Design und Konstruktion
Grabner baute die Evolution um neu konstruierte Auftriebskörper herum, die für die beste Segelleistung der Serie sorgen sollen. Der Rumpf verdankt seine Steifigkeit einem Betriebsluftdruck von 0,3 bar, den die Werft als Garantie für einen sehr stabilen und harten Rumpf angibt. Das Boot wird ohne PVC, Chlor oder Weichmacher aus nachwachsenden Primärrohstoffen hergestellt, die zu 100 Prozent recycelbar und unter menschenwürdigen Bedingungen produziert werden; einfache Reparatur ist ein zentrales Merkmal. Die Luftkammern sind mit einer äußeren EPDM-Schicht über einer luftdichten Naturgummischicht versehen, die durch druckbeheizte Vulkanisierung miteinander verbunden sind. Das Mehrraumsystem teilt das Boot aus Sicherheitsgründen in zwei unabhängige Luftkammern auf. Der rote Rumpf entspricht der ISO-Norm 6185 Kat. VI/C und ist für Windstärken bis 5 auf der Beaufort-Skala zugelassen.
Rigg und Handhabung
Das 7/8-Slup-Rigg trägt einen Mast von etwa 21,6 Fuß über der Wasserlinie und eine Segelfläche von 123,78 Quadratfuß. Die geringe Verdrängung des Katamarans von nur 174 Pfund bei diesem Segelbild erklärt die lebendige Handhabung und Geschwindigkeit, die Canadian Boating lobte. Die Wasserlinie von 15,26 Fuß entspricht der Länge über alles, sodass der Rumpf nicht auf kompakte Abmessungen zugunsten einer kürzeren Segellänge verzichtet. Die Rumpfgeschwindigkeit von 5,23 Knoten ist respektabel für ein Boot, das bei Flaute auch mit Paddeln oder unter Motor (mit Außenborder) betrieben werden kann. Grabner nennt einen maximalen Außenborder mit 6 PS, sodass sich die Evolution auch ohne Rigg als Beiboot oder für Fluss- und Binnenseen eignet. (1)
Unterbringung und Vielseitigkeit
Trotz der kompakten Abmessungen ist die Evolution sehr komfortabel und unübertroffen stabil. Sie bietet reichlich Platz für Gepäck und Crew und kann bis zu vier Erwachsene oder eine Arbeitslast von 500 Kilogramm tragen. Der Innenraum misst 190 mal 150 Zentimeter, und sowohl Bug als auch Heck bieten jeweils 40 Liter Stauraum – mehr als genug für Ausrüstung bei einem längeren Camp-Cruise. Die Kombination aus den kleinsten Packmaßen und der höchsten Vielseitigkeit ist das beworbene Alleinstellungsmerkmal des Entwurfs, und das Boot benötigt beim Transport und Lager zwischen den Einsätzen nur sehr wenig Platz.
Bekannte Schwachstellen
Die bekannten Einschränkungen sind typisch für den Inflatable-Katamaran-Typ: Die Festigkeit des Rumpfes hängt vollständig davon ab, dass ein Druck von 0,3 bar gehalten wird, und das Zwei-Kammern-Layout bedeutet, dass eine einzige Undichtigkeit zwar einen der Schwimmer isoliert, aber dennoch sofortige Reparatur erfordert. Es sollte keine Obergrenze oder Toleranz für Druckverluste über dem angegebenen Wert angenommen werden.
Refits und Eignerschaft
Der Fokus beim Besitz liegt eher auf der Pflege als auf einem Refit. Das Boot ist nach den Angaben des Herstellers einfach zu reparieren, und das Fehlen von PVC und Weichmachern deutet darauf hin, dass die Haut ohne das weiche Verhalten altert, das bei billigeren Aufblasbooten üblich ist. Das Leben eines gebrauchten Exemplars hängt davon ab, ob die EPDM- und Naturgummi-Kammern unter Druck und vor längerer UV-Strahlung geschützt wurden, da die erneuerbare, recycelbare Konstruktion ansonsten sehr gutmütig ist. Die 30-minütige Montage, das kompakte Packgewicht von 75 Kilogramm und die Transportierung in zwei Taschen machen das saisonale Segeln dort praktisch, wo ein Trailerdingi nicht Platz findet.
Das Fazit
Der Happy Cat Evolution ist ein echter, gut konstruierter tragbarer Katamaran und kein Spielzeug. Sein vulkanisierter Mehrrumpf, die ausbalancierten Schwimmer und der lebendige Segelplan verleihen ihm eine seltene Kombination aus Packmaß und echten Segeleigenschaften. Die Bauweise aus umweltfreundlichen Materialien ist zudem ein unscheinbarer Vorteil für Eigner, denen die Herkunft ihrer Ausrüstung wichtig ist.
Vorteile
- Steifer, stabiler Rumpf ab 0,3 bar mit zwei unabhängigen Luftkammern für maximale Sicherheit
- Laut Canadian Boating schnell und gutmütig unter Segeln für seine Größe
- Passt in zwei schmale Taschen; lässt sich in 25–35 Minuten aufbauen
- Recyclingfähige, pvc-freie Konstruktion, die sich leicht reparieren lässt
Nachteile
- Der aufblasbare Typ erfordert eine disziplinierte Druckaufrechterhaltung; keine Redundanz durch einen festen Rumpf
- Nach Spezifikation auf Beaufort 5 und ein maximal 6 PS starkes Außenborder begrenzt

