Design und Konstruktion
An Land wirkt die Lavezzi kompakt und dennoch ästhetisch ansprechend. Ihre geraden, abgerundeten Bugspitzen und das negativ geschwungene Deckssprung verleihen ihr eine moderne Ausstrahlung, die die Werft seit den frühen 2000er Jahren verfeinert hat. Das Kajütdach trägt die bewährte Sonnenblende, die Fountaine Pajot bei früheren Modellen im Flahault-Stil eingeführt hatte. Dieser Überhang ist nicht nur ein reines Designelement: Er bekämpft die Wärmeinseln durch die ungeschützten Salonfenster, wenn die Sonne hoch steht. Strukturell ist die Harzinfusionsmethode Standard, und Schotten sowie Ausrüstung im Innenraum sind direkt in die Rümpfe einlaminiert. Dies sorgt für einen steifen Rumpf, der langfristig Sicherheit vermittelt. Unter der Wasserlinie läuft das mit Polyesterharz infundierte Glasgewebe mit mindestens 3 kg/m², während das Überwasserschiff, die Seitendecks und die Unterseite des Brückendecks aus einem 15-mm-PVC-Schaumsandwich bestehen. Das Kajütdach selbst ist ein Laminat von 1.600 bis 2.000 g/m². Multihulls World fasste dies als überwiegend robuste Konstruktion zusammen, und genau diese Infusionsmethode ermöglicht es diesem 13.228 Pfund schweren Katamaran, weit entfernt von den schwereren Vorgängergenerationen zu liegen. (1)
Abmessungen und Kennzahlen
Die Zahlen erzählen die Geschichte des Katamarans deutlich. Mit einer Länge über alles von 39,10 Fuß, einer Breite von 21,40 Fuß, einem maximalen Tiefgang von 3,60 Fuß und einer Verdrängung von 13.228 Pfund trägt die Lavezzi eine angegebene Segelfläche von 969 Quadratfuß. Dies ergibt ein Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 27,82 und ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 98,79 – Werte, die sie eher zu moderaten Fahrtenkatamaranen für Küstenfahrten als zu schnellen Hochsee-Katamaranen einstufen. Die technischen Datenblätter von Cruising World bestätigen, dass die Wasserlinienlänge von 39,10 Fuß mit der LOA übereinstimmt – ein Merkmal von Katamaranen, das dafür sorgt, dass die benetzte Oberfläche auch in flachen Revieren optimal genutzt werden kann. Verdrängung: 13.228 lbs. (2)
Rigg und Handhabung
Als 969 Quadratfuß großer Mehrrumpfer als 7/8-Slup ist die Lavezzi eher für entspanntes Familiensegeln als für maximale Geschwindigkeit gebaut. Eine Werft-Bewertung weist darauf hin, dass sie einige hervorragende Eigenschaften für das Fahrtensegeln mit der Familie bietet. Die Kombination aus leichtem Infusionsbaugewicht und einem moderaten Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 27,82 verspricht ein berechenbares, stressfreies Handling in Küstenrevieren. Zwei 30-PS-Diesel und ein Tiefgang von 3,60 Fuß machen sie sowohl in engen Ankerbuchten als auch in flachen Buchten sehr gutmütig.
Unterbringung und Layout
Der umgekehrte Deckssprung und die absenkbaren Seitendecks, die auf den achteren Stufen aufliegen, prägen einen für diese Bootsklasse typischen Decksverlauf, während die Panoramafenster des Salons durch die darüber liegende Sonnenblende des Kajütaufbaus hervorragend vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind. Die Zusammenarbeit von Fountaine Pajot mit Flahault ab 1991 konzentrierte sich auf Ästhetik und Ergonomie im Innenraum, und die Lavezzi zeigt diese Abstammungslinie in einer kompakten, aber wohnlichen Plattform für das Küstensegeln.
Eignerschaft & Nachwirkung
Die Produktion von 227 Booten über sieben Jahre hinweg bedeutet, dass eine reiche Auswahl an Ersatzteilen und kollektivem Wissen existiert. Der Nachfolger der Lipari 41 teilt genügend DNA mit ihr, sodass die Weiterentwicklung durch späteren Werften eher schrittweise als revolutionär verläuft. Die Infusionsmethode, die bei genau diesem Modell eingeführt wurde, markiert den Beginn der modernen Bauära von Fountaine Pajot. Ein frühes Boot aus der Lavezzi-Ära ist somit tatsächlich das erste einer langjährigen Konstruktionsphilosophie.
Das Fazit
Die Lavezzi 40 ist ein vernünftiger, gut gebauter Einstieg in das Fahrtensegeln mit einem Küstenkatamaran: infusionsgeformt, steif und für seine Robustheit leicht, mit einer Aufteilung, die von einem Designer geprägt wurde, der die 1990er Jahre damit verbrachte, genau diese Ergonomie zu verfeinern. Sie ist keine Hochseerakete, aber als familienfreundliche Plattform für Küstentörns hat sie ihren Bestseller-Status redlich verdient.
Vorteile
- Erste Infusionsbauten von Fountaine Pajot – leichter als frühere robuste Generationen, dennoch weitgehend solide
- Steifer Rumpf mit direkt in die Rümpfe eingepassten Schotten für langfristige Sicherheit
- Die Sonnenblende des Kajütaufbaus reduziert die Wärme durch ungeschützte Fenster effektiv
- 227 Boote wurden über sieben Jahre gebaut, sodass Ersatzteile und Fachwissen leicht zugänglich sind
Nachteile
- Das moderate Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis schränkt die Ambitionen bei Leichtwind ein
- Eher als Küstenkreuzer denn als Blauwasserboot konzipiert




