Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem GFK mit einer flachen Form und einem langgezogenen Flossenkiel gefertigt, während das Deck darüber mit einem Balsakern versehen ist. Ein scharfer Vorschiffseintritt hält das Einsetzen der Wellen in der Regel ab, selbst bei schwerstem Wetter, und die gute Bewegung im Seegang wird durch die Positionierung der schweren Komponenten – darunter der Motor – weit entfernt von den Enden des Bootes unterstützt. Das Ruder ist eine große, Skeg-aufgehängte Anlage auf drei Lagern, wobei das unterste Lager deutlich über dem Kippwinkel des Skegs positioniert ist, sodass ein hartes Aufsetzen das Ruderblatt weniger schnell blockieren kann. Der Mast ist mit Standard-Masttopp-Beschlägen auf fast 65 Fuß (ca. 19,8 m) Höhe getakelt, und das Verhältnis von Segelfläche zu Verdrängung (SA/D) von 16,7 des Kutterriggs spiegelt einen kraftvollen, flexiblen Segelplan wider. (1)
Rigg und Handhabung
Das hohe Kutterrigg verleiht der 47 eine starke Leichtwindleistung und die Möglichkeit, das Rigg bei zunehmendem Wind sinnvoll zu kürzen – eine Flexibilität, die sie zu den schnelleren Fahrtenyachten ihrer Zeit macht. Unter Motor kann sie im Vorschiffsbereich in etwa zwei Mal ihrer Länge drehen, was in engen Häfen praktisch ist. Bei rückwärtsfahren auf niedriger Geschwindigkeit neigt sie jedoch dazu, sich gegen den Wind in den Anker zu steuern – ein kleiner Tipp, den man bei einer windigen Lage mit dem Heck zum Wind am Steg wissen sollte. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von fast 266 und einem Tiefgang von 6 Fuß ist sie eher ein stabiles Seebot als ein Leichtgewicht unter den Regattayachten. Dennoch trägt sie eine vollständige Ausrüstung für Langstreckentörns, ohne dass die Leistung spürbar einbricht. (1)
Unterbringung
Unter Deck bestimmt Teakholz in massiver Form, Furnier und ein umfangreiches Teak-Holz-Bodenbrett den Charakter. Das Mittelcockpit-Layout führt die Passagen an Backbord und Steuerbord des Niedergangs – jeweils mit etwas mehr als 1,80 m Stehhöhe – zurück zu einer großen Eignerkabine und einer Achtertoilette, während sich vor dem Salon eine Steuerbordtoilette mit Dusche, eine Backbord-Koje im Kajütaufbau und eine V-Koje im Vorschiff befinden; jede Kabine verfügt über einen Kleiderschrank. Die Pantry erstreckt sich entlang des Backbord-Gangwegs, und eine vollständige, nach vorn gerichtete Navigationsecke befindet sich an Steuerbord, wobei der Motor unter einem großzügigen Tresen im Cockpitbereich und auf drei Seiten zugänglich untergebracht ist. Zum Essen versammelt man sich um den L-förmigen Salontisch – komfortabel für vier Personen, für sechs Personen bei ausgeklapptem Seitentisch –, und die Wachkojen über den Sofakojen verengen den Salon, eine Aufteilung, die Cruising World unter Segeln vor Anker als sicherer unter den Füßen befand. Die meisten Eigner haben diese Wachkojen seitdem in zusätzlichen Stauraum umgebaut. Die Belüftung erfolgt über sechs Luken, 14 Öffnungsluken und fünf schließbare Dorade-Luken, während die Wassertanks unter den Sofakojen liegen und weiterer Stauraum unter den Wachkojen vorhanden ist. (1)
Bekannte Schwachstellen
Das Deck mit Balsaholzkern ist der einzige Bereich, bei dem langfristiges Wassereindringen aufgrund des verwendeten Materials ein sorgfältiges Abklopfen rechtfertigen würde. Ein von einem Eigner untersuchtes Exemplar, die Aquila, zeigte nach jahrelanger Vernachlässigung und einem strapazierten Deck keine Osmoseblasen unter der Wasserlinie, die sich durch ein neues Decklackieren gut beheben ließen.
Refits und Eignerschaft
Die Stevens 47 ist einfach zu bewohnen: Der Motor ist von drei Seiten zugänglich, die Tankkapazitäten sind großzügig mit 200 Gallonen Wasser und 115 Gallonen Kraftstoff bemessen, und das Drei-Kabinen-Innere lässt sich leicht für Langstreckentörns umbauen, wie Eigner gezeigt haben, indem sie die Wachkojen zu Kojen ausbauten. Der 65 PS starke Ford Lehman bietet eine nützliche Leistungsmarge für Laden und Hafenmanöver.
Das Fazit
Die Stevens Custom 47 ist eine gut durchdachte S&S-Fahrtenyacht, die einen schnellen, seetüchtigen Rumpf mit einem wirklich praktischen Mittelcockpit-Innenraum verbindet. Sie ist kein minimalistisches Boot, aber ihre Werte und ihr Layout zeigen ein Design, das gebaut wurde, um Menschen und Ausrüstung hochseetauglich zu transportieren, ohne sich übermäßig zu neigen.
Vorteile
- Schneller, agiler Rumpf mit feiner Vorschiffseintrittsform und zentralen Gewichten
- Teak-Innenausbau mit drei Kabinen und hervorragendem Motorzugang
- Hohes Kutterrigg für maximale Flexibilität bei Leichtwind und schwerem Wetter
Nachteile
- Rückwärts nur bei geringer Geschwindigkeit gut gegen den Wind einsetzbar
- Deck mit Balsakern erfordert ständige Aufmerksamkeit bei der Feuchtigkeitskontrolle







