Design und Konstruktion
Die Lehman 12 entstand zu Beginn des GFK-Bootsbaus. Sie wurde überwiegend aus massivem GFK mit Mahagoni- und Eichenaufholz gebaut und besaß einen senkrechten Vorsteven und Spiegel, ein am Spiegel aufgehängtes Ruder an einer Pinne sowie Auftriebstanks, die das Boot unsinkbar machen. Die ursprünglichen hölzernen Salingen, Duchten und Auftriebstanks verliehen den frühen Booten den Charakter einer traditionellen Jolle, sorgten aber auch für eine große Lackierarbeit. Im Jahr 1998 führte W. D. Schock Corp in Absprache mit der Klassenvereinigung ein Redesign durch: Die hölzernen Komponenten wurden durch GFK ersetzt, die hölzerne Pinne durch eine Aluminiumpinne ersetzt und ausgestellte Ausreitdielen mit strukturell verstärkenden Längsträgern eingeführt. Diese Änderungen machten das Lackieren überflüssig, reduzierten das Gewicht und hielten den neuen Rumpf den Einheitsklassenregeln der Klasse einhaltend. Das Programm zielte darauf ab, sowohl die Produktion als auch die Wartung durch Eigner über die gesamte Linie hinweg zu vereinfachen. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist eine Catrigg-Segeljolle mit einem unverstagten Catboot-Segelplan und einem 7,5 m² großen Großsegel auf einem 3,67 m langen Rumpf, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 41,42 führt. Das Steckschwert hat einen Tiefgang von nur 0,06 m aufgeholt und bis zu 0,61 m abgesenkt, was das Befahren von Flachwasserrevieren und das Anlanden am Strand ermöglicht. Ullman Sails beschreibt es als ein Boot mit Steckschwert, unverstagtem Cat-Rigg und tiefem Ruder und bezeichnet es als außergewöhnlich agiles Zweimanns-Planingboot, das bereits bei einem Hauch von Wind lautlos gleitet. Die United States Sailing Association weist darauf hin, dass die Boote sehr empfindlich auf Gewicht, Trimm und Ruderantwort reagieren, was sie zu einer anspruchsvollen und wettbewerbsstarken Klasse macht. (1)
Unterbringung und Einsatz
Es gibt keine Kabinen oder Kojen – dies ist eine reine Freizeit-Gleitjolle für zwei Personen. Ullman Sails beschreibt den einfachen, unkomplizierten Entwurf als ideal für ein Ehepaar, und die Agilität der Klasse belohnt eine sorgfältige Gewichtsverteilung der Crew sowie präzises Steuern, anstatt komplexe Systeme. Das unsinkbare Auftriebskonzept und das trockenfallende Schwert machen das Boot zu einem unkomplizierten Besitz und zu Wasserlassen.
Geschichte und Abstammung
Die 1953 von PlastiGlass gebaute Lehman 12 wurde von Anfang an zum festen Bestandteil der Einheitsklassen-Regatten im Süden Kaliforniens und gehört nach wie vor zu den aktivsten Regattajollen-Klassen der Region. Nach dem Kauf durch Schock im Jahr 1955 wurde der Entwurf noch jahrelang weitergeführt und brachte später die etwas größere Lehman 14 hervor. Die Überarbeitung von 1998 modernisierte das Boot, ohne die Klassenvorschriften zu verletzen, und der Entwurf ist mittlerweile ausser Produktion.
Das Fazit
Die Lehman 12 ist ein historisch bedeutsames kleines Regattaboot: eine frühe GFK-Einheitsklasse, die in ihren Heimatgewässern nach wie vor aktiv gesegelt wird. Ihr Catrigg und das Steckschwert machen sie zu einer reinen, agilen Gleitjolle, und der Wiederaufbau im Jahr 1998 beseitigte den größten Teil der Nachteile beim Holzpflegeaufwand, während die Klassenzugehörigkeit erhalten blieb. Für Seglerpaare, die ein leichtes, unsinkbares, trailerbares Regattaboot suchen, ist es eine konzentrierte und beständige Wahl.
Vorteile
- Frühzeitige GFK-Bauweise mit unsinkbarem Auftrieb
- Agiles, zweimänniges Gleitjoll für Paarbesatzungen
- Das 1998 vorgenommene Redesign entfiel Lackierungen und Gewicht, während die Einheitsklasse-Konformität erhalten blieb
- Geringer Tiefgang und Trockenfallfähigkeit für einfaches Winterlager
Nachteile
- Minimaler Wohnraum – eine Regattajolle, keine Fahrtenyacht
- Frühe Modelle mit Holzinnenausstattung erfordern regelmäßiges Lackieren, sofern sie nicht modernisiert wurden






