Design und Konstruktion
Berrets Rumpf ist im Querschnitt rundum geformt und trägt 735 kg Gusseisenballast, der in der Flossenkiel-Version fest unter den Bodenwrangen platziert ist – ein Wert, der unterstreicht, wie ernst die Konstruktion die Stabilität für ihre Länge von 6,55 m nimmt. Das Schwertboot-Modell nutzt stattdessen Gusseisenballast im Schwert selbst, wobei das klappbare Profil an zwei verzinkten Stahl-T-Trägern aufgehängt ist, die auf dem Wellenrand aufliegen und mit Edelstahlschrauben fixiert sind. Ein Teflonring um das Bolzenrohr sorgt dafür, dass das Schwert frei schwingen kann und die Verbindung schützt. Das Schwert kann von innen über eine textile Talje von zwei kräftigen Crewmitgliedern hochgezogen werden, wodurch auch der Winkel eingestellt wird. Im Ruhezustand nimmt ein Bolzen, der in Bohrungen der Wellenöffnung eingesetzt wird, die Last von der Hebevorrichtung. Das Deck trägt einen eleganten Innenraum mit feinen Bullaugen, und der runde Rumpf liest sich als bewusste Geste von Berret hin zu seetüchtigem Volumen statt als Produktionsabkürzung mit flachen Platten. (1)
Rigg und Handhabung
Die 680 ist mit einem 7/8-Slup-Rigg auf einer einzelnen Saling besegelt, ohne dass Backstagen bedient werden müssen – eine einfache Konfiguration, die sich hervorragend für kleine Crews eignet. Großsegel und Genua teilen sich eine Vorliekslänge von 7,40 m, wobei die Genua eine Länge in der Perpendikularmessung von 3,52 m aufweist, und ein 7,41 m Spinnaker vervollständigt das Leichtwind-Repertoire. In den Zahlen erzielt der Entwurf eine National Handicap-Wertung von 8,0, die mit einer Genuafurlung auf 7,5 sinkt, was zu theoretischen Geschwindigkeiten von jeweils 4,25 bzw. 4,22 Knoten führt. Die Version mit Festkiel weist einen Leichtwindkoeffizienten von 3,7 im Vergleich zu 4,2 des Schwerts auf, und Testberichte zeigten, dass das Boot für eine Jolle steif gesegelt wird, mit beruhigender Bodenwelligkeit und echtem Abdriftverhalten – es kann sogar mit aufgeholtem Schwert aufrecht und ohne Hilfsmittel ankern. (1)
Unterbringung
Für ein Boot unter 23 Fuß ist die 680 äußerst geräumig: Vier große Kojen umgeben einen Salontisch und eine echte Pantry, und die Kabine wirkt für die geringe Länge großzügig. Die Plicht ist einladend und nicht eng, und das Layout bietet ein echtes Fahrteninterieur – vier gute Kojen, einen Platz zum Kochen und einen Tisch zum Sitzen – anstatt des nackten Minimums, das man in dieser Klasse erwarten würde. Die eigene Beschreibung einer „echten Pantry“ durch den Hersteller bestätigt sich im Vergleich mit der Presse jener Zeit, die dasselbe Volumen lobte.
Bekannte Schwachstellen
Das Schwert-Aufholsystem ist die Schwachstelle: Wenn es ausfällt, kippt das Schwert auf seiner Achse nach vorn und klemmt unten fest, was das Boot faktisch in einen nicht mehr aufholbaren Festkiel mit einem Tiefgang von ca. 1,20 m verwandelt. Das Ruder sammelt ähnliche Kritik – viele nennen es den weichen Punkt des Bootes, und der Werftmeister eines Eigners bemerkte, dass das originale Sperrholz nur über die Hälfte seiner Dicke hinweg Tragfähigkeit besaß. Wenn der Ruderblattwinkel nach vorn geneigt ist, um eine kompensierte Fläche zu nutzen, kann ein Grundberührung bei geringem Wasserstand den automatischen Aufholvorgang behindern. Zudem weisen Period-Reviews auf ein einfaches Blechprofil des Drift-Profilen hin, das nur begrenzte Wirksamkeit zeigt, sowie auf unzureichende Takelage und eine schwache Innenausstattung.
Refits und Unterhalt
Eigner haben pragmatische Lösungen entwickelt. Ein häufiger Vorschlag besteht darin, das untere Ruderblatt um etwa 20 Prozent nach vorn zu kippen – was bei der betreffenden Dimension etwa 6 cm entspricht –, während ein Eigner das Blatt mit exotischem Holz im Sandwich aus dünnem Sperrholz neu aufbaute, um das ursprüngliche Aussehen zu erhalten. Ein anderer Teilnehmer empfiehlt ein neues Aufhängearm aus 5-mm-316L-Sterlingsstahl, um Korrosion am Schwertbolzen zu bekämpfen. Der Eisenballast und der GFK-Rumpf sind gutmütig, aber das Zuggewicht hinter einem Auto ist spürbar – eine kleine Abstrafung für den Ballast, der das Boot so stabil macht.
Das Fazit
Die Jouët 680 ist eine von Berret entworfene Pocket-Cruiser-Yacht, die weit über ihre 22 Fuß hinausragt: steif, geräumig und in einer an Land schwimmbaren Kielschwert-Version oder als fester Flossenkiel erhältlich. Ihre Schwachstellen konzentrieren sich auf die Kielschwert-Konstruktion und das Ruder – Probleme, die bekannt sind und vom Eigner gut beherrscht werden können.
Vorteile
- Außergewöhnliche Anfangsstabilität und steif unter Segeln für ihre Größe
- Echter Innenraum mit vier Kojen, Pantry und Salon
- Schwertversion läuft flach auf Grund und ermöglicht das Erkunden von Flachwasserrevieren
- Einfaches 7/8-Rigg ohne zu bedienende Backstagen
Nachteile
- Ein Ausfall beim Anheben des Schwerts macht das Boot zu einem Boot mit festgeklemmtem 1,20 m Kiel
- Das Ruder ist ein bekanntes Schwachpunkt aufgrund der Bauweise aus Sperrholz mit halber Dicke
- Unterkonstruierte Takelage und bescheidene Innenausstattung gemäß damaligen Fachrezensionen







