Design und Konstruktion
Gardens Handschrift ist deutlich im erhöhten Achterdeck zu erkennen, das die Achterkabine schützt, sowie im traditionellen Profil, das um einen massiven GFK-Rumpf herum gebaut wurde. Das Laminat besteht größtenteils aus Sackgut-Matte – so nah wie möglich an High-Tech für eine Serienyacht –, mit Langschrägern und Querträgern aus Hartholz sowie GFK-Strukturschotten, die mit Sackgut-Matte und Polyesterharz verklebt sind. Der Langkiel und das angehängte Ruder liegen unter einer konstruktionsbedingten Verdrängung von 40.000 Pfund, wovon 11.000 Pfund Ballast sind. Die Breite von 13,42 Fuß und die Wasserlinie von 35,75 Fuß verleihen ihr das Volumen und die Kursstabilität einer echten Hochsee-Ketsch. Fast alle Exemplare verließen die Werft mit einem Teakdeck auf den Überdecks, dem Achterdeck und der Plicht, und ihre Decksboxen sowie Lukendeckel bestehen aus Teakbeplanktem Sperrholz – ein Detail, das sich bei der langfristigen Eignerschaft im Alter der Boote direkt bemerkbar macht. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot wurde mit einem Holz- oder Aluminiummast angeboten. Die Holzversionen wurden im Allgemeinen lackiert statt gebeizt, da dies einfacher und günstiger war. Das Segelplan umfasst ein Großsegel von 406,73 Quadratfuß, eine Arbeitsfock von 516,67 Quadratfuß und eine Genua von 800,21 Quadratfuß, ergänzt durch einen asymmetrischen Spinnaker von fast 1.365 Quadratfuß für Passagen auf raumen Kursen. Bei der konstruktiven Verdrängung von 40.000 Pfund liegt das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) bei 383 und das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) bei 15; bei einem realistischeren Fahrtengewicht von 44.000 Pfund sinken diese Werte auf 421 bzw. 14,1, und die Komfort-Ratio liegt über 50. Diese Zahlen beschreiben ein steifes, seetüchtiges Boot und keine Leichtwind-Sprinterin. Die bekannte Hochseetauglichkeit basiert weniger auf technischen Feinheiten beim Bau als vielmehr auf dieser Masse und der Langkiel-Konfiguration. (1)
Unterbringung
Unter Deck beginnt das typische Layout mit einer Vorschiffskabine mit einer Doppelkoje oder Kojen mit getrennten Etagen, gefolgt von einer Nasszelle und dem Hauptsalon. Der Maschinenraum befindet sich zentral unter der kleinen Mittelpflicht, die Pantry verläuft an Backbord und der Durchgang zur Achterkabine (Eignerkabine) liegt an Steuerbord am Anker. Diese Achterkabine liegt unter dem Achterdeck und bietet eine große Doppelkoje mit separater Nasszelle und Dusche – ein Layout, bei dem das erhöhte Achterdeck bestens genutzt wird. An Deck dienen die Sitze auf dem Achterdeck gleichzeitig als Backskisten, weitere Backskisten befinden sich am Großmast, und die breiten Seitendecks sowie tiefen Sülls zeugen von einem Boot, das für Bewegung bei schwerem Wetter gebaut ist. (1)
Bekannte Schwachstellen
Das Alter ist das zentrale Problem. Ein Hauptaugenmerk bei älteren Vagabond 47s liegt auf Deck und Aufbau, wo schlecht ausgeführte Befestigungen, Fenster und Beschläge bereits bei der Bauzeit Wasser eindringen ließen. Ebenso kritisch sind die originalen Edelstahlbeschläge, Tanks und Püttinge des Riggs, deren mangelhafte Materialqualität und Schweißarbeiten zu einer Reihe von vorzeitigem Versagen geführt haben. Holzmasten verschärfen das Problem: Das Aufspüren von latenten Fehlern darin kann selbst für erfahrene Gutachter und Rigger sehr schwierig sein, weshalb jedes Boot nach einem Gutachten genau auf diese Punkte untersucht werden muss. (1)
Das Fazit
Die Vagabond 47 ist ein schwer gebauter Langkieler aus dem Garten-Design, der seinen Platz unter den ernsthaften Hochseeyachten durch Masse, Volumen und ein praktisches Deck-und-Kabine-Layout und nicht durch moderne Konstruktionsmethoden erworben hat. Sie ist ein Boot, das eine sorgfältige Inspektion ihrer schwächsten Originaldetails belohnt und sich mit einer geräumigen, seegängigen Plattform für ausgedehnte Törns auszahlt.
Vorteile
- Kultiger Stagsegel-Ketsch von William Garden mit schwerer Verdrängung und Blauwasser-Pedigree
- Solider GFK-Rumpf mit einer Bodengruppe aus Hartholz und Sperrholz
- Geräumige Achterkabine mit separater Nasszelle und Dusche unter dem erhöhten Achterdeck
- Angenehmes, stabiles Seeverhalten dank 40.000 lbs Verdrängung und Langkiel
Nachteile
- Decks, Aufbauten und Beschläge weisen eingebaute Schwachstellen durch Leckagen und Korrosion auf
- Originale Edelstahl- und Püttinge neigen zu vorzeitigem Versagen
- Holzmasten können selbst für erfahrene Gutachter Mängel verbergen







