Design und Konstruktion
Garcia baut die Exploration 52 ausschließlich als integrales Schwertboot – ein fester Kiel ist nicht geplant – mit einem aus sechs Millimetern starkem Aluminiumblech über der Wasserlinie und acht Millimetern darunter gepressten und verschweißten Rumpf, einer zehn Millimeter starken Bodenplatte und innenliegenden, verschweißten Längsträgern. Bug und Vorfuß sind für das Eisbrechen verstärkt, und das Boot kann auf fast jedem Untergrund trockenfallen, indem es auf einem abgeflachten Rumpfboden und seinem langen Ballastkiel ruht, während die beiden Ruderblätter unbelastet bleiben. Ein Trailerauge ermöglicht es einem Traktor, sie an Land zu ziehen. Die Struktur trägt vorn und achtern vor dem Steuerstand wasserdichte Schotten, eine robuste wasserdichte Tür zwischen Salon und Cockpit sowie verschweißte Aluminium-Borddurchlässe mit Ventilen über der Wasserlinie. Acht Zentimeter Schaumstoff isolieren den Rumpf über der Wasserlinie, das Deck und das Kajütdach, mit einer Rumpf-Wärmeisolierung von 74 mm und isolierten Bodenbrettern unter Deck; das Dach des Aufbaus ist ein GFK-Sandwich. Mit einer Leerverdrängung von 19,5 Tonnen und 6,6 Tonnen Aluminiumballast (34 Prozent) verträgt sie mehr als zwei Tonnen Zuladung und bis zu 6,5 Tonnen über der Leerverdrängung, wobei ihr breiter, ausgewogener Rumpf und die zentralen Gewichte für Formstabilität bei anspruchsvollem Segeln in hohen Breiten sorgen. (1)
Rigg und Handhabung
Die kuttergetakelte 52 führt alle Schoten, Reffleinen und Trimmleinen nach achtern unter dem Kajütaufbau in Kanälen unter Deck, sodass die Crew geschützt aus der Plicht arbeiten kann, ohne an Deck gehen zu müssen. Ein Aluminiummast trägt einen modernen, effizienten Segelplan; die Standard-Genua ist groß, und ein konventionelles Kutterstagsegel ist laut Werft eine Option für Windstärken ab 25 Knoten, während eine Selbstwendefock auf Wunsch des Kunden als zu klein und zu schmal angesehen wird. Bei dem Testboot gaben die Doppelruderblätter kaum Rückmeldung, dennoch erreichte der 20-Tonnen-Rumpf bei einer wahren Windwinkel von 45 Grad in 15–18 Knoten Wind mit 1,5-Meter-Wellen knapp über 7 Knoten Geschwindigkeit, wobei er die Wellen sauber abschöpfte und sich auch hoch am Wind weich ansprang. Mit aufgeholtem Schwert ab raumem Kurs sinkt der Widerstand drastisch und das Verhalten wird sanfter; sie segelt nur begrenzte Zeit mit aufgeholtem Schwert, insbesondere bei Wind. Die kurzen, bewusst auf das Anlanden ausgelegten Ruderblätter sind 1,15 m tief im Vergleich zu 1,45 m bei einem herkömmlichen Festkiel-Design, wie Konstrukteur Olivier Racoupeau in YACHT-Anker bestätigte. (2)
Unterbringung
Im Innenraum kombiniert Isabelle Racoupeaus Innenausbau – fertig montiert als Module von einem externen Lieferanten – feine verchromte Aluminiumleisten mit Teak oder Eiche. Der Deckssalon bietet durch die schrägen Kajütaufbaufenster eine 270°-Sichtlinie, und der Tisch lässt sich zu einer großen Koje umbauen. Eine nach vorn gerichtete Navigationsecke dient gleichzeitig als Innensteuerstand mit Motorbedienung und Autopilot und bietet ebenfalls eine 270°-Rundumsicht; die Pantry erstreckt sich lang an einer Seite mit großen Arbeitsplatten und Blick auf den Horizont. Drei Doppelkabinen und ein Servicebereich sind Standard, inklusive einer echten Werkstatt für Ersatzteile. Die vordere Eignerkabine kompensiert die Doppelkoje und verlegt den Nassbereich vollständig nach vorn hinter zwei weitere wasserdichte Schotten. Die Achterkabinen können Einzel- oder Doppelkojen haben, und der Raum unter dem Salontisch lässt sich in eine Einzelkabine oder einen begehbaren Werkraum umwandeln. Die Anzahl der Kojen liegt zwischen fünf und zehn.
Bekannte Schwachstellen
Bei Törns verursachte der Volvo Penta-Diesel im Achterkabinenbereich Geräusche am oberen Grenzbereich der Toleranzgrenze mit 80 dB, während der Salon laut dem YACHT-Testanker bei 76 dB lag. Bei dem geprüften Boot waren die Teakfurniere an den eingebauten Einheiten nicht sauber abgestimmt – ein kosmetisches Manko und keine strukturelle Mangelhaftigkeit. (1)
Refits und Eignerschaft
Wesentliche Systeme – Rumpfwege, Kraftstoff- und Wasserversorgung, Elektrik, technische Ausrüstung – sind von Anfang an für einen einfachen Zugang angeordnet, und die Maschine im achteren Bereich des Niedergangs ist auf beiden Seiten zugänglich isoliert. Eine Batteriebank mit 660 Ah befindet sich zentral; die Energieautarkie wird durch einen Hydrogenerator, Solarpaneele, einen Generator und eine Dieselgenerator mit zweiter Lichtmaschine erweitert. Süßwasser kann für den Ballast seitlich gepumpt werden, und Tanks mit 880 l sowie ein Diesel mit 1.000 l (erweiterbar um 400 l) liegen nahe am Gewichtsschwerpunkt. Ein abnehmbares Persenning schließt die imIMOCA-Stil gestaltete Wachkoje unter ihrer festen Abdeckung ein, und Zentralheizung mit Warmwasser, Heizkörpern und aktiver Belüftung sind Standard.
Das Fazit
Die Exploration 52 ist ein echtes Hochsee-4x4: Aluminiumstruktur, die Vielseitigkeit eines Schwerts und absolute Wasserdichtigkeit gepaart mit einem warmen, wachsamen Deckssalon. Sie tauscht direktes Rudergefühl und etwas Motorenlärm gegen enorme Zuladung und die Fähigkeit ein, dort trockenzufallen oder auf dünnem Eis zu laufen, wohin sich nur wenige 54-Fuß-Boote trauen.
Vorteile
- Integriertes Schwert mit 1,27–3,00 m Tiefgang und trockenfallendem, eisfähigem Rumpf
- Wasserdichte Schotten, verschweißte Borddurchlässe und isolierte Aluminiumbauweise
- Alle Leinen nach achtern geführt; Segel einhand oder mit kleiner Crew bedienbar; 270° Blick auf das Steuerhorn im Innenraum
- Hohe Tragfähigkeit und zentrierte Tankgewichte für optimale Vorratsverteilung auf Langstrecken
Nachteile
- 110 PS Volvo Penta sind unter Segeln im Achterdeckskajüte (80 dB) und Salon (76 dB) sehr laut
- Die Selbstwendefock-Option ist für das Boot zu klein; schwache Ruderfeedback
- Die Passgenauigkeit des Teakfurniers als Testboot war mangelhaft


