Design und Konstruktion
Der Rumpf der Formosa 47 ist aus massivem GFK mit Flossenkiel und einem am Skeg aufgehängten Ruder. Der Kiel selbst besteht aus Gusseisen. Ihr Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) liegt bei 289 an der Wasserlinie, was sie fest in die Kategorie der schweren, volumenorientierten Fahrtenyachten einordnet. Ein Komfort-Ratio von 36,09 und ein Kenterungsverhältnis nahe 1,79 bis 1,80 bringen sie in den Bereich, den damalige Analysen allein nach dieser Formel für Hochsee-Regattaeinsätze als akzeptabel ansahen. Das Verhältnis von Breite zu Länge (B/L) von 3,30 führt zu einem Rumpf, den Rezensenten als geräumiger als bei etwa zwei Dritteln vergleichbarer Konstruktionen beschrieben haben, und es scheint, als habe der Konstrukteur bewusst eine etwas geräumigere Rumpfform gewählt. Ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von etwa 32 bis 37 Prozent – höher als bei den meisten ähnlichen Segelbooten – verleiht ihr ein aufrichtendes Moment, das damalige Kommentare mit einer überdurchschnittlichen Stabilität gegen Krängung in Verbindung brachten. (1)
Rigg und Handhabung
Sie wurde als Masttopp-Ketsch mit einem angegebenen Segelfläche von 125 Quadratmetern und einem SA/D-Verhältnis nahe 21,9 ausgeliefert; auch ein Kutterrigg wurde angeboten. Der Flossenkiel sorgt für hervorragende Manövrierbarkeit auf engem Raum, geht jedoch im Vergleich zu einer Langkiel-Konstruktion etwas an Kursstabilität ein. Mit einer benetzten Fläche von etwa 59 Quadratmetern und einer Rumpfgeschwindigkeit von rund 8 Knoten ist sie eher für konstante Passagen als für Beschleunigung gebaut. Die Schotdurchmesser nach damaligen Daten reichen von 16 mm für die Leitungen von Vorsegel, Genua, Großschot und Spinnaker, wobei allein die Großschot mit knapp über 35 Metern Länge angegeben ist.
Unterbringung
Unter Deck ist das Boot mit 11 Kojen ausgestattet – eine Zahl, die den Eigner-Layouts mit drei Kabinen sowie den ehemaligen Charter-Innenaufteilungen der Flotte entspricht. Die Wasserkapazität von 340 Gallonen und die Kraftstoffkapazität von 180 Gallonen ermöglichen lange, unabhängige Törns fernab von Häfen. Der 80 PS starke Lehman Ford-Diesel treibt eine direkte Wellenanlage an, die perfekt auf ihre Verdrängung abgestimmt ist.
Bekannte Schwachstellen
Die größte operative Einschränkung ist der Tiefgang: Mit etwa 2,25 bis 2,35 Metern je nach Beladung beschränkt der Tiefgang der Yacht den Einsatz auf große Häfen. Dies ist eine inhärente Eigenschaft der Flossenkiel-Geometrie und kein Mangel, aber sie bestimmt, wo das Boot anlegen und tanken kann. (Die Quellen weichen bezüglich des exakten Tiefgangs ab: SailWiki listet 2,26 m, die Yachtdatenbank 2,25–2,35 m.) (2)
Das Fazit
Die Formosa 47 ist eine schwere, breite Ketsch mit Flossenkiel aus den letzten Jahren der taiwanesischen Produktion von Formosa. Sie bietet viel Platz für die Crew und ein beruhigendes Ballastprofil für den Hochseeeinsatz. Ihr Tiefgang und das geringe Produktionsjahr sind die Hauptpunkte, auf die ein Käufer achten muss, wenn er sie mit zeitgenössischen Booten mit geringerem Tiefgang vergleicht.
Vorteile
- Hohes Ballastverhältnis verbessert das aufrichtende Moment und die Krängungsresistenz
- Raumgreifende Rumpfform mit 11 Kojen und großen Tankkapazitäten
- Flossenkiel sorgt für hervorragende Manövrierfähigkeit im engen Raum
Nachteile
- Der große Tiefgang beschränkt sie auf größere Marinas
- Der Flossenkiel verliert im Vergleich zu einem Langkiel an Kursstabilität
- Die Baujahr von nur einem Jahr (1980) schränkt die Verfügbarkeit in Flotten ein





