Design und Konstruktion
Harlé's Brio ist ein GFK-Einrumpfboot mit einem geneigten Vorsteven und einem negativen Spiegel, das ein am Spiegel aufgehängtes Ruder an einer Pinne trägt. Es wird in zwei Rumpfversionen angeboten: als Festkiel-Version mit Flossenkiel oder als Kielstummel-Version mit Hubkiel. Die Kiele selbst sind aus Eisen, egal ob es sich um den flachen Kielstummel/Hubkiel oder die tiefere Flossenkiel-Konstruktion handelt. Mit einer Breite von 8,2 Fuß und einer Verdrängung von fast 2.646 Pfund (eine Quelle nennt widersprüchliche niedrigere Werte, daher ist der vom Hersteller angegebene Wert von 2.645,55 Pfund die sichere Basis) sorgt der Ballast von 1.168 Pfund auf Eisen für ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von rund 43 bis 44 Prozent. Die benetzte Fläche des Rumpfes beträgt etwa 172 Quadratfuß, und das Verdrängungsverhältnis von rund 534 Pfund pro Zoll spricht für einen leichten, leicht anspringenden Rumpf. (1)
Rigg und Handhabung
Die Brio ist als Bermudaslup mit einem Masttopprigg getakelt, wobei der Mast etwa 30,5 Fuß über der Wasserlinie steht und eine Segelfläche von 215 Quadratfuß bietet. Ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,98 und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) nahe 181 ordnen sie eher zu den moderaten Regattayachten als zu träge Kleinkreuzern ein, und die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei etwa 5,8 Knoten. Das Kenterungsverhältnis von 2,37 bedeutet, dass sie nicht für Hochseeregatten zugelassen wäre, aber für das Fahrtensegeln in geschützten Gewässern spiegelt genau diese niedrige Zahl einen flachwassertauglichen, leicht aufrichtbaren Charakter wider. Die Trimmleinen sind überschaubar: Die Schoten von Fock und Genua laufen über etwa 21,7 Fuß mit einem Durchmesser von 3/8 Zoll, ergänzt durch eine 54-Fuß-Großschot und eine 47,6-Fuß-Spinnakerschot.
Kieloptionen und Tiefgang
Die beiden Kielvarianten bestimmen die Reviergrenzen einer Brio. Die Schwertversion hat je nach Beladung nur einen Tiefgang von ca. 0,7 bis 0,8 Metern (2,3 bis 2,6 Fuß) und ermöglicht den Zutritt zu flachen Marinas, während das Flossenkiel-Modell bei Flachwasser-Schwertversion einen Tiefgang von ca. 1,1 bis 1,2 Metern (3,6 bis 3,9 Fuß) aufweist. Beide Kiele sind aus Eisen gefertigt und sorgen dafür, dass das Boot trailerbar bleibt. Das Hubsystem erweitert die Reichweite deutlich über das hinaus, was ein fester 3,6-Fuß-Flossenkiel ohne Einbußen an der Ballaststabilität eines Flachkiels ermöglichen würde. (2)
Unterbringung
Unter Deck finden vier Personen Schlafplätze: eine verkürzte Doppel-V-Koje im Vorschiff und zwei längsseitige Sofakojen um einen Tisch in der Hauptkabine. Die Pantry befindet sich direkt achterlich der Bugkabine und ist auf Backbord und Steuerbord geteilt, mit einem einflammigen Herd an Backbord und einer Spüle an Steuerbord. Das erhöhte Deck aus der Love Love-Entwicklung verleiht dem kleinen Rumpf ein überraschendes Raumgefühl für eine 22-Fuß-Fahrtenyacht, und der außenliegende Motorschacht ganz achtern erleichtert das Anlegen und Manövrieren deutlich mehr als ein Innenborder.
Das Fazit
Die Brio ist eine clevere Harlé-Kleinkreuzer-Yacht, die vier Kojen und eine vollwertige Pantry in einen trailerbaren 22-Fuß-GFK-Rumpf packt, wobei die Kieloptionen es Eignern ermöglichen, Tiefgang gegen Zugang zu flachen Gewässern einzutauschen. Sie ist leicht, für ihre Größe moderat schnell und einfach zu trailern, aber ihr Kenterungsverhältnis und ihre geringe Verdrängung ordnen sie eindeutig dem Fahrtensegeln in geschützten Gewässern statt der Hochseeyacht ein.
Vorteile
- Zwei Kielversionen, einschließlich eines flachen Tiefgangs von 2,3–2,6 Fuß für den Hafenzugang
- Vier-Koje-Layout mit geteilter Pantry im trailerbaren Paket
- Masttoppslup-Rigg mit überschaubaren Maßen des laufenden Guts und einer Rumpfgeschwindigkeit von ca. 5,8 Knoten
Nachteile
- Das Kenterungsverhältnis von 2,37 schließt sie für Hochseeregatten aus
- Kleine Außenborder-Antriebsversion mit nur 7 Gallonen Kraftstoffkapazität
- Widersprüchliche Verdrängungswerte in Sekundärquellen trüben die exakten Gewichtsdaten






