Design und Konstruktion
CNB Marine baute die 470 in Bordeaux im Vakuumsackverfahren und mit Harz-Infusionsverfahren unter Verwendung von Vinylesterharz – eine hochwertige Praxis für die damalige Zeit, die Cruising World als entscheidend für die Qualität des Laminats erachtete. Das Deckssprung ist unverstärkt gelassen, und das Rumpf-Deck-Überlappung ist mit Sikaflex verklebt und mechanisch mit Edelstahl-Kompressionsnieten gesichert – ein robustes Verbindungsdetail. Das Deckshaus besitzt einen vertikalen Vorstevenbereich kombiniert mit 14 Fenstern, die von den Konstrukteuren genutzt wurden, um die Sicht zu verbessern und die Treibhauswirkung zu verringern; die Werft gab an, dass zusätzliche Verstärkungen in den vertikalen Elementen zwischen jedem Fenster liegen und die Verglasung durch einen hochtechnologischen Dichtstoff gehalten wird. Der Rumpf selbst ist für gezieltes und unbeabsichtigtes Aufscheißen ausgelegt, und CNB baute das Boot nach ISO-Standards für die CE-Zertifizierung der Kategorie A. (1)
Rigg und Handhabung
Die 470 ist mit einem pragmatischen 7/8-Slup-Rigg mit Doppel-Vorsegel unter einem Mast ausgestattet, der 69 Fuß über dem Wasser steht. Der Segelplan misst inklusive der Genua 1.292 Quadratfuß, wobei das Großsegel mit 807 Quadratfuß so bemessen ist, dass eine kleine Crew es problemlos reffen und bedienen kann. Ein Traveller verläuft über fast die gesamte Breite, und die einzelne Radsteuerung befindet sich an Backbord – eine Position, die Cruising World als sehr gut bewährt fand. Kleine Kiele sorgen für den lateralen Abdruck, der die Abdrift verringert und das Kreuzen am Wind verbessert. Da jedoch keine tiefen Steckschwerter vorhanden sind, läuft sie bei Flaute nicht so hoch am Wind wie Katamarane mit Schwertern. Zwei luftgekühlte Yanmar-Motoren mit Saildrive sind serienmäßig mit 40 PS angetrieben und bringen das Boot bei Flaute auf seine Rumpfgeschwindigkeit; als Option wurde ein 56 PS starker Yanmar angeboten, um die Lücke zu schließen.
Unterbringung
Das Charter-Layout bietet vier Kabinen mit insgesamt vier Nasszellen und einen geräumigen Salon auf dem Brückendeck: eine großzügige Pantry an Backbord und ein elliptisches Sofa an Steuerbord um einen Tisch für acht Personen. Es wurden zwei Versionen für den privaten Gebrauch angeboten, eine mit Pantry im Unterdeck und eine mit Pantry im Oberdeck, ähnlich der Charterversion. Jedes Layout verfügt über einen nach vorn gerichteten Kartentisch mit Platz für Elektronik und Kartenspeicher sowie eine effiziente Davit-Anlage achtern, die ein ordentliches RIB befestigen kann. Die Tankkapazitäten belaufen sich auf insgesamt 158 Gallonen Wasser, 126 Gallonen Kraftstoff und einen 15-Gallonen-Fäkalientank, der laut Cruising World nur den Buchstaben des Gesetzes erfüllt.
Bekannte Schwachstellen
Die Periodische Überprüfung dokumentiert keine strukturellen Mängel, aber die Kommentare der Werft selbst weisen darauf hin, wo beim Gutachten Aufmerksamkeit geboten ist: Die Fensterumrahmungen verlassen sich auf Dichtungsmasse und zusätzliche Verstärkungen statt auf eine strukturelle Gegenplatte. Jeder Verschleiß dieser Dichtung ist daher der Schwachpunkt eines ansonsten robusten Deckshauses. Die Installationen der Saildrives an den beiden Yanmar-Motoren sind ein weiterer Bereich, in dem die Dichtheit der Anschlüsse entscheidend ist, da die Antriebswellen durch die Rumpfwand geführt werden.
Refits und Eignerschaft
Das im Test gesegelte Boot war mit einem Profurl-Vorsegelsystem, einer Lofrans-Ankerwinde mit 1.500 Watt Leistung, einem umfangreichen Raymarine-Elektronikpaket mit Radar und GPS sowie einem 11,5-kW-Onan-Generator mit Mastervolt-Wechselrichter und Kühlschrank ausgestattet. Diese Systeme zeigen, welche Anforderungen an Energie und Ankergeschirr eine gut ausgerüstete 470 stellt, und bilden die Basis dafür, was spätere Eigner möglicherweise aufgerüstet oder erneuert haben.
Das Fazit
Die Lagoon 470 ist eine zweite Generation von Fahrtenyachten, die die Seetüchtigkeit durch Steckschwerter gegen eine fehlerverzeihende Plattform mit geringer Verdrängung und einer erstklassigen Bauqualität eintauscht. Die Sichtbarkeit des Deckshauses und der Backbordsteuerstand sind echte Vorteile für die Nutzer, und das Layout-Spektrum deckt Charter- und Privatnutzung ab, ohne auf den Kartentisch im Vorschiff zu verzichten. Die Dichtungen der Fenster und die Wartung des Saildrives sind die wichtigsten Punkte, auf die Eigner achten sollten.
Vorteile
- Im Infusionsverfahren hergestelltes Vinylester-Laminat mit verbolzter Rumpf-Deck-Verbindung und unverstärktem Deckssprung
- Über die gesamte Breite verlaufender Traveller und gut handhabbares Großsegel von 807 Quadratfuß
- Vier-Kabinen-Charter- oder zwei-private Layouts mit nach vorn gerichteter Navigationsecke
- CE-Zertifizierung der Kategorie A und rammfester Rumpf
Nachteile
- Keine tiefen Steckschwerter; eingeschränkte Leistung am Wind im Vergleich zu Katamaranen mit Schwertern
- Fensterdichtungen und Saildrive-Dichtungen sind potenzielle Schwachstellen
- Der 57-Liter-Fäkalientank erfüllt nur die minimalen Vorschriften





