf selbst besteht aus massivem GFK ohne Kern, und die strukturellen Schotten der nach 1987 gebauten Serienboote mit Pilot House sind vollständig aus massivem Glasfasergewebe gefertigt, an manchen Stellen mehr als 1,5 Zoll dick, wobei der Rumpf in diesen Schottbereichen verstärkt wurde. Vor- und achtern sind wasserdichte Schotten installiert. Ein Eigner, der das Design besprach, merkte an, dass diese Boote zwar in nördlichen Breiten zu finden sind, der massive GFK-Rumpf und die Innenschale jedoch keine eingebaute Isolierung bieten, sodass der Innenraum auf zusätzliche Heizung angewiesen ist. (1)
Rigg und Handhabung
Eigner beschreiben die 65 Pilot House als leicht zu handhaben und seegütig auf allen Kursen zum Wind, mit einem Segelplan, der klein genug ist, um von einem einzelnen Eigner allein bedient zu werden. Die lange Wasserlinie und das Fehlen von Überhängen halten das Stampfen sowohl unter Segeln als auch vor Anker ungewöhnlich gering. Die Kursstabilität bei Geschwindigkeit ist eine bekannte Stärke: Der Rumpf zieht keine Viertelwelle hinter sich her, wie es viele ältere schwere Verdränger tun. Frühzeitiges Reffen und das Tragen minimierter Segelfläche sind nach Angaben der Eigner der Schlüssel für ein komfortables Segeln bei Starkwind. Wenn diese Regel befolgt wird, sorgt der leicht anspringende Rumpf für hohe Stabilität. Unter Motor ist die Yacht schnell und verbraucht wenig Kraftstoff; bei schwerer See läuft sie mit etwa 10 Knoten Geschwindigkeit im Verbrauch von rund 1,7 Gallonen Kraftstoff pro Stunde. Unter Segeln erreichte sie vor dem Wind 25 Knoten. Das Steuern ist sowohl von innen aus dem Salon als auch aus der Plicht möglich.
Unterbringung und Aufteilung
Die Innenausstattung und der Komfort sind nach den Maßstäben der meisten Boote, die sogar 20 Fuß kürzer sind, eher spartanisch, berichtet ein Eigner. Derselbe Eigner empfand das Boot im Nordwesten ohne zusätzliche Heizung als ziemlich kalt. Die Konfiguration mit erhöhtem Steuerhaus ermöglicht das Steuern aus dem Inneren, und die Zertifizierbarkeit der Yacht für US-Bundesbehörden (mit zertifizierten Exemplaren, die bis zu 49 Passagiere befördern können), unterstreicht das Volumen und die strukturelle Ausrichtung des Layouts – auch wenn der Innenausbau schlicht gehalten ist.
Bekannte Schwachstellen
Mehrere vom Eigner gemeldete Mängel erfordern Aufmerksamkeit. Die ursprüngliche 12-Volt-Verkabelung war mangelhaft, und die originalen Seereling-Stützen waren zu kurz. Laut einer Empfehlung eines Eigners sollten die Öffnungen an den Kojen ersetzt werden. Der Ruderkoker ist aus GFK gefertigt und verschleißt im Laufe der Zeit, was dazu führen kann, dass die Rudersäule unruhig wird und das Steuern klemmt. Ein komplexes Bilgenentsalzungssystem wurde als Bereich für Verbesserungen kritisiert. Eine Anzeige zeigte, wie das Boot mit gespreizten Salingen im Wasser auf die Seite gelegt und etwa zehn Sekunden lang Wasser in Cockpit und Fenster lief, bevor es sich wieder aufrichtete – dies verdeutlicht eher die Grenzen des selbstaufrichtenden Verhaltens als einen Defekt.
Refits und Besitzer-Hinweise
Eine Designänderung Mitte der Produktionszeit verlegte Motor und Propeller nach achtern – eine Änderung, die als Maßnahme für ein leiseres Wohnen im Salon verstanden wird, da die ursprüngliche Motorplatzierung mittschiffs sehr laut war. Ein Bugstrahlruder kann nicht konventionell installiert werden, da den vorderen 4,5 Metern des Rumpfes die erforderliche Tiefe fehlt, obwohl eine aufholbare Einheit als Workaround beworben wurde. Die Eignung für das ABS und die US-Klassifizierung als Fahrtenyacht machen das Boot zu einer strukturell soliden Plattform für einen Eigner, der bereit ist, sich um die Elektrik, Relingstützen, Bullaugen und die Bilgengeometrie zu kümmern.
Das Fazit
Die MacGregor 65 Pilot House ist eine wirklich eigenständige Großyacht: ein leichter, ABS-zertifizierter 65-Fuß-Rumpf mit bemerkenswerter Kursstabilität, geringem Stampfen und überraschender Einhand-Tauglichkeit. Ihre Schwachstellen konzentrieren sich auf Details, die früh von Eignern gemeldet wurden – Elektrik, Relingstützen, Bullaugen, Bilgenführung und Verschleiß der Ruderkoker –, weniger auf die grundlegende Struktur, die aus massivem GFK mit verstärkten Schotten besteht. Für einen Käufer, der Geschwindigkeit und Zertifizierung über den Innenausbau stellt, belohnt sie die richtige Art des Umgangs.
Vorteile
- Seltene, abs-zertifizierte Großserienyacht mit verstärkten GFK-Schotten
- Kursstabil, gutmütiger, leicht zu segelnder Rumpf, der sich auch einhand oder mit kleiner Crew hervorragend handhaben lässt
- Effizientes Motoren und hohes Geschwindigkeitspotenzial vor dem Wind
- Doppelsteuerung innen/unten über die Steuerhaus
Nachteile
- Mangelhafte originale 12-Volt-Kabelverlegung und zu kurze Relingstützen
- Keine integrierte Isolierung; einfache Innenausstattung
- Verschleiß der GFK-Ruderkoker führt zu Steuergeräuschen
- Kompliziertes Bilgenentsalzungssystem; Einschränkungen durch nicht standardmäßige Bugstrahlruder




