Design und Konstruktion
Die Sun Fast 3300 ist ein Gemeinschaftswerk des erfahrenen Sun Fast-Designers Daniel Andrieu und des für die Vendée Globe und America’s Cup tätigen Konstrukteurs Guillaume Verdier, und der Rumpf zeigt diese Abstammung. Das Boot wird vollständig im Infusionsverfahren gebaut, wobei sowohl Rumpf als auch Deck im Vinylester mit einem Balsakern infundiert wurden, was zu einer außergewöhnlichen Festigkeit und Steifigkeit bei erheblichem Gewichtsverlust führt. Der Rumpf trägt eine moderate Version der kraftvollen Keilform, wie sie heute bei den IMOCA 60 zu finden ist, kombiniert mit vollen Bugsektionen, einem stumpfen Vorsteven, einem dramatischen negativen Deckssprung, langen weichen Knickspanten und einem Tumblehome, das die Breite auf Decksebene verjüngt. Ein volles, negatives Vorschiff und ein einfacher Flossenkiel ohne Bulb vervollständigen das Unterwasserprofil. Jeanneau beschreibt eine doppelte konkave Rumpfform, die dazu dient, die benetzte Fläche unter Segeln weiter zu reduzieren und dem Boot beim Anlegen zu helfen. Zwillingsruder halten das Boot selbst bei extremen Krängungswinkeln unter Kontrolle, und die Rumpf-Deck-Verbindung ist leicht abgeschrägt, um der Crew bei ausgestreckten Beinen hervorragenden Halt zu bieten. (1)
Rigg und Handhabung
Dies ist ein Boot, das ausdrücklich für Einhand- oder Zweihand-Regatten auf See konzipiert wurde, sich jedoch auch hervorragend für vollbesetzte Regatten im Inlandshandel und vor der Küste eignet. Das Rigg besteht aus einem an Deck gesteppten, doppel-salig gesperrten Axxon-Carbonmast, der ein hochgezogenes Square-Top-Großsegel mit 374 Quadratfuß Segelfläche trägt, ergänzt durch einen festen Carbon-Sprit für voluminöse asymmetrische Segel. Dyform-Rigging ist Standard, Rod ist auf Anfrage erhältlich, und der Aluminiumbaum des Testbootes kann gegen einen Carbonbaum ausgetauscht werden. Da das Square-Top-Großsegel geteilte Achterstagreiter erforderte, nutzt Jeanneau eine feine und grobe Trimmkaskade, sodass die Beidemänner beim Halsen die Leinen wie Läufer quer über den Mast legen können. Die Segelkontrollen sind für Einhandfahrten zum Steuerstand geführt, wobei die Leinen für Großsegel und Achterstag zu einer Pod-Befestigung im Cockpitboden direkt vor einer tief liegenden Pinne führen, über die der Steuermann bei Manövern steigen kann. Ein 3D-Fock-Trimm-Leitstrahl und ein Traveller für das Baumende des Großsegels spannen sich über das Cockpit, und Harken-Winschen mit Spinlock-Stoppern übernehmen die Lasten. Die Werft gibt einen Geschwindigkeitsgewinn von fünf Prozent gegenüber der 3200 an, und der Rumpf wurde speziell für bessere Leistung vor dem Wind geformt – Tester verzeichneten Surfen bis zu 14,3 Knoten und etwa 6,8 Knoten am Wind bei über 5 Knoten VMG. (1)
Unterbringung
Im Inneren ist die 3300 mit einem spartanischen Regatta-Innenausbau mit zwei Kabinen und sechs Kojen ausgestattet. Die Vorpiek ist leer bis auf eine Toilette und eine kleine Spüle, was Platz für Segel und Ausrüstung schafft. Spiegelbildlich angeordnete Sofakojen im Salon doppeln als Seekojen mit Leegeschirr, und spiegelbildliche Doppel-Hundekojen achtern bieten zusätzlichen Schlafplatz oder Stauraum. Eine kleine Pantry befindet sich an Backbord des Niedergangs, während an Steuerbord eine große Navigationsecke mit B&G-Elektronik steht. Innengewendete, geformte Sitze flankieren den Niedergang für Wacheinheiten, während breite Seitendecks, ein integrierter Fußreling, robuste Handläufe am Kajütaufbau und rutschfeste Gummimatten bei Krängung für sicheren Halt sorgen. Die Plichtbänke sind kurz gehalten, um Platz für eine vollständige Crew zu schaffen.
Bekannte Schwachstellen
Das zusätzliche Volumen bringt einen Nachteil mit sich: Bei der Segelung am Wind im Seegang kann es zu etwas mehr Einsetzen des Bugs kommen, und da es keinen Bugüberhang oder eine Verbreiterung gibt, spritzt viel Wasser nach achtern. Noch kritischer ist, dass Tester feststellten, dass die Ruder bei Spinnaker auf raumen Kursen ohne Vorwarnung den Halt verlieren können, was zu einer schnellen Sonnenschuss-Kenterung führt. Die beiden Konstrukteure haben sich verpflichtet, die Ruder neu zu gestalten, damit zukünftige Boote dieses Problem vermeiden. Frühe Rümpfe sollten daher genau auf die Ruder inspiziert werden. (2)
Refits und Eignerschaft
Wasserballast ist optional erhältlich; ein 52-Gallonen-Tank auf jeder Seite achtern des Niedergangs bietet bei vollem Tank etwas über 400 Pfund außenbords – bei so ausgestatteten Booten ersetzt er die beiden achteren Schränke. Die Standard-Dieselmaschine mit 15 PS, 13 Gallonen Kraftstoffkapazität und 26 Gallonen Wasserkapazität eignet sich eher für kurze Offshore-Passagen als für ausgedehnte Törns. Die Segel am Testboot waren von North 3Di, und das Carbon-Rigg lädt zum Upgrade durch den Eigner ein.
Das Fazit
Die Sun Fast 3300 ist ein reinrassiger Hochsee-Regattaboot, das die Konzepte der IMOCA auf einen 33-Fuß-Rumpf komprimiert: extrem schnell vor dem Wind, leicht einhand zu segeln und strukturell modern durch die vollinfundierte Bauweise. Das Verhalten des Ruders im Anfangsstadium ist die einzige klare Einschränkung.
Vorteile
- Doppelruder-Rumpf im Infusionsverfahren mit Entwürfen von Andrieu und Verdier
- Square-top-Rigg und zu den Steuerständen geführte Leinen für Geschwindigkeit mit kleiner Crew
- Surfpotenzial und echte Hochseetauglichkeit für Atlantiküberquerungen
Nachteile
- Verlust des Rudergefühls beim Spinnakersegeln auf frühen Booten
- Einsetzen und Spritzwasser im Vorschiff durch das volumenreiche Bugdesign
- Minimaler Wohnraum und Tankkapazitäten für Langstrecken







