Design und Konstruktion
Die X2 präsentiert sich als clever konstruiertes Regattaboot mit einer gut durchdachten, ergonomischen Decksplanung, die es einer kleinen Crew ermöglicht, effizient zu arbeiten, ohne unnötige Bewegungen. Unter Deck lag der Fokus darauf, den Platz für eine komfortable, aber leichte Ausstattung zu nutzen – ein Innenraum, der Nutzerfreundlichkeit und geringe Masse über den Luxus des Fahrtensegelns stellt. Das ursprüngliche Kielkonzept nutzte zwei A4-80-Bolzen, die in den Flossenkiel getrieben wurden – eine Konfiguration, die die frühe Einsatzgeschichte des Bootes nicht unbeschadet überstanden hat.
Rigg und Handhabung
Der Segelplan ermöglicht ein einfaches Einbinden der Segel bei schwereren Bedingungen – eine wichtige Eigenschaft für eine Hochseeregattayacht, die mit zunehmendem Wind auch ohne volle Crew am Sprung gut zurechtkommen muss. Am Wind ist sie ausgewogen und vermittelt ein hervorragendes Gefühl; der Rumpf liegt bei Krängung perfekt auf der Kimm und läuft hervorragend kursstabil. Die Konstruktion war von Anfang an darauf ausgelegt, früh viel Leistung zu fahren, damit das Boot seine theoretischen Werte auch realisiert. Das weitaus optimale Leistungsgewicht sorgt für reichlich Power bei leichtem Wind. Auf raumen Kursen ändert sich das Verhalten: Sobald man die Schoten etwas fiert, erwacht das Boot zum Leben, und die Leistung steigt mit jedem Grad Abweichung vom VMG am Wind. In einigen Fällen kann das Boot jederzeit zwei Knoten schneller und tiefer segeln als die Konkurrenz und hält auch gegen die längere, aber schwerere SunFast 3300 gut mit.
Unterbringung
Der Fokus unter Deck lag darauf, wie das Volumen genutzt werden kann, um die Kabine funktional und kompakt zu halten. Dies ist kein Innenraum für eine volumenreiche Fahrtenyacht, sondern ein regattaorientierter Raum, der das Gewicht niedrig hält und der Crew dennoch einen wohnlichen Platz für Offshore-Etappen bietet. Die Leichtigkeit des Ausbaus unterstreicht den Vorteil von Leistungsgewicht, der diese Plattform prägt.
Bekannte Schwachstellen
Der erste Rumpf ging aufgrund eines Kielversagens vollständig verloren – ein Ereignis, das so schwerwiegend war, dass es das Boot zerstörte. Die Konstrukteure stellten fest, dass es sich nicht um einen Kompositversagen handelte, sondern um ein Problem mit der Befestigung selbst. Der frühe Flossenkiel wurde von zwei A4-80-Bolzen gehalten, die durch den Rumpf in den Kiel getrieben waren. Dieses System wurde später komplett überarbeitet: Heute kommen zwei A4-80-Bolzenköpfe aus dem Boot und werden mit A4-80-Muttern gesichert, ergänzt durch ein Bolzensperre-System, um ein Unschrauben zu verhindern. Rumpf #2 in San Francisco wurde komplett mit dem neuen System nachgerüstet, sodass die strukturelle Korrektur sowohl bei bestehenden Booten als auch bei Neubauten angewendet wurde. (1)
Refits und Eignerschaft
Da die Kielbefestigung nach dem Verlust von Rumpf #1 neu konstruiert wurde, muss jeder Eigner, der ein frühes Exemplar in Betracht zieht, klären, welches System installiert ist. Der Nachrüstweg erwies sich als erfolgreich – Rumpf #2 nahm das neue Stud-and-Nut-System vollständig auf. Das Boot ist eine voll ausgestattete Hochsee-Regattayacht mit nur den besten Ausrüstungsgegenständen an Bord, um die beste Zeit auf dem Wasser zu garantieren. Das bedeutet, dass ein gut erhaltenes Exemplar bereits mit einer soliden Ausrüstung ankommt.
Das Fazit
Die Farr X2 ist eine auf Regatten im Offshore-Bereich ausgerichtete Yacht, die echte Geschwindigkeit liefert, ohne dass eine große Crew an Deck benötigt wird. Ihr leichtes, durchdachtes Innenraumkonzept und das ergonomische Deck machen das Segeln mit kleiner Crew problemlos möglich, und die neu gestaltete Kielverbindung löste die einzige strukturelle Katastrophe in der Geschichte dieser Bootsklasse. Im Vergleich zu einer schwereren Konstruktion aus derselben Ära wie der SunFast 3300 tauscht sie Länge gegen Lebendigkeit und Dynamik ein.
Vorteile
- Hohes Leistungsgewicht mit starken Leichtwindleistungen
- Ausgewogen, läuft hervorragend auf der Kimm und spricht vor dem Wind schnell an
- Ergonomisches Decks-Layout, ideal für das Segeln mit kleiner Crew auf See
- Das Kiel-Rumpf-Verbindungselement wurde nach dem Verlust von Rumpf Nr. 1 überarbeitet und durch Nachrüstung bewährt
Nachteile
- Frühe Rümpfe können noch die fehlerhafte, originalen Kielbolzen-Befestigung aufweisen
- Das leichte Regatta-Innere begrenzt den Komfort beim Fahrtensegeln
- Der abgeschriebene Rumpf Nr. 1 zeigt, dass das Kielsystem anfangs unsicher war




