Design und Konstruktion
Frers verlieh der Niagara 31 einen geneigten Vorsteven und ein erhöhtes Heck über einem V-förmigen Rumpf mit moderater Breite – eine moderne Silhouette, die mit einem festen Flossenkiel und einem intern montierten Spatenruder, das über eine Radsteuerung angehoben wird, ausgestattet ist. Rumpf und Deck sind überwiegend aus GFK mit Balsaholzkern gebaut, fertiggestellt mit Teakholzverzierungen und einem überwiegend aus Teak bestehenden Innenraum mit lackierten Kiefernnähten. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 44,38 und das Kenterungsverhältnis von 2,05 ordnen sie fest im Bereich der lebhaften Regatta-/Fahrtenyachten ein und nicht im Lager der schweren Verdränger. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist mit einem Masttoppslup-Rigg und einem hohen Baum ausgestattet, doch das Vorsegeldreieck ist nicht übermäßig groß, was die Arbeit mit dem Vorsegel vereinfacht. Eine 4:1 Großschot, die mittig im Cockpit montiert ist, eine Winsch auf dem Kajütaufbau für die Fallen, zwei an der Süll montierte Genuawinschen mit Schotführungsschienen und zusätzliche Reffwinschen unterstützen eine effiziente Bedienung aus dem Cockpit. Ein Cunningham-Rigg, Unterliekstrecker und Baumniederholer vervollständigen die Segelkontrolle. Mit einer angegebenen Segelfläche von 509,6 Quadratfuß und einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 20,38 ist sie schnell: Practical Sailor stellte fest, dass das große Slup-Rigg ihr auch bei leichtem Wind gute Leistungen ermöglicht, während Michael McGoldrick bemerkte, dass sie trotz ihres ruhigen Äußeren sehr gute Segeleigenschaften bietet. Eigner berichten, dass sie auf allen Kursen zum Wind außergewöhnlich gut segelt – stabil, ausgewogen und schnell –, und ein Eigner aus dem Jahr 1993 behauptete, sie würde die meisten Regatta-/Fahrtenyachten bei Geschwindigkeit übertreffen. Der Kompromiss liegt in der Rankheit: McGoldrick stellte fest, dass sie etwas ranker ist als die meisten Fahrtenboote ihrer Größe, und das hohe Rigg bedeutet, dass das Reffen früher fällig wird, meist ab etwa 15 Knoten Wind. (1)
Unterbringung
Unter Deck platziert die Niagara 31 die Pantry an Steuerbord am Fuß der Niedergangstreppe mit einem zweiflammigen Propangasherd, während die Kühlbox an Backbord im hinteren Teil der Navigationsecke steht, deren Sitz und Tisch bei Nichtgebrauch verstaut werden können. Die Nasszelle befindet sich im Vorschiff, direkt achterlich der Bug-V-Koje, ist durch klappbare Türen von den Haupt- und Vorschiffskabine getrennt und ausgestattet mit einer Dusche über einer Teakboden-Wanne. Zu den Schlafplätzen gehören die Bugkoje sowie zwei Sofakojen in der Hauptkabine, wobei die Backbord-Koje eine Doppelkoje ist. Die Belüftung erfolgt über zwei transluzente Luken – im Bug und in der Hauptkabine – und von insgesamt sechs Bullaugen sind vier fest und zwei klappbar. Der Innenausbau aus Teak und Pinie sowie die Nasszelle mit klappbaren Türen verleihen dem Boot ein kompaktes, aber durchdachtes Layout für das Fahrtensegeln statt eines spartanischen Regatta-Innenraums.
Leistungspotenzial
Das durchschnittliche PHRF-Handicap von 156 und das Portsmouth Yardstick von 84,0 bestätigen den Regatta-Hintergrund hinter dem Etikett „Fahrtenyacht“. McGoldrick wies darauf hin, dass 156 niedriger ist als die 171 der Aloha 32, und da schnellere Boote niedrigere PHRF-Werte haben, signalisiert die Bewertung der Niagara echte Geschwindigkeit. Die Einschätzung von Practical Sailor, dass die 31 bei der Leistung glänzt, gepaart mit Berichten von Eignern über Balance und Schnelligkeit, positioniert sie als echtes Allround-31-Fuß-Boot und nicht als kompromissbehafteten Hybrid.
Das Fazit
Die Niagara 31 ist eine konzentrierte Frers-Regatta-/Fahrtenyacht mit einem GFK-Rumpf mit Balsaholzkern, einer modernen Spaten- und Flossenkiel-Geometrie sowie einem hohen Slup-Rigg, das ein fachgerechtes Handling belohnt. Sie ist schnell und ausgewogen, aber rank und reift früh – ein technisches Boot, das ein Eigner als nicht für Anfänger empfahl. Der kompakte Teak-Innenraum eignet sich eher für kurze Törns als für das Leben an Bord auf großem Raum.
Vorteile
- Echte Regatta-/Fahrtenyacht-Leistung mit niedrigem PHRF-Wert und starken Leichtwind-Eigenschaften
- Moderne Flossenkiel-Konstruktion und Spatenruder für ein ausgewogenes, schnelles Handling
- Gepflegter Innenraum mit integrierter Navigationsecke und Nasszelle mit Schiebetüren
Nachteile
- Im Vergleich zu typischen Fahrtenyachten dieser Größe ranig
- Der hohe Mast erfordert früheres Reffen, bei den meisten Eignern ab ca. 15 Knoten Wind
- Begrenztes Innenraumvolumen und mäßige Belüftung für längere Törns






