Hunter 28 — Informationen, Bewertung, technische Daten

1989 – 1994·Hunter Marine
Hunter 28 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flügelkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
28.01' · 8.54 m
Verdr.
7.400 lbs · 3.357 kg
Erstes Baujahr
1989

Die Hunter 28 ist eine amerikanische Segelyacht, die von 1989 bis 1994 von der Werft Hunter Marine in den USA als Weiterentwicklung der Hunter 28.5 aus dem Jahr 1985 gebaut wurde. Sie war von Anfang an als Regatta/Fahrtenyacht konzipiert und wird heute nicht mehr produziert. Mit einer Länge über alles von knapp über 28 Fuß weist sie eine Breite von 10 Fuß 6 Zoll und einen festen Flügelkiel auf. Obwohl die Marke das Boot als reines FreizeitKielboot vermarktete, machen ihre kurze Produktionszeit und die stark geteilte Kritik sie zu einem Fallbeispiel für kompromissbeladenes FahrtenyachtDesign.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
28,01 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
24,17 ft
Breite
10,5 ft
Tiefgang
3,75 ft
Maximale Stehhöhe
6,17 ft
Durchfahrtshöhe
47,5 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flügelkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
2.800 lbs (Blei)
Verdrängung
7.400 lbs
Wasserkapazität
30 gal
Kraftstoffkapazität
18 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
37,5 ft
Unterliek Großsegel
11,5 ft
Vorsegeldreieck Höhe
35 ft
Vorsegeldreieck Basis
10,5 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
36,54 ft
Segelfläche
398 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
16,77
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
37,84
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
233,97
Komfort-Ratio
19,71
Kenterungsverhältnis
2,16
Rumpfgeschwindigkeit
6,59 kn

Design und Konstruktion

Hunter Marine baute die 28 überwiegend aus GFK, mit einem geflügelten, bauchigen Bleikiel. Das Deck ist auf einer horizontalen Flanschverbindung mit dem Rumpf verbolzt, wobei die Befestigungselemente alle drei Zoll Abstand haben. Der Innenraum ist mit einer vollständigen GFK-Innenschale versehen, die bei den damaligen Gutachten als gut ausgeführt befunden wurde – Hunter hatte bei diesem Exemplar aus dem Jahr 1991 endlich die strukturelle Bodengruppe perfektioniert. Diese Innenschale liegt auf einem 45 Grad geneigten Bodenbrett, was unter Deck nicht gerade hilft. Die Füße des Bugkorbs sind schlecht konstruiert und weisen im Gelcoat um sie herum deutliche Haarrisse auf. Der Rumpfboden selbst war beim untersuchten Boot stark osmotisch beschädigt, und das intern montierte Spatenruder zeigte große weiche Stellen – beide Punkte sollten ein Käufer als reale, keine theoretische Schwäche der Klasse betrachten. (2)

Rigg und Handhabung

Die 28 ist als 7/8-Slup getakelt, wobei der Mast an Deck steht. Das stehende Gut ist außergewöhnlich leicht: Die Oberwanten bestehen aus nur 0,20 Zoll starkem Draht und die Unterwanten mit dem Wishbone-Achterstag aus lediglich 0,15 Zoll. Ein Rollfockanlage, die an Bord installiert wurde, konnte nicht ausreichend gespannt werden, da das Rigg zu schwach gebaut war, um die Last zu tragen. Unter Segeln erwies sie sich als ungewöhnlich rank – eine Eigenschaft, die der geflügelte Bleikiel nicht dämpfen konnte. Die Steuerung erfolgt über ein Rad – ein großes 30-Zoll-Zerstörer-Rad –, das in einer Plicht sitzt, deren Schotwinschen-Inseln steil nach außen geneigt sind und keine horizontale Fläche bieten. Zudem fehlen erhöhte Sülls, an denen man sich abstützen könnte. (2)

Unterbringung

Unter Deck beträgt die Stehhöhe nur 20 Zoll Breite bei einer Länge von 5 Fuß, eingebettet auf diesem steil geneigten Boden. Die sogenannte Achterkabine ist eine Höhle hinter dem Motor mit einer Matte auf dem Boden, zu der man über dieselbe steil geneigte Fläche hinübersteigen muss. Die nach achtern gerichtete U-förmige Sitzecke im Salon hat eine zu schmale Sitzfläche für einen bequemen Sitz, und die Polster sind überall mit Vinyl über Schaumstoff beschichtet. Die Nasszelle ist das Schlimmste: Ihr Boden liegt über dem Kimm des Rumpfes und ist stark geneigt, und die Toilette ist so tief, dass man darauf hinfallen muss, anstatt in normaler Höhe zu sitzen. In einer Rezension aus dem Jahr 1998 kritisierte der Gutachter David Pascoe die Achterkabine, die Nasszelle, die Dinette, den umgekehrten Spiegel, die Badeplattform, die Maße des Riggs, die Decksluke, die Maße der Plicht um das Rad herum, die Montage der Winschen, den fehlenden Rückenhalt, den Kiel, die GFK-Qualität und die Motorlager als eine endlose Kette von Mängeln.

Bekannte Schwachstellen

Abgesehen von den bereits erwähnten Rumpfschäden und dem weichen Ruder zeigten die beim Gutachten untersuchten Motoren so weiche und lose Motorlager, dass der Yanmar-Diesel beim Start bis zu 1/2 Zoll schwankte. Es gibt keine Motordrehzahlmesser, die Bedienkonsole liegt tief im Cockpit und die Kunststoff-Throttle-Hebelstange auf der Steuersäule biegt sich leicht in der Hand. Die in den Rumpf eingelassene Badeplattform – ein schönes Feature auf größeren Booten – ist bei einem 28-Fuß-Boot fehl am Platz, und das Boot verfügt über keinen Seerelingkorb, weshalb die Crew über die Leinen klettern muss. Das sehr kleine Decksschott macht das Aufbewahren eines Segels schwierig, und der Bugankerkasten ist einer der wenigen gut durchdachten Details in der gesamten Aufteilung.

Das Fazit

Die Hunter 28 ist eine Regatta-/Fahrtenyacht, die auf Innenraumvolumen und einen flachen Flügelkiel setzt, auf Kosten der Seetüchtigkeit und Wohnlichkeit. Ihre Innenschale und die Deck-Unterwasserverbindung sind solide ausgeführt, und ihre Breite bietet eine breite Plattform. Doch das ranke Seeverhalten, das federleichte Rigg und die enge, schlecht durchdachte Kabine machen sie für den Fahrtensegler-Einsatz gegenüber der Catalina 28 oder der Pearson 28-2 schwer verkaufbar. Sie ist nicht mehr in Produktion und eignet sich am besten als Budget-Tagesschiff oder Clubregattaboot – mit Augenmaß bezüglich der strukturellen und mechanischen Schwachstellen.

Vorteile

  • Hervorragend ausgeführter, vollständiger GFK-Innenschalen-Liner mit korrigierter Bodengruppe
  • Deck an einer horizontalen Flanschverbindung verbolzt, mit Bolzen alle drei Zoll
  • Wirklich gut konstruierter Ankerkasten im Bug
  • Große Breite von 10 Fuß 6 Zoll für einen 28-Fuß-Rumpf

Nachteile

  • Ungewöhnlich rank unter Segeln mit unzureichender Dämpfung durch den Flügelkiel
  • Stark osmotisch angegriffener Rumpfboden und weiche Stellen am Spatenruder beim besichtigten Boot
  • Motorlager so locker, dass der Diesel beim Start um 1/2 Zoll schwingt; keine Instrumente
  • Die Achterkabine ist eine Höhle mit Bodenpolster; Nasszelle und Dinette sind schlecht geplant
  • Das leichte Rigg mit 0,15–0,20 Zoll Durchmesser kann die Rollfock nicht ausreichend spannen

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