Design und Konstruktion
Die 1030 ist ein relativ schmaler Rumpf mit sehr vollen Vorschiffsbereichen und einer kleineren Rumpfhöhle, was zu einem stärkeren Krängungswinkel führt. Das Beplankung läuft fast senkrecht, um die Steifigkeit zu erhöhen. Ein kraftvoller Rumpf mit hohem Freibord, einer Knickspant-Kielspitze über die gesamte Bootslänge und einem vollen, aber nicht extrem spitzen Bug sorgt für hohe Freibordwerte. Das Kajütdach ragt weit nach vorn, wobei die vorderen Bullaugen dem Boot einen aggressiven, sportlichen Look verleihen. Das Deck, der Rumpf und alle Kabinenaufbauten sind als Airex/Glas/Vinylester-Sandwichbauweise im Vakuuminfusionssystem hergestellt. Das Decks- und Bodengruppen-Layout verfügt über massive Verstärkungen in den belastungsintensiven Bereichen und hält das obere GFK-Laminat sowie das Deck sehr leicht. Der vom IRC bevorzugte „flache“ Kiel besitzt keinen Bulbkiel; aufgrund des höheren Schwerpunkts waren kräftigere Rumpfsektionen erforderlich. Der gusseiserne Bleikiel aus der Lemer-Werft nutzt eine Innenschale und eine Gusseisen-Flansche für hohe Steifigkeit. Eine lasergenau ausgerichtete Bodenplatte verteilt die Lasten bei einer Kielhantel über die Stützstruts, während das Blei die Energie des Aufpralls dämpft. (1)
Rigg und Handhabung
Auf dem Wasser verhält sich die 1030 wie das, was Jean-Pierre Kelbert als echten Roller bezeichnete, der sicher und mit voller Kraft vorangetrieben werden kann, um maximalen Spaß zu haben. Das fraktionierte Slup-Rigg ist auf einem Axxon-Carbonmast mit zwei Salingen und einem einzigen, kraftvollen Achterstag ausgerichtet, das den Mast biegt, um das halb-lattiert Großsegel über einer Vorliek-Schnur zu trimmen; ein hohles Tuff-Luff-Vorstag trägt die J2, und ein ausfahrbarer Bugspriet, der bis zu 1,40 m über den Bug reicht, führt den asymmetrischen Spinnaker frei vom Vorstag für einfache Halsen. Testsegler fanden eine korrekte VMG am Wind von etwa 6,5 Knoten, die schnell über 7 stieg, und das Boot lief unter Spinnaker über 14 Knoten. Doppelruder und ein steiler Rumpf sorgen für ein weiches, präzises Rudergefühl mit gutem Feedback, und das Boot wendet sehr schnell – zum Teil dank eines Brions, das das Wasser weit hinter sich lässt. Die Doppelruder geben dem Steuermann ein weiches und präzises Rudergefühl. Das 300-Liter-Wasserschwerlastsystem – zentrale Wanne, große Übertragungsrohre, Schottventile in der Plicht – ist in exakt zwei Minuten gefüllt und verschiebt sich seitlich in etwa 30 Sekunden, was bei 10–12 Knoten am Wind und beim Reffen bei Wind sehr nützlich ist. (2)
Unterbringung
Trotz des Regatta-Programms ist der Innenraum hell, gemütlich und hochwertig verarbeitet – völlig kompatibel mit dem Fahrtensegeln. Das Fehlen eines vorderen Schotts sorgt für eine geräumige Atmosphäre im Salon. Die Kabinenaufteilung umfasst eine Doppelkoje im Bug, eine Nasszelle und eine Wachkoje an Steuerbord sowie die Möglichkeit für eine weitere Doppelkoje in der Backbord-Achterkabine; bei einem Boot mit Wasserballast befinden sich in den Achterkabinen stattdessen Einzel-Wachkojen. Zwei Navigationsecken mit U-förmigen Sitzen befinden sich auf beiden Seiten – die Hauptnavigation an Steuerbord und ein zweiter Bildschirm über der Pantry. Die Plicht ist geräumig und funktional, mit großen Komposit-Fußstützen, die es einer Zweiercrew ermöglichen, lange Zeit nebeneinander zu sitzen. Die Pinne ist nach vorn montiert, sodass der Rudergänger und eine Crew das Großsegel, den Traveller und das Achterstag trimmen können, ohne sich gegenseitig im Weg zu stehen.
Bekannte Schwachstellen
Die Steuerposition blieb bei rauen Testbedingungen trocken, bot jedoch bei schwerer See keinerlei Schutz vor anrollenden Wellen, wie es auch damalige Tester der 1030 feststellten.
Das Fazit
Die JPK 1030 ist eine speziell für das Einhandsegeln nach IRC konstruierte Waffe, die die Vielseitigkeit einer vollen Crew gegen frühes Gleiten, Reichweite und ein feinfühliges Rudergefühl eintauscht. Ihr Infusions-Rumpf, der flache Kiel aus Gusseisen mit Bleilegierung und der schnelle Wasserballast machen sie zu einem echten Offshore-Scooter, während der fertige Innenraum sie für zwei Personen komfortabel und zivilisiert hält.
Vorteile
- Frühes Gleiten und hohe Leistung auf raumen Kursen mit effizientem Verhalten am Wind ab 10 Knoten
- Infusions-Sandwich-Konstruktion mit verstärkten Belastungszonen
- Doppelruder und steiler Rumpf sorgen für schnelles, präzises Wenden und Steuern
- Helliger, warmer Innenraum mit zwei Navigationsebenen und sechs Kojen
Nachteile
- Die Steuerposition ist bei schwerem Wetter der anlaufenden See ausgesetzt
- Das höhere Schwerpunkt des Flachkiels schränkt die Vielseitigkeit der Rumpfform im Vergleich zu Bulbkiel-Designs ein
- Minimaler Sitzkomfort in der Plicht nach Fahrtenyacht-Maßstäben





