Design und Konstruktion
Unter der Wasserlinie ist das Boot als Flossenkiel mit moderater Verdrängung und einem intern montierten Spatenruder ausgeführt. Rumpf und Deck sind aus GFK mit damals typischen Sandwichbereichen. Frühe Boote wurden mit einem Schwert angeboten, das später durch eine Option mit flachem Festkiel ersetzt wurde. Für Segler, die mehr Leistung am Wind suchten, gab es auch eine Kombination aus tiefem Kiel und hohem Mast. Das Deck trägt einen geneigten Vorsteven und einen leicht negativen Spiegel, das Ruder wird über eine Radsteuerung bedient. Bei einer Verdrängung von 7.300 Pfund, 2.350 Pfund Bleiballast und einer Breite von 10 Fuß 3 Zoll weist die 28 ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von fast 32 Prozent auf, was ihr die Stabilität verleiht, die Eigner schätzen, ohne das Boot rank zu machen. (1)
Rigg und Handhabung
Das Masttoppslup-Rigg sorgt für berechenbare Lasten und einfache Segelhandhabung – eine Eigenschaft, die durch ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis im mittleren Zehnerbereich und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis von fast 270 noch verstärkt wird. Das Boot läuft bei gutem Wind auf einer komfortablen Rumpfgeschwindigkeit von etwa 6,4 Knoten zügig, und typische PHRF-Werte liegen je nach Kiel und Rigg zwischen 198 und 204. Eigner beschreiben die 28 regelmäßig als gutmütig, steif genug für Küstentörns und am glücklichsten auf Wochenendtörns, wo Vorhersehbarkeit wichtiger ist als reine Geschwindigkeit. Das intern montierte Spatenruder und der moderate Flossenkiel machen sie in engen Häfen handhabbar, und der Zugang zu den Systemen ist für dieses Alter besser als der Durchschnitt, was diese Vorhersehbarkeit unauffällig unterstützt, da das Boot leicht zu pflegen ist. (1)
Unterbringung
Im Inneren besticht die O'Day 28 durch ihre Länge. Für diese Größe bietet sie einen breiten Salon, eine separate Nasszelle und eine praktische Pantry. Für den Schlaf sorgen eine großzügige V-Koje im Vorschiff und eine ordentliche Achterkoje. Die Stehhöhe liegt bei vielen Exemplaren respektabel nahe bei 1,80 m, was einer segelnden Paar oder einer kleinen Familie erlaubt, sich ohne ständiges Ducken zu bewegen. Die Plicht ist tief und sicher, ohne eng zu wirken, und breite Seitendecks mit vernünftigen Handläufen machen das Vorankommen im Seegang zu einer ruhigen Angelegenheit statt zu einem Balanceakt.
Bekannte Schwachstellen
Undichtigkeiten an den Püttingen und Relingstützen können Schotten und den Decks-Sandwichkern im Bereich der Beschläge feucht machen, wenn diese nicht regelmäßig neu eingedichtet wurden. Insbesondere die vorderen Püttinge verdienen eine genaue Betrachtung. Wie bei vielen Booten aus den 1980er Jahren mit Sandwichdeck können die Durchführungen der Bolzen, Bullaugen und die Mastdurchführung undicht sein, was bei Vernachlässigung zu Reparaturen des Kerns führen kann. Feuchtigkeit im Ruder sowie Spiel in Lagern oder dem Ruderschaft sind keine typischen Probleme, sollten aber inspiziert werden. Die originalen OMC-Saildrives (Benzin) gelten weithin als laut, wassersüchtig und teuer in der Wartung – ein echter Nachteil bei Booten, die die Werft mit diesem Antrieb verlassen haben.
Refits und Unterhalt
Viele Käufer bevorzugen Exemplare mit einem neuen Einbaumotor von Yanmar oder Universal, was das Urteil des Marktes über den ursprünglichen Gas-Saildrive und die einfache Installation eines ruhigeren, einfacheren Antriebs widerspiegelt. Als Motor diente meist ein kleiner Universal-Diesel von etwa 11–12 PS, und dank der besseren Systemzugänglichkeit ist ein Remotorisierung oder eine routinemäßige Wartung weniger aufwendig als bei vielen Gleichaltrigen.
Das Fazit
Die O'Day 28 ist eine vernünftige, gutmütige Fahrtenyacht für Küstenfahrten, die reine Geschwindigkeit gegen Vorhersehbarkeit und ein wohnliches Volumen eingetauscht hat. Sie ist keine Rakete, aber ihr gutmütiges Wesen, die nutzbaren Kabinen und die unkomplizierten Systeme machen sie zu einer soliden Wahl für eine Familie, die sich an ein 28-Fuß-Kielboot heranwagt.
Vorteile
- Gutmütiges, steifes Handling, ideal für Wochenendtörns an der Küste
- Breiter Salon, separate Nasszelle, praktische Pantry, fast 1,80 m Stehhöhe
- Besser als durchschnittlicher Zugang zu Motor, Ruderanlage, Bilge und Elektrik
- Mehrere Kiel- und Rigg-Optionen, darunter Schwert und tiefes/tall Kombi-Rigg
Nachteile
- Die originalen OMC-Gas-Saildrives sind laut, verbrauchen viel Kraftstoff und sind teuer im Unterhalt
- Undichtigkeiten an Püttingen, Relingstützen und Sandwichdecks erfordern regelmäßiges neu Eindichten
- Das moderate Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis begrenzt die Beschleunigung bei leichtem Wind








