Design und Konstruktion
Der in den späten siebziger Jahren entworfene Rumpf von Lars Olsen weist ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,10 und ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 41 Prozent auf, wobei letzteres durch 3.241 Pfund Eisen in einer Flossenkiel-Konfiguration gestützt wird, die je nach Beladung einen Tiefgang von etwa 5,25 bis 5,55 Fuß hat. Aages Boatbuilders baute das Boot aus GFK mit massivem Rumpf und Deck, und derselbe Entwurf wurde auch an andere Werften vergeben; bemerkenswerterweise wurde die L 29 auch als Bausatz für den Eigenbau angeboten, sodass sich die Qualität des fertigen Bootes von Exemplar zu Exemplar unterscheiden kann. Die benetzte Fläche beträgt etwa 258 Quadratfuß, und das Immersionsverhältnis von 783 Pfund pro Zoll zeigt, dass sie für ihre Länge sehr schwer auf dem Wasser liegt – was zu einer Verdrängung von rund 7.500 Pfund und einem komfortorientierten statt federleichten Rumpf passt. (1)
Rigg und Handhabung
Die L 29 ist mit einem 7/8-Rigg ausgestattet und weist laut Datenblatt mehr Segelfläche auf als 54 Prozent vergleichbarer Segelboote – was darauf hindeutet, dass sie für ihre Größe leicht übertakelt ist. Mit dem Referenzsegel nach ISO 8666 liegt das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) bei 16,0; setzt man eine 135-prozentige Genua, steigt dieser Wert auf 18,9, was einen spürbaren Leistungszuwachs bei leichtem Wind bringt, ohne dass das Boot sofort im reinen Regattatrimm steht. Unter dem Volvo Penta MD7 erreicht sie 6,0 Knoten, knapp unter ihrem theoretischen Verdrängerrumpf-Maximum von 6,6 Knoten. Das DL-Verhältnis von 243 ordnet sie zu den moderaten Regattayachten ein, und das Komfort-Ratio von 22,7 bis 22,9 deutet auf ein stabiles Seeverhalten in der Welle hin, anstatt auf ein nervöses Verhalten.
Leistungsprofil
Ihr Kenterungsverhältnis liegt bei 1,92 – ein Wert, der allein nach dieser Formel eine Teilnahme an Hochseepassagen rechtfertigen würde – während der Relative Speed Performance-Index bei 58 liegt. Diese Indizes zeichnen in Verbindung mit der Neigung zum Übersegeln und der moderaten Verdrängung ein Boot, das für eine Fahrtenyacht schnell ist, aber dennoch grundlegend stabil – kein federleichter Gleitrumpf, sondern ein berechenbares Boot.
Unterbringung
Unter Deck ist die L 29 mit sechs Kojen, einer Pantry und einer Nasszelle ausgestattet, und der Innenraum ist wie bei den meisten Booten dieser Ära mit Teakholz ausgekleidet. Die Aufteilung ermöglicht problemloses Küstensegeln mit kleiner Crew oder Familie, und die Breite von 9,4 Fuß bietet für ein 29-Fuß-Boot ausreichend Platz, ohne die Rumpfform zu verfetten.
Das Fazit
Die L 29 ist eine vernünftige dänische Regatta-/Fahrtenyacht der späten siebziger Jahre: moderate Verdrängung, leicht überriggt, stabil und einfach im GFK gebaut mit einem Teak-Innenausbau. Die Geschichte des Selbstbaus ist die einzige wirkliche Einschränkung für Käufer, die Uniformität suchen.
Vorteile
- Stabiler, komfortorientierter Rumpf mit einem Kenterungsverhältnis von 1,92 und einer Komfort-Ratio nahe 23
- Leicht überriggtes 7/8-Slup-Rigg mit gutem Leichtwindpotenzial durch 135 % Genua (SA/D 18,9)
- Solide GFK-Konstruktion mit eisernem Flossenkiel und handhabbarem Tiefgang von 1,60–1,70 m
Nachteile
- Die Option zur Selbstausstattung bedeutet, dass sich die Qualität von Boot zu Boot unterscheiden kann
- Der bescheidene 13 PS Diesel begrenzt die Marschgeschwindigkeit auf 6,0 Knoten
- Weniger als 200 Einheiten gebaut, sodass die Suche nach einem bestimmten Exemplar Geduld erfordern kann








