Design und Konstruktion
Sowohl Rumpf als auch Deck sind aus massivem GFK gefertigt, das Deck ist jedoch als Balsaholz-Sandwichbauweise ausgeführt, um das Kabinenklima durch die Reduzierung von Kondenswasser zu stabilisieren. Dieser Balsakern ist gleichzeitig der größte strukturelle Schwachpunkt des Bootes: Jede Durchführung im Sandwich – für Winschen, Decksbeschläge oder spätere Eigner-Modifikationen – erfordert eine sorgfältige Abdichtung, damit Wasser niemals den Kern erreicht. Der Kiel ist aus Eisen, verbolzt mit einem Flossenprofil, das je nach Beladung zwischen 1,25 und 1,34 Metern Tiefgang hat und flach genug ist, um in kleineren Marinas zu liegen. Mit einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 47 Prozent bei 849 kg Eisen auf 1.874 Pfund Verdrängung liegt der Rumpf eher stabil als extrem regattaleicht, und das Verhältnis von Länge zu Breite von 2,86 hält das Überwasserschiff für die damalige Zeit relativ schmal.
Rigg und Handhabung
Die Granada 24 ist eine Masttoppslup mit einem Segelplan von 246 Quadratfuß, wobei die Fallen und Schoten in der damaligen Datenbank auf einen einheitlichen Standard von 20,9 Metern Fall und 7,1 Metern Vorsegelschot dimensioniert sind. Mit dem ISO-Referenzsegel beträgt ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) 15,1, was bei einer 135-prozentigen Genua auf 18,0 steigt – genug, um sie auf dem Verdrängungs-Längen-Index (D/L) von 185 unter den moderaten Regattayachten zu platzieren. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,2 Knoten, während ein Vire 7-Innenborder das Motoren auf etwa 4,5 Knoten begrenzt; für Hafenmanöver und enges Manövrieren wird häufig ein Außenborder angeschlagen. Ihr Kenterungsverhältnis von 2,06 würde sie von offiziellen Hochseeregatten ausschließen – ein Wert, der sie fair als Küstenboot und nicht als Blauwasser-Kandidatin einstuft. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Granada 24 Platz für fünf Personen in einem Mahagoni-Innenausbau, der farblich mit vielen Serienbooten dieser Zeit harmoniert. In dem 23 Fuß 5 Zoll langen Rumpf sind sowohl eine Pantry als auch eine Nasszelle untergebracht. Die Breite von 8 Fuß 3 Zoll und die Wasserlinie von 21 Fuß 2 Zoll machen die Kabine zu einem kompakten, aber funktionalen Raum für eine kleine Familie oder zwei Paare auf kurzen Törns. Das Balsadeck sorgt zudem dafür, dass der Innenraum an kalten Nächten trocken bleibt.
Bekannte Schwachstellen und Punkte für den Kauf
Neben der Vorsicht bei der Balsaholz-Aufnahme im Rumpf wurde die Granada 24 auch als selbstzubauender Bausatz angeboten. Daher variiert die Qualität des fertigen Bootes von Rumpf zu Rumpf, und ein Gutachten muss jedes Exemplar einzeln beurteilen. Das Verdrängungsverhältnis von 607 Pfund pro Zoll und die feuchte Oberfläche von rund 193 Quadratfuß sind für diese Größe durchschnittlich. Da jedoch sowohl Werft- als auch Amateurbauten vorliegen, sollten die Spannung des Riggs, die Decksbefestigungen und der Innenausbau stets anhand der Angaben des jeweiligen Bootes überprüft werden, anstatt sie vorauszusetzen. (1)
Das Fazit
Die Granada 24 ist eine durchdachte kleine dänische Slup aus den Mitte der 1970er Jahre: schmal genug, um aufgeräumt zu wirken, ballastiert genug, um stabil zu stehen, und mit einem Balsaholzdeck ausgestattet, das bei jedem Bolzenloch Respekt einflößt. Sie ist in erster Linie für Küsten- und Binnengewässer gebaut, mit einem Rigg, das eine Genua belohnt, und einem Innen- oder Außenborder, der die Anforderungen beim Anlegen abdeckt. Da es sich jedoch um ein Selbstbauprojekt handelt, ist die Sorgfalt des Käufers unverzichtbar.
Vorteile
- Das Balsaholz-Sandwichdeck verbessert den Komfort in der Kabine und reduziert Kondenswasser
- Mit einem Ballastanteil von 47 Prozent und einem Flossenkiel aus Eisen sorgt das Boot für ein stabiles, berechenbares Seeverhalten
- Geringer Tiefgang ermöglicht den Zutritt zu kleineren Marinas
- Das Masttopp-Rigg mit der Option auf Genua erhöht das Segelfläche-Verhältnis auf 18,0
Nachteile
- Der Balsakern erfordert eine sorgfältige Abdichtung bei jedem Decksdurchbruch
- Bei Booten aus Eigenbau variiert die Bauqualität
- Das Kenterungsverhältnis von 2,06 schließt sie vom Hochseeregattasegeln aus









