Design und Konstruktion
McGlassons Original 30 ist ein massiver GFK-Rumpf mit 2.900 Pfund internem Bleiballast bei einer Verdrängung von 8.400 Pfund, ausgestattet mit einem Flossenkiel (einer Quelle zufolge Langkiel) und einem Skeg-aufgehängten Ruder. Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt. Die Wasserlinie von 23 Fuß 4 Zoll und die Breite von 8 Fuß 10 Zoll ergeben ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,35, was das Boot schlanker macht als drei Viertel der vergleichbaren Entwürfe. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 295 ordnet es jedoch in die Kategorie der schwereren Fahrtenyachten ein. Sein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 35 Prozent liegt nur über dem von etwa einem Fünftel ähnlicher Boote. Dennoch würde das Kenterungsverhältnis von 1,74 allein nach dieser Formel das Boot für Hochseeregatten qualifizieren. Das erhöhte Deck selbst vergrößert die Stehhöhe und lässt natürliches Licht durch Luken und Schotten, ein prägendes Merkmal, das vom 29 übernommen wurde. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist mit einem Masttoppslup-Rigg auf Aluminiumspieren ausgestattet, das zwischen Großsegel und Fock insgesamt 355 Quadratfuß Segelfläche trägt. Das SA/D-Verhältnis liegt bei 13,8 mit dem Referenzsegel und steigt auf 16,2 bei einer 135-prozentigen Genua. Das bedeutet, dass sie bei leichtem Wind schneller ist als etwa ein Viertel ihrer Konkurrenten. yachtdatabase.com weist jedoch darauf hin, dass sie mehr Rigg trägt als 96 % aller ähnlichen Segelboote, was sie als deutlich überriggt kennzeichnet. Eine theoretische Rumpfgeschwindigkeit von 6,5 Knoten und eine Komfort-Ratio von 28,1 – komfortabler als bei 76 % ähnlicher Entwürfe – zeichnen eine stabile, wenn auch stark besegelte Fahrtenyacht für Küstenreviere. Die Spezifikationen für Fallen und Schoten reichen von einer 75,5 Fuß langen Großfall mit 3/8 Zoll Durchmesser bis hin zu einer 74 Fuß langen Großschot mit 1/2 Zoll Durchmesser. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet die praktische Aufteilung mit typisch für diese Ära gefertigten Teakholz-Akzenten bequem Schlafplätze für vier Personen. Eine geräumige V-Koje nimmt den Bug ein, umbaubare Sofakojen säumen den Salon und eine mittschiffs gelegene Nasszelle dient der Kabine. Die kompakte Pantry verfügt über einen kardanisch aufgehängten Herd und eine Kühlbox, alles unter dem erhöhten Stehhöhenbereich des Aufbaus und dem natürlichen Licht durch Bullaugen und Luken arrangiert. Die bescheidenen Tankkapazitäten für Kraftstoff und Wasser eignen sich eher für kurze Törns als für längeres Leben auf See.
Hilfsmotor
Als Hilfsmotor dient ein Universal Atomic 4 Benzin-Innenborder mit etwa 30 PS. Der Motor und die bescheidenen Tankkapazitäten unterstreichen den ausgerufenen Schwerpunkt des Bootes auf stabile Küstenfahrten statt auf langstreckige Autarkie.
Das Fazit
Die Islander 30 ist ein kompakter, solide gebauter Entwurf von McGlasson, deren erhöhtes Deck und konservativer Ballast viel Raum für die Familie bieten und für ein angenehmes Seeverhalten sorgen. Dennoch kennzeichnen ihr extrem überriggtes Segelplan und die kurze Produktionszeit sie als Nischen-Fahrtenyacht für Küstenreviere und weniger als echte Blauwasser-Yacht.
Vorteile
- Das erhöhte Deck bietet mehr Stehhöhe und natürliches Licht
- Solider GFK-Rumpf mit internem Bleiballast
- Angenehmes Seeverhalten, das die Anforderungen von 76 Prozent ähnlicher Konstruktionen übertrifft
- Familienfreundliche Aufteilung für vier Personen
Nachteile
- Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen deutlich überdimensionierte Takelage
- Geringe Tankkapazitäten begrenzen die Reichweite auf Langstreckenfahrten
- Kurze Produktionszeit begrenzt die Flottengröße und erschwert Ersatzteilverfügbarkeit








