Hans Christian 39 PH — Informationen, Bewertung, technische Daten

Harwood Ives·1978·Hans Christian Yachts
Ungefähre Zeichnung

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Rumpfart
Einrumpf · langkiel
Rigg
Kutter
LOA
46' · 14.02 m
Verdr.
27.585 lbs · 12.512 kg
Erstes Baujahr
1978

Die Hans Christian 39 PH (Pilothouse) ist eine seltene und hochspezialisierte Weiterentwicklung der legendären Philosophie der Werft für schwere Fahrtenyachten mit hoher Verdrängung. Während die Werft weltweit für ihre traditionellen, von Designern wie Robert Perry und Harwood Ives entworfenen Kutter mit Spitzheck bekannt ist, stellt die 39 PH einen gezielten Versuch dar, robuste, uneingeschränkte Hochseetauglichkeit mit dem Komfort und dem Allwetterschutz eines geschlossenen Innensteuerstands zu verbinden. Der von Harwood Ives entworfene Rumpf ist eine direkte Weiterentwicklung des erfolgreichen Unterwasserschiffs der Hans Christian 38. Durch das Anheben des Kajütaufbaus und die Anpassung der Innenraumaufteilung an einen Doppelsteuerstand schuf Ives eine Fahrtenyacht für den Ozean, die den feuchten, ungeschützten Realitäten des traditionellen Hochseesegelns trotzt.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
46 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
33 ft
Breite
12,5 ft
Tiefgang
6 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe
59,75 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Langkiel
Ruder
1× Befestigt
Ballast
10.287 lbs (Blei)
Verdrängung
27.585 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität
250 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Kutter
Vorliek Großsegel
47,66 ft
Unterliek Großsegel
15,5 ft
Vorsegeldreieck Höhe
51 ft
Vorsegeldreieck Basis
20,5 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
54,97 ft
Segelfläche
1.015 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
17,78
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
37,29
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
342,68
Komfort-Ratio
39,98
Kenterungsverhältnis
1,66
Rumpfgeschwindigkeit
7,7 kn

Die Produktion dieses Modells war äußerst limitiert. Aufzeichnungen der Hans Christian Owners Association deuten darauf hin, dass nur neun Rümpfe fertiggestellt wurden. Diese geringe Stückzahl macht die 39 PH zu einem echten „Einhorn“ auf dem Gebrauchtbootmarkt – ein Boot, das ohne Kompromisse für eine kleine Nische von Seglern gebaut wurde, die den Komfort eines Deckshauses in einem klassischen Langkieler mit hoher Verdrängung suchten.

Designkonzept & Zielsetzung

Die 39 PH wurde speziell als kompromisslose Fahrtenyacht für das Segeln in hohen Breiten und für langfristige Allwettertörns konzipiert. In einer Zeit, in der sich die etablierten Serienwerften hin zu leichteren, flacheren Rümpfen und minimalem Holzausbau bewegten, setzte Hans Christian konsequent auf strukturelle Masse und traditionelle Ästhetik. Der Rumpf weist eine Länge über alles von 46 Fuß auf (was das stattliche Bugspriet einschließt), eine Länge an Deck von 39 Fuß und eine Länge in der Wasserlinie von 33 Fuß.

Unter Deck spiegelt der Innenraum das höchste Niveau des taiwanesischen Bootsbaus der späten 1970er und 1980er Jahre wider. Der Innenausbau wird von massivem Teakholz und edlen Furnieren dominiert, ergänzt durch handgeschnitzte Details, schwere Bronzebullaugen und die für die Marke typischen, gefliesten Nasszellen mit Marmor. Die Aufteilung bietet eine geräumige Pantry an Backbord und eine erhöhte Dinette an Steuerbord, die durch die großen Fenster des Deckshauses einen Panoramablick bietet. Vor dem Salon befindet sich die Eignerkabine mit einer Pullman-Koje an Steuerbord, wodurch an Backbord Platz für einen Schminktisch, Kleiderschränke und tiefe Schränke bleibt. Die Bodenbretter sind extrem massiv ausgeführt und liegen über einer gewaltigen Bodenwrange, die die Haupttanks und die mechanischen Systeme des Schiffes aufnimmt.

Segelleistung & Seeverhalten

Das Herzstück der Segeleigenschaften der 39 PH ist ihre enorme Verdrängung von 27.585 Pfund, kombiniert mit einem Langkiel und einem daran befestigten Ruder. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 342,68 ist das Boot eine klassische, ultraschwere Fahrtenyacht. Es gleitet nicht an und beschleunigt bei leichtem Wind nicht schnell, sondern nutzt seine enorme Masse, um sauber durch das Kabbelwasser zu schneiden.

Das Komfort-Ratio des Bootes ist mit 39,98 außergewöhnlich hoch, was sich in einer unglaublich sanften, ruhigen Bewegung auf See niederschlägt. Die Ermüdung der Crew wird minimiert, da der Rumpf die Stöße der Wellen absorbiert, anstatt sich festzustampfen. Mit einem Kenterungsverhältnis von 1,66 gilt das Schiff mathematisch als extrem stabil und hochgradig kenterresistent, was bei Blauwasserpassagen für große Sicherheit sorgt.

Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,78 stellt sicher, dass die 39 PH trotz ihrer schweren Verdrängung nicht untertakelt ist. Als Kutter mit der Standard-Segelfläche von 1.015 Quadratfuß segelt das Boot hervorragend kursstabil und hält seine Fahrt gut. Seine Stärken spielt das Boot ab einer Windstärke von über 15 Knoten aus, wo der schwere Langkiel und ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 37,29 % das Boot aufrecht halten und wie auf Schienen laufen lassen. Der Innensteuerstand bietet einen absolut trockenen, sicheren Zufluchtsort, von dem aus das Boot über eine hydraulische Radsteuerung gesteuert werden kann, während die tiefe Plicht achtern für das Segeln bei schönem Wetter einlädt.

Marktübersicht & Wirtschaftlichkeit

Da nur neun Rümpfe gebaut wurden, besetzt die 39 PH ein sehr exklusives Segment des Gebrauchtbootmarktes. Sie wechselt nur selten den Besitzer. Wenn ein Rumpf angeboten wird, erzielt er in der Regel einen deutlichen Aufpreis im Vergleich zu den standardmäßigen Hans Christian 38 mit Achtercockpit aus denselben Baujahren.

Potenzielle Käufer müssen bei der 39 PH mit einem realistischen Budget für ein Refit kalkulieren. Aufgrund des Alters des Bootes und der Komplexität seiner Systeme variieren die geforderten Preise stark – je nach Zustand des Teakdecks, dem Alter des stehenden Guts und dem Modernisierungsgrad der mechanischen Systeme. Ein unrefiteter Originalzustand erfordert erhebliche Folgeinvestitionen, um das Boot auf Blauwasserniveau zu bringen. Die Seltenheit und die hohe Bauqualität des Rumpfes sorgen jedoch dafür, dass modernisierte Exemplare ihren Wert hervorragend halten.

Bekannte Schwachstellen & Begutachtung

Wie alle in dieser Ära in Taiwan gebauten Spitzheck-Yachten und traditionellen Fahrtensegler weist auch die 39 PH spezifische, gut dokumentierte Schwachstellen auf, die einer sorgfältigen Prüfung bedürfen:

  • Teakdecks und Rott im Sandwichkern: Die originalen Teakdecks wurden auf einem Sandwichkern aus GFK und Sperrholz verlegt und mit tausenden Schrauben befestigt. Im Laufe der Jahrzehnte kann Wasser unter die Holzpfropfen und die schwarze Fugenmasse dringen und den darunter liegenden Sperrholzkern verrotten lassen. Zur Schadensanalyse ist eine gründliche Feuchtigkeitsmessung und das Abklopfen des Decks erforderlich. Die Sanierung umfasst oft das vollständige Entfernen des Teaks, das Auskratzen des weichen Sperrholzes, den Neuaufbau des Kerns mit Epoxidharz oder Schaumstoff und das Aufbringen einer modernen, rutschfesten GFK-Oberfläche.
  • Kraftstofftanks aus schwarzem Eisen: Die originalen Kraftstofftanks wurden aus schwarzem Eisen gefertigt und tief in der Bilgenstruktur verbaut, bevor das Deck mit dem Rumpf verbunden wurde. Kondenswasser und stehendes Bilgenwasser führen dazu, dass diese Tanks von außen nach innen rosten. Der Austausch ist ein Großprojekt, bei dem in der Regel die Bodenbretter aufgeschnitten und die Tanks in Teilen herausgeschnitten werden müssen. Bei modernen Refits werden diese durch maßgeschneiderte Tanks aus Aluminium, GFK oder Polyethylen ersetzt.
  • Spaltkorrosion an den Püttingen: Die schweren Püttinge aus Edelstahl sind teilweise in die Rumpfseiten einlaminiert oder hinter den umfangreichen Einbauten im Innenraum verborgen. Da sie von Sauerstoff abgeschirmt sind, sind sie an den Decksdurchführungen sehr anfällig für Spaltkorrosion. Die Inspektion erfordert das Entfernen von Holzverkleidungen, und die meisten Gutachter von Bootsversicherungen bestehen auf einem vollständigen Ausbau und Austausch, wenn es sich noch um die Originalteile handelt.
  • Fäulnis an Bugspriet und Beting: Das massive hölzerne Bugspriet und die tragenden Poller (Beting) können in den Fugen Süßwasser sammeln, was zu innerer Fäulnis führt. Die Metallbeschläge, einschließlich des Brillenbeschlags und der Befestigungen des Wasserstags, müssen auf Lochfraß und Spiel untersucht werden.

Modernisierung & Upgrades

Heutige Eigner der 39 PH haben festgestellt, dass sich die Konstruktion des Bootes hervorragend für moderne Upgrades eignet. Das große, flache Kajütdach des Deckshauses ist eine ideale Montagefläche für Solarpaneele. Erfahrene Eigner installieren dort regelmäßig feste Solaranlagen mit 600 bis 1.000 Watt, die den täglichen Strombedarf von modernen Kühlschränken, Autopiloten und Wassermachern problemlos decken.

Zudem ist der Wechsel von herkömmlichen Blei-Säure-Verbraucherbatterien zu LiFePO4-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) sehr beliebt. Die tiefen, geschützten Fächer unter den Bodenbrettern des Deckshauses bieten eine trockene, temperaturstabile Umgebung für große Lithium-Bänke, was das Gesamtgewicht reduziert und ein schnelles Laden über Hochleistungs-Lichtmaschinen oder Generatoren ermöglicht. Da das Manövrieren eines Langkielers mit 27.000 Pfund Verdrängung in engen modernen Marinas nervenaufreibend sein kann, gehört der Einbau eines leistungsstarken Bugstrahlruders zu den häufigsten und wertvollsten Upgrades bei größeren Refits.

Das Fazit

Die Hans Christian 39 PH ist ein legendäres, extrem robust gebautes „Einhorn“ der Fahrtensegler-Welt. Sie ist kein Boot für Segler, die Wert auf Leichtwindgeschwindigkeit, Wendigkeit im Hafen oder pflegeleichten Kunststoff an Deck legen. Stattdessen ist sie eine schwimmende Festung, die ihre Crew in Bedingungen trocken, warm und sicher hält, bei denen andere Boote umkehren würden. Wenn Sie einen der nur neun jemals gebauten Rümpfe finden können und bereit sind, sich den unvermeidlichen Wartungsarbeiten eines taiwanesischen Klassikers zu stellen, bleibt sie eine der ultimativen Blauwasser-Fahrtenyachten, die je gebaut wurden.

Vorteile

  • Hervorragender Schutz vor schwerem Wetter durch den sicheren, trockenen Innensteuerstand.
  • Unübertroffenes Innenraumvolumen, Stehhöhe und handgefertigter Teak-Innenausbau.
  • Unglaublich komfortables, bewegungsgedämpftes Verhalten in rauer See.
  • Hohe Stabilität und maximale Sicherheitsreserven für Ozeanüberquerungen.
  • Das große Kajütdach bietet eine ideale Plattform für leistungsstarke Solaranlagen.

Nachteile

  • Extrem selten und auf dem Gebrauchtbootmarkt schwer zu finden.
  • Das traditionelle Langkiel-Design macht das Manövrieren in engen Marinas ohne Bugstrahlruder zu einer Herausforderung.
  • Erheblicher Wartungsaufwand, insbesondere durch alternde Teakdecks und die originalen Kraftstofftanks aus schwarzem Eisen.
  • Träge Leistung bei leichtem Wind (unter 10 Knoten) aufgrund der enormen Verdrängung.

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