Design und Konstruktion
Über der Wasserlinie liest sich die 38T wie ein klassischer Entwurf von Hans Christian: ein langer Bugspriet, eine spritzige Deckslinie und ein rundes Kanuheck, das oberhalb der Wasserlinie mit einem Teakdeck verziert ist. Unter der Wasserlinie sieht es anders aus – ein Rumpf mit extrem gerundeten Formen, ein Langkiel mit zurückgeschnittenem Vorfuß und ein großes, flaches Ruderprofil im Unterwasserbereich. Das Gewicht ist erheblich; sie überschreitet im normalen Fahrtentrimm die 30.000 Pfund-Marke, und diese Masse ist entscheidend für ihr Verhalten unter Segeln. (1)
Rigg und Handhabung
Die originale 38T wurde als Kutter oder Ketsch angeboten, wobei der Kutter weitaus beliebter war. Sie trägt eine erhebliche Segelfläche für ihre Verdrängung. Dennoch leidet die Leichtwindleistung unter der Last dieses Gewichts. Eigner berichten, dass das Standardboot nicht sehr hoch am Wind segeln kann – etwa 40 Grad scheinbarer Wind sind der praktische Höchstwert für den Aufwindwinkel bei schwachem Wind. Bei 10–15 Knoten Wind erreicht sie 6 Knoten auf dem Wind und 7 vor dem Wind, und das erste Reff kommt normalerweise bei 15–18 Knoten Wind herein, danach entwickelt sich bei zunehmendem Wind Luvgierigkeit. Bei starkem Wind und schwerer See zeigt das Design seine Qualitäten: Sie bleibt seetüchtig und trocken, ohne das Stampfen oder Schlagen, das leichtere Rümpfe plagt. (1)
Evolution und der Telstar
Im Jahr 1984 wurde einer der beiden Produktionsformen der 38T modifiziert, um die Leistung zu verbessern, was zur Entstehung der Telstar 38 Traditional führte. Die Vorderkante des Kiels wurde nach achtern verschoben, ein erheblicher Teil der Hinterkante wurde abgeschnitten, und ein überarbeitetes, auf Skeg montiertes Ruder führte zu einer Optimierung von Kiel und Ruder. Der Mast wurde um 12 Zoll nach vorn verlegt, um seinen Eintrittswinkel zu verbessern und die Luvgierigkeit erheblich zu verringern; das höhere MkII-Rigg wurde zum Standard. Beckwith, der festhält, dass insgesamt 167 Traditionals inklusive 30 Telstars gebaut wurden, bewertete den Telstar-Kiel als eine wesentliche Verbesserung – mit deutlich mehr Höhe am Wind und einer spürbar besseren Leistung bei leichtem Wind. Das Innere der MkII wurde bei den Telstars weggelassen, da der nach vorn verschobene Stützpfeiler den Eingang zur Koje blockierte. (1)
Unterbringung
Von Anfang an standen zwei Innenraumkonfigurationen zur Verfügung: eine Pullman-Koje oder eine V-Koje im Vorpiek. Kurz nach der Markteinführung erschien das Interieur der MkII, bei dem die Pullman-Koje nach achtern verlegt und die Nasszelle in den Vorpiek gerückt wurde; bei diesen Booten wurde das Hauptschott nach achtern verschoben, um Platz zu schaffen. Die MkII ist äußerlich an einem verkürzten Teak-Umflechtgatter am Heck zu erkennen – ein Detail, das nur mit dem Heckaufbau der Hans Christian 33 Traditional gemeinsam ist. (1)
Bekannte Schwachstellen
Potenzielle Eigner sollten die Püttinge auf Undichtigkeiten untersuchen und die Schläuche auf Verschleiß sowie die Halterungen auf Rost und Korrosion prüfen – frühe Boote wurden nicht immer mit hochwertigen Metallen gebaut. Borddurchlässe und Seeventile müssen gründlich inspiziert werden, da einige mit zunehmendem Alter locker werden. Auch eventuell vorhandene, nicht erneuerte Teakdecks sollten untersucht werden. Die größte Gefahr liegt im Bereich der Elektrik: Als in den 1970er- bis 1980er-Jahren in Taiwan gebautes Boot nutzten einige ältere Exemplare eine für die Automobilindustrie vorgesehene Verkabelung, die anfällig für Korrosion ist. Zudem waren die Schalttafeln unter den Teaklatten und Deckenverkleidungen verbaut, was die Reparatur bei Kabelzugangsschwierigkeiten sehr teuer macht. (1)
Das Fazit
Die 38T ist eine speziell für das Blauwassersegeln gebaute Spitzgatter-Yacht, deren runder Rumpf und langer Kiel die Leichtwind-Eigenschaften gegen Gelassenheit bei schwerem Wetter eintauschen. Die Evolution der Telstar hat ihren größten Schwachpunkt beim Handling behoben, ohne das traditionelle Konzept aufzugeben. Sie belohnt Käufer, die sich mit moderatem Raumwind-Laufgut vor dem Wind und geplanten Sanierungen am Bordnetz abfinden.
Vorteile
- Bewährte Seetüchtigkeit mit zahlreichen Weltumsegelungen
- Trocken und stabil bei starkem Wind und schwerer See
- Die Telstar-Variante korrigiert die Luvgierigkeit und verbessert das Laufen von Leichtwinden
- Markantes traditionelles Design mit typischen Details der MkII
Nachteile
- Leichtwindleistung leidet unter der Verdrängung von über 13,5 t
- Das Standardboot läuft nicht höher als auf ca. 40 Grad scheinbaren Wind
- Die elektrischen Systeme sind das Schwachpunkt; schwer zugänglich und unaufgeräumt
- Frühe Rümpfe können minderwertige Metalle in Klammern und Beschlägen aufweisen




