Design und Konstruktion
Das markanteste optische Merkmal der Fuji 32 ist ihr Klipperbug ohne Backsteven, der zu wenig Negativschnitt aufweist und von Trailboards profitieren würde, um ihn auszuarbeiten. Unter dem Styling verbirgt sich eine konservative, robuste Struktur: massiver GFK-Rumpf und -Deck, Eisenballast und ein langer Flachkiel, der das Boot selbst in unruhigem Wasser stabil kursstabil hält. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 386 und einer Komfort-Ratio von 36 ist sie für ihre Größe ungewöhnlich schwer und gedämpft, und ihr robuster Charakter verspricht, Schwerwetter besser zu verkraften als leichtere Vergleichsjollen. Ihr Kenterungsverhältnis von 1,67 liegt deutlich unter dem Grenzwert von 2,0 für hochseetaugliche Boote, was sie auf dem Papier als solides Seebot ausweist. (1)
Rigg und Handhabung
Der Ketsch-Segelplan bringt 471 Quadratfuß Segelfläche auf, aber mit der größten Verdrängung und der größten benetzten Fläche ihrer Vergleichsgruppe sowie dem niedrigsten Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von allen dreien ist sie bei leichtem bis mittlerem Wind das langsamste Boot dieser Gruppe. Wo sie ihre Stärken zeigt, ist auf See bei einer frischen Brise. Mit einem guten Besanstagsegel und einer ruhigen See könnte sie für ein Paar die stabilste und angenehmste der drei Boote zum Segeln sein. Der lange Flachkiel sorgt für eine stabile Kursstabilität, und diese beiden Eigenschaften ermöglichen es, sie so zu trimmen, dass sie sich über lange Zeiträume selbst trägt – ein wunderbares Merkmal auf einer kleinen Yacht. Ihr geringer Tiefgang macht sie zudem zu einer guten Wahl für das leise Fahrtensegeln in Küstengewässern und das Erkunden von geschützten Buchten, wenn keine Blauwasserpassage ansteht.
Unterbringung und Systeme
Die vom Hersteller bereitgestellte Dokumentation für die Fuji 32 ist ungewöhnlich vollständig für eine Serienyacht dieser Ära. Ein Eignermanual, ein Prospekt, Baupläne mit den verschiedenen Systemen, ein Spannungsplan für die Gleichstromanlage, ein Plan für den Fäkalientank und das Bilgenpumpensystem, ein Rohrleitungsdurchgangsplan für den Dieselmotor, ein Süßwasser-Rohrleitungskonzept, ein Lichtplan, Ansichtsschnitte von der Seite und technische Datenblätter für die Ketsch sind vorhanden. Diese Unterlagen zeigen dem Käufer, dass das Boot als echte Fahrtenyacht mit durchdachten Sanitäranlagen und elektrischen Systemen konstruiert wurde und nicht nachträglich improvisiert wurde. Für einen Eigner, der ein Refit plant, ist dies ein wertvolles Gut: Die Originalpläne, auf denen man arbeiten kann.
Bekannte Schwachstellen
Die einzige Kritikpunkt, der von einem Rezensenten angemerkt wurde, betrifft den geringen Tiefgang. Aufgrund dieses flachen Kiels schlug derselbe Gutachter vor, bei einer Planung für eine Hochseereise etwas mehr Ballast zur Fuji hinzuzufügen. Dies ist kein Mangel beim Gelegenheitssegeln, sondern eine bekannte Einschränkung der Konfiguration mit leichtem Ballast und geringem Tiefgang bei voller Last für längere Offshore-Einsätze – ein Punkt, den ein potenzieller Blauwasser-Käufer im Verhältnis zum ansonsten starken Charakter des Bootes bei schwerem Wetter abwägen sollte.
Das Fazit
Die Fuji 32 ist eine schwere, stabile, gut dokumentierte Ketsch, die Geschwindigkeit bei leichtem Wind gegen Gelassenheit auf See und Einfachheit im Küstenbereich eintauscht. Sie ist in erster Linie ein Boot für Paare: sie segelt sich selbst, ist im Seegang gutmütig und wird von einer vollständigen Original-Konstruktionszeichnung begleitet, die nur wenige Konkurrenten ihres Alters bieten können. Der Flachkiel ist ihr prägendes Kompromissprodukt – ein Segen in Buchten und eine Warnung beim Ozeanüberqueren.
Vorteile
- Das Kenterungsverhältnis von 1,67 und die hohe Komfort-Ratio kennzeichnen sie als stabiles, schwerwettertaugliches kleines Boot
- Der lange Flachkiel läuft kursstabil und eignet sich hervorragend für Küstenfahrten
- Vollständige Werftdokumentation inklusive Systemplänen und Aufmaßzeichnungen
- Ketsch-Rigg mit Option auf ein Besanstagsegel ermöglicht längere Autarkie
Nachteile
- Die hohe Verdrängung und die große benetzte Fläche bei dem geringsten Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis machen sie bei leichtem bis mäßigem Wind zur Langsamsten
- Der geringe Tiefgang führt bei einem Testberater zu der Empfehlung, für Hochseetörns zusätzlichen Ballast einzubauen










